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Borussia Dortmund ist für die Sport-Union Neckarsulm eigentlich der falsche Gegner am falschen Tag

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Wenig spricht vor ihrem Bundesliga-Auswärtsspiel in Dortmund für die Neckarsulmerinnen; weder der Gegner noch der Freitag als Spieltermin liegen der Sport-Union. Ausgerechnet der Buxtehuder SV soll nun aber als Vorbild dienen.

Weder Kamila Kordovská (am Ball) noch Ex-Dortmunderin Paulina Uscinowicz (hinten rechts) hatten im Hinspiel gegen den BVB um Kreisläuferin Emma Olsson Akzente setzen können. Auch in Dortmund wird es am Freitagabend sehr schwer.
Weder Kamila Kordovská (am Ball) noch Ex-Dortmunderin Paulina Uscinowicz (hinten rechts) hatten im Hinspiel gegen den BVB um Kreisläuferin Emma Olsson Akzente setzen können. Auch in Dortmund wird es am Freitagabend sehr schwer.  Foto: Seidel, Ralf

17 Spiele, 17 Niederlagen und dann auch noch ein Spiel am Freitagabend – man muss schon sehr tief graben, um vor dem Duell der Sport-Union Neckarsulm mit Bundesliga-Tabellenführer Borussia Dortmund am Freitagabend (19.30 Uhr) Mutmachendes für die Mannschaft von Trainer Thomas Zeitz zu finden. Denn weder an den Gegner noch an den Spieltag hat die Sport-Union allzu gute Erinnerungen, so dass im Vorfeld der Partie in der Sporthalle Wellinghofen wenig bis nichts für die Gäste aus dem Unterland spricht.

Einzig wer die Punkteausbeute auf die zwei jüngsten Spiele verengt, bekommt Blau-Weiße und Schwarz-Gelbe auf Augenhöhe: beide Mannschaften sammelten dabei drei Punkte.

Neckarsulmer Erfolg in Buxtehude hat an Wert gewonnen

Dass jedoch Zahlen und Trends wertlos sein können, hat ausgerechnet der Buxtehuder SV als Bundesliga-Mannschaft der Stunde vorgemacht. Denn seit die Sport-Union vor einem Monat in der Neuen Halle Nord zu einem 28:27-Auswärtssieg stolperte, hat der BSV zwei Siege und zwei Remis verbucht und dabei vor zwei Wochen auch Borussia Dortmund durch ein 33:33 einen Zähler abgeluchst.

„Sie haben das damals gut gemacht, viel Sieben-gegen-Sechs gespielt und sich vor allem nicht abschütteln lassen“, hat Thomas Zeitz zentrale Erfolgsfaktoren im BSV-Spiel ausgemacht. Diese sollte sich seine Mannschaft möglichst abschauen, damit das Kräftemessen mit dem BVB nicht so endet wie im Hinspiel, als die Sport-Union in ihrem letzten Spiel vor der Weltmeisterschaftspause von der Borussia mit 38:26 überrollt worden und gänzlich chancenlos gewesen war.


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„Unangenehm giftig“ müsse seine Mannschaft sein, um den Tabellenführer „nicht ins Spiel kommen zu lassen und ihn in Situationen zu bringen, in denen er für einen Erfolg hart arbeiten muss“, sagt Zeitz. Dem BVB den Spaß am Spiel zu nehmen dürfte somit die allererste Aufgabe der Zeitz-Schützlinge sein. Eine Blaupause aus der eigenen Vergangenheit gibt es dafür allerdings nicht.

Alle 17 bisherigen Spiele gegen Borussia Dortmund hat die Sport-Union in ihrer Bundesliga-Historie verloren – auch auf das 18. Duell aus der Spielzeit 2019/2020 trifft das zu, das später aufgrund der Covid19-Pandemie annulliert worden ist. Genauso chancenlos war die Sport-Union einzig gegen die inzwischen insolvente SG BBM Bietigheim beziehungsweise HB Ludwigsburg.


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Und dann ist da noch der Spieltermin am Freitagabend. Auch dieser ist aus Sicht der Gäste eine Katastrophe, denn alle ihre regulären Bundesliga-Spiele, die die Sport-Union in den vergangenen fünf Jahren an einem Freitagabend bestritten hat, hat sie verloren; zuletzt das Eröffnungsspiel der laufenden Saison mit 27:33 gegen die HSG Bensheim/Auerbach. Um eine Vorverlegung von Samstagabend hatte jedoch der BVB gebeten, um Ordner- und Verkehrsengpässen rund um das Spitzenspiel zwischen Borussia Dortmund und Bayern München in der Fußball-Bundesliga vorzubeugen.

Immerhin: gut sind die Neckarsulmer Erinnerungen an Freitag, den 25. April 2025, als das Zeitz-Team nach einem 38:21 gegen Bayer 04 Leverkusen in den Playdowns den Klassenerhalt bejubelte.

Verletzte müssen weiter pausieren

Weiterhin ohne Chancen auf Einsätze sind Alessia Riner und Lilli Holste, die beiden Langzeitverletzten der Sport-Union Neckarsulm. Während Holste nach ihrem Bruch des rechten seitlichen Knöchels vorerst einen Stützschuh (Orthese) tragen muss und auf Gehhilfen angewiesen ist, setzt Riner die persönliche Rehabilitation nach ihrem Kreuzbandriss fort. Eine kurze Verzögerung der Reha hat sich bei der Schweizerin aufgrund eines nach einer Entzündung am Zeh nötig gewordenen operativen Eingriffs ergeben, den sie aber gut überstanden hat.

Angeschlagener Zeitz wird im Training von Spielerinnen vertreten

Allen Negativ-Statistiken zum Trotz habe ausgerechnet der Buxtehuder SV gezeigt, „dass immer etwas gehen kann“, sagt Thomas Zeitz und verspricht: „Wir werden alles reinhauen und alles geben.“ Auch für ihn selbst wird das gelten, nachdem er die ersten Trainingseinheiten zu Wochenbeginn krankheitsbedingt verpasst hatte.

Co-Trainer Gernot Drossel leitete mit der Unterstützung der beiden Spielführerinnen Munia Smits und Antje Döll die Einheiten am Montag und Dienstag, bevor Zeitz das Zepter am Mittwoch wieder übernahm. Eine noch längere Spielpause wartet allerdings nach dem BVB-Spiel auf den Trainer: Länderspiele und das Final Four im DHB-Pokal bescheren der Sport-Union drei Wochen ohne Bundesliga-Partie, bevor am 21. März die TuS Metzingen zum letzten Hauptrunden-Spiel in der Ballei gastieren wird. Dann wird die Ausgangslage definitiv besser sein.

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