Finale verloren, Sympathien gewonnen: Handball-WM aus deutscher Sicht eine Erfolgsgeschichte
Den deutschen Handball-Frauen fehlt am Sonntag im Endspiel gegen Norwegen nur wenig zum ganz großen Coup. Als Gewinner können sich Mannschaft und Verband aber trotzdem fühlen, urteilt unser Autor.
Am Ende schimmerten die Medaillen um den Hälsen der deutschen Handballerinnen silbern statt golden, doch Abwehrexpertin Xenia Smits hatte recht, als sie mit Blick auf die DHB-Auswahl festhielt: „Diese Mannschaft ist Gold wert.“
Bundestrainer Markus Gaugisch und sein Co-Trainer Frederick Griesbach haben nicht nur 18 gute Handballerinnen, sondern vor allem eine starke Gruppe zu einer noch besseren Mannschaft geformt. Diese harmoniert auf dem Feld bestens und tritt auch im persönlichen Umgang den Fans freundlich, dem Nachwuchs nahbar und den Reportern stets gesprächsbereit gegenüber. In Kombination mit den tollen sportlichen Leistungen haben sich die Spielerinnen dadurch als beste Botschafterinnen ihres Sports und des Verbandes präsentiert.
WM-Silbermedaille der deutschen Handballerinnen hat Wurzeln in der Region Heilbronn
Zugleich kann sich auch der Handball in der Region ein ganz kleines bisschen als Vize-Weltmeister fühlen: der gebürtige Heilbronner Ingo Meckes als Sportvorstand, Frederick Griesbach als ehemaliger Spieler und Trainer des TSB Horkheim sowie in Nina Engel und Sarah Wachter zwei ehemalige Akteurinnen und in All-Star Antje Döll eine aktuelle Spielerin der Sport-Union Neckarsulm haben Wurzeln in der oder sportliche Verbindungen zur Region. Immer umwehte daher auch ein leichter Hauch von Unterland die Nationalmannschaft bei ihren Auftritten in Stuttgart, Dortmund und Rotterdam.

DHB muss Erfolgsgeschichte nach WM-Medaille nun fortschreiben
Weil die drei Spielstätten in Deutschland stets gut besucht waren und auch die Einschaltquoten stimmten, als die beiden Sender des öffentlich-rechtlichen Rundfunks vom Viertelfinale an auf den WM-Zug aufsprangen, war die Weltmeisterschaft aus deutscher Sicht eine große Erfolgsgeschichte.
Nun liegt es am Deutschen Handballbund, diese für den Frauen-Handball möglichst nachhaltig fortzuschreiben. Die für 2027 geplante Eröffnung der ersten Bundesstützpunkte für die Nachwuchsarbeit kann da nur ein erster Schritt sein.



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