DHB-Präsident Andreas Michelmann sieht Erwartungen an WM-Turnier übererfüllt
Der DHB-Präsident zieht für den Co-Gastgeber eine überaus zufriedenstellende Turnier-Bilanz und sieht Erfolge nicht nur auf dem Feld, sondern auch darüber hinaus.

Sowohl aus sportlicher als auch aus organisatorischer Sicht hat der Deutsche Handballbund (DHB) als Co-Gastgeber ein positives Fazit der am Sonntag zu Ende gegangenen Handball-Weltmeisterschaft der Frauen gezogen. Bereits am letzten Turniertag, an dem noch das Spiel um Platz drei und das Finale im niederländischen Rotterdam ausgetragen wurden, sprach DHB-Präsident Andreas Michelmann von „übererfüllten Erwartungen“ in allen Bereichen.
Großes Zuschauerinteresse an deutschen Spielorten
„Dass wir gute Gastgeber sein werden, hatte ich erwartet“, sagte der 66-Jährige und bezog sich dabei auf die „mit viel Liebe zum Detail“ organisierten Spiele in Stuttgart, Trier und Dortmund sowie auf das in seinen Augen sachkundige und sehr gastfreundliche Publikum. „Es ist immer wieder ein Phänomen, dass wir unsere Hallen nicht nur füllen, wenn wir selbst spielen“, sagte Michelmann.
Während in Rotterdam und ‘s-Hertogenbosch gleich mehrere Vor- und Hauptrundenspiele unter der Marke von 500 Zuschauern blieben, lag der Tiefstwert bei Partien in Deutschland bei 1523 Zuschauern, die in Trier das Vorrunden-Duell zwischen Angola und Kasachstan verfolgten.
Lob für Amtsvorgänger Bernhard Bauer aus Neckarsulm
„Es ist uns außerdem gelungen, unter dem Motto „Hands up for More“ gesellschaftliche Themen zu transportieren. In erster Linie war dies das Thema Sichtbarkeit in den verschiedenen Medien und insbesondere die TV-Diskussion“, sagte Michelmann. „Über gleiche Tagegelder und eine Rekordprämie redet es sich ganz anders, wenn Erfolge da sind und nicht nur theoretische Beträge ausgelobt werden.“
Michelmann, der dem Verband seit 2015 vorsteht, lobte in diesem Zusammenhang auch seinen Amtsvorgänger aus Neckarsulm: „Bereits mein Vorgänger Bernhard Bauer hat damit begonnen, den Frauen-Handball intensiv zu fördern. Aus meiner Erfahrung aus 28 Jahren Kommunalpolitik weiß ich, was es heißt, dicke Bretter zu bohren“, sagte der ehemalige Oberbürgermeister der Stadt Aschersleben in Sachsen-Anhalt. „Mir war klar, dass das eher ein längerer Weg sein wird, natürlich auch mit Rückschlägen.“
Verhandlungsposition von Bundestrainer Gaugisch hat sich verbessert
Aus sportlicher Sicht waren die Verbandserwartungen spätestens mit dem Halbfinal-Einzug, den Michelmann anders als Bundestrainer Markus Gaugisch und DHB-Sportvorstand Ingo Meckes stets offen gefordert hatte, erfüllt. Dies und die gute Perspektive dürften Markus Gaugisch auch wieder bessere Karten bei den im nächsten Jahr anstehenden Vertragsverhandlungen geben. Der Vertrag des 51-jährigen Bundestrainers läuft im nächsten Sommer aus.
„Wir haben einen klaren Fahrplan. Der ist gemeinsam abgestimmt, was auch gar nicht lange gedauert hat, weil wir dabei in die gleiche Richtung gegangen sind“, hatte Ingo Meckes der Heilbronner Stimme bereits vor Turnierbeginn verraten. „Diesen Fahrplan werden wir auch so befolgen – aber der bleibt zwischen uns.“
Auch wirtschaftlich sei die WM ein Erfolg, betonte Michelmann: „Ohne zu diesem Zeitpunkt genaue Zahlen zu nennen, sind auch unsere wirtschaftlichen Ziele übererfüllt in dem Sinne, dass die Zuschüsse für die Frauen-WM wahrscheinlich deutlich geringer ausfallen werden, als wir das geplant hatten.“




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