Heilbronn Reds wollen ohne „Hero Ball“ durch den Saisonendspurt
Nur noch fünf Partien bleiben dem Heilbronner Regionalligisten um die nötigen Punkte für den Klassenerhalt zu sichern. Zwei Wege zum Erfolg hat man bei den Reds dafür ausgemacht.

Ihre mit 78:62 erfolgreich gekrönte Aufholjagd gegen die Hakro Merlins Crailsheim II tat den TSG Heilbronn Reds am vergangenen Sonntag richtig gut. Nicht nur mit Blick auf die Tabelle, sondern auch für das Selbstbewusstsein.
„Die Liga ist komisch. Aber wir sind ganz allgemein auf einem guten Weg. Und das Glück, was uns bei unseren Würfen gegen die Merlins anfangs gefehlt hat, wird auch in den anderen Spielen zurückkommen“, prophezeit Trainer Goran Mijic. Das „Komische“ an der Regionalliga ist in dieser Saison ihre Ausgeglichenheit: Hier kann wirklich jeder jeden schlagen und tut das in schöner Regelmäßigkeit auch.
Ausgerechnet die knappe Niederlage gegen KKK Haiterbach dient(e) als Mutmacher
So mag es auf dem Papier ein Vorteil für den VfL Kirchheim sein, als Tabellendritter mit zwei Punkten Vorsprung vier Plätze vor den Heilbronn Reds zu stehen. Ob der Unterschied am Samstagabend (19.30 Uhr) in der Sporthalle Alleenschule dann aber tatsächlich so klar ist, steht auf einem anderen Blatt. Dennoch weiß Mijic: „Dort ist es immer schwer. Ich glaube, in den elf Jahren, in denen ich hier Trainer bin, haben wir dort nur einmal gewonnen.“ Zuletzt im Oktober 2021 während der Aufstiegssaison der Reds in der Oberliga.
Als Mutmacher sieht der Heilbronner Trainer ausgerechnet das knapp mit 72:78 verlorene Heimspiel gegen KKK Haiterbach vor zwei Wochen. „Danach haben wir uns zusammengesetzt und ich habe den Jungs gesagt: ‚Die Niederlage ist ganz egal. Ihr müsst stolz auf euch und euer Spiel sein!‘“, erzählt Mijic nach Ansicht der Videobilder und Spielstatistiken.
24 Offensiv- und 17 Defensiv-Rebounds hatte seine Mannschaft verbucht, dazu Haiterbachs Angelos Avramidis, der pro Spiel im Durchschnitt mehr als 20 Punkte für die Gäste erzielt, weitgehend isoliert. 80 genommene Würfe zeugten zudem von genügend herausgespielten Chancen.
Mannschaftliche Geschlossenheit statt „Hero Ball“
„Solche Zahlen habe ich bei einer Niederlage noch nie gesehen“, bilanziert Mijic und signalisiert seinen Akteuren: Es gibt, allem eigenen Bemühen zum Trotz, Tage, an denen der Gegner besser ist. Das müsse man dann anerkennen und weiterarbeiten. Gegen KKK Haiterbach personifizierte US-Guard Herdie Lawrence diesen besseren Gegner. Seine neun getroffenen Dreier waren am Ende zwei zu viel.
Umso wichtiger war die Reaktion in der vergangenen Woche gegen die Merlins II, denn fünf Spiele vor dem Saisonende zählt jeder Sieg. „Wir sind immer dann erfolgreich, wenn wir kein ‚Hero Ball‘ spielen“, sagt Reds-Spielmacher Marques Charlton. Will heißen: wenn das mannschaftliche Spiel über individuellen Highlight-Momenten eines Einzelnen steht, fällt es leichter, zum Erfolg zu kommen.
Kommentare öffnen


Stimme.de
Kommentare