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Vizekapitän Nils Maisel ist bei den Heilbronn Reds plötzlich der „Glue Guy“

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In veränderter Rolle hat Nils Maisel bei den TSG-Basketballern wieder zurück in die Spur gefunden; mit Trainer Goran Mijic tüftelt er aber noch an deren Ausgestaltung. Am Samstag soll in Göppingen der Klassenerhalt perfekt gemacht werden.

Trainer Goran Mijic (links) und seine Allzweckwaffe Nils Maisel durchlaufen in dieser Saison eine „neue Kennenlernphase“, wie es der Vizekapitän nennt.
Trainer Goran Mijic (links) und seine Allzweckwaffe Nils Maisel durchlaufen in dieser Saison eine „neue Kennenlernphase“, wie es der Vizekapitän nennt.  Foto: Berger, Mario

Hier ein Daumen nach oben, da ein Schulterklopfer, dort ein paar Worte des Lobes – Nils Maisel nimmt die Glückwünsche am vergangenen Sonntag auf den verschiedensten Wegen entgegen, während er im Nachgang des wichtigen 86:78-Erfolgs gegen den TSV Wieblingen zu erklären bemüht ist, warum es seine Heilbronn Reds erneut so spannend gemacht haben.

„Konstanz ist unsere absolute Schwäche in dieser Saison“, gesteht der 28-jährige Aufbauspieler. „In den Momenten, in denen wir gut spielen, spielen wir auch im Vergleich zu vergangenen Jahren so gut wie lange nicht. Aber die Tiefen, die sind auch noch deutlich tiefer.“ Maisel, der derzeit seine fünfte Saison im Trikot des Basketball-Regionalligisten spielt, kann es beurteilen.

Trainer Goran Mijic mahnt: „Keine dummen Sachen machen“

Dass der TSV Wieblingen trotz eines zwischenzeitlichen 20-Punkte-Vorsprungs in der Mörike-Halle noch verloren hat, liegt auch am 1,92-Meter-Mann. Zum dritten Mal in Folge hat Maisel zweistellig gepunktet, dazu eine makellose Freiwurfquote und ein gutes Auge für die Mitspieler gehabt.

Gelingt ihm all dies auch an diesem Samstag (20 Uhr) gegen die punktgleiche Lokomotive TS Göppingen, dürfte das für die Reds gleichbedeutend mit dem Klassenerhalt sein. „Wir dürfen einfach 40 Minuten lang keine dummen Sachen machen“, wiederholt Trainer Goran Mijic im Vorfeld sein Mantra der gesamten Saison, die für seine Mannschaft allgemein wie auch für Nils Maisel persönlich ein Auf und Ab ist – emotional wie tabellarisch.

Nils Maisel findet mit Selbstkritik und Flexibilität zu neuer Stärke

Dass der Point Guard zum dritten Mal in Folge zweistellig gepunktet hat, wäre in den vergangenen Spielzeiten kaum eine Notiz wert gewesen. Nils Maisel war die Konstante im Spiel der Reds: verlässlich, pressingresistent und meist Top-Scorer. In dieser Saison ist das anders. 11,2 Punkte pro Spiel sind sein niedrigster Wert der vergangenen vier Jahre.

„Natürlich ist es für mich eine durchwachsene Saison“, sagt Maisel selbstkritisch. Vor allem zu Beginn der Rückrunde ging er durch ein Leistungstief, was seine Mitspieler gegen die SG Mannheim, den SV Fellbach II und den USC Freiburg noch ausgleichen konnten. Gegen den USC Heidelberg II und und KKK Haiterbach gelang das nicht.


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Mit der Ankunft der Neuzugänge Marques Charlton und Arnau López im Sommer, die ebenfalls spielgestalterische Fähigkeiten mitbringen, hat sich Maisels Rolle verändert. Er ist nicht mehr unantastbar, die Konkurrenz ist größer geworden. „In den vergangenen Jahren hatte ich häufiger den Ball und auch mehr Verantwortung, um das Spiel zu lenken. Jetzt stopfe ich eher die Lücken und spiele dort, wo etwas fehlt. Mal spiele ich auf einer großen Position, mal bin ich dann aber doch wieder derjenige, der versucht, das Spiel zu organisieren“, beschreibt Nils Maisel seine neuen Aufgaben, die er aus persönlicher Sicht als „super interessant“ bezeichnet.

Erfolg der Mannschaft steht über dem eigenen Ego

„Glue Guy“, also eine Art „Klebstoff-Spieler“, der Lücken stopft, die Mannschaft zusammenhält und die Teamkollegen dadurch besser macht, heißt diese Rolle im Basketball-Jargon. „Das ist für mich aufgrund der Umstellungen zwar nicht immer einfach, macht aber Spaß“, sagt Maisel.

Ihm selbst und allen um ihn herum kommt dabei zugute, dass sich der 28-Jährige selbst nicht zu wichtig nimmt. Das eigene Ego zurückzustellen, sei für ihn kein Problem – weil die Atmosphäre innerhalb der Mannschaft stimme und die Konkurrenten Leistung bringen.


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In der fünften Saison gibt es eine neue Kennenlernphase mit dem Trainer

Was Nils Maisel hingegen auch in der Endphase der Saison noch zu schaffen macht, sind die Erwartungen seines Trainers: „Goran und ich haben so etwas wie eine neue Kennenlernphase“, sagt Maisel und lacht. „Wir müssen uns noch ein bisschen finden, wenn es darum geht, was er in welcher Situation von mir erwartet. Ich versuche ihn immer bestmöglich zu lesen und das zu machen, was ihm in einem bestimmten Moment wichtig ist.“ Am Samstagabend in Göppingen dürfte das Wichtigste ein Sieg sein. Mit Nils Maisel. Egal wo, egal wie.

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