Charlton-Show nimmt Zauberern die Magie: Heilbronn Reds revanchieren sich bei Merlins Crailsheim II
Die Heilbronn Reds zwingen die Hakro Merlins Crailsheim II in einer überzeugenden zweiten Spielhälfte in die Knie. US-Spielmacher Marques Charlton glänzt dabei mit 32 Punkten und Treffsicherheit aus der Distanz.

Über die Deutlichkeit des Erfolgs waren am Ende selbst Trainer Goran Mijic und Team-Manager Matthias Götz ein wenig überrascht. Doch so zäh die erste Spielhälfte aus Sicht der TSG Heilbronn Reds am Sonntagnachmittag gegen die Hakro Merlins Crailsheim II auch gewesen war, so flüssig und spielfreudig lief es nach der Pause, so dass der 78:62 (32:37)-Erfolg des Regionalligisten nicht nur wichtig im Kampf um den Klassenerhalt, sondern auch verdient gewesen war.
„Es war ein schweres Spiel, obwohl bei den Crailsheimern eigentlich nichts dabei gewesen ist, was wir nicht erwartet hatten“, sagte Goran Mijic. „Aber wir haben anfangs auf ihr physisch starkes Spiel nicht gut reagiert und erst nach der Pause den Ball richtig laufen lassen.“
Trotz 16-Punkte-Sieg: Merlins Crailsheim gewinnen direkten Vergleich
Nach zwei Niederlagen in Folge und einer unterirdischen Leistung beim 76:92 im Hinspiel zeigten die Heilbronn Reds diesmal ein anderes Gesicht und spielten sich gegen die zweite Mannschaft des Hohenloher Zweitligisten mit zunehmender Spielzeit beinahe in einen Rausch. So wurde in der Mörike-Sporthalle aus Sicht der Gastgeber aus einem 21-Punkte-Rückstand noch ein 16-Punkte-Sieg. Einziger Wehrmutstropfen: den direkten Vergleich, der im engen Klassement noch eine Rolle spielen könnte, haben die Reds dennoch verloren. Die 14 mehr erzielten Punkte aus dem Hinspiel geben aufgrund der Punkt- und Korbverhältnisgleichheit den Ausschlag zugunsten der Merlins II.
Dennoch war die Stimmung bei den Reds gelöst. „Wenn wir in unseren Rhythmus finden, unsere Würfe treffen und dann auch mal einen zweistelligen Punkte-Vorsprung aufgebaut haben, bekommen wir ein Selbstvertrauen, das es dem Gegner schwer macht, uns zu stoppen“, versuchte sich Spielmacher Marques Charlton in einer Erklärung für die zwei Gesichter der Mannschaft. „Vorher, als unsere Würfe nicht gefallen sind und es ein wenig körperlicher zuging, haben wir nicht konsequent genug an unserem Spielplan festgehalten.“
Viel Heilbronner Stückwerk und ein 0:12-Lauf vor der Halbzeit
Die Reds hatten sich zu Beginn schwergetan. Zeit und Räume waren zwar da, doch die Würfe fanden ihren Weg nicht durch den Ring und Leichtsinnsfehler verkomplizierten die Punktejagd zusätzlich. Zwölf magere Zähler im Auftaktviertel und ein Neun-Punkte-Rückstand waren die Folge. Ähnlich wie die Gastgeber selbst, waren auch die Merlins II ohne Ball um frühen Druck bemüht. Dies hatte zur Folge, dass sich die Hohenloher defensiv geordnet hatten und den Reds gegen Ende ihrer Spielzüge die Zeit fehlte, um zu klaren Würfen zu kommen. Einen 12:0-Lauf der Gäste unmittelbar nach Beginn stoppte erst Goran Mijic mit einer Auszeit, doch es blieb im Spiel seines Teams vieles fehlerbehaftet, langsam, unglücklich oder gerade defensiv auch einfach zu zaghaft.
Erst kurz vor der Halbzeit meldeten sich die Gastgeber richtig im Spiel an: drei verwandelte Drei-Punkt-Würfe von Marques Charlton in den 80 Sekunden vor der Pausensirene brachten die Heilbronner wieder auf fünf Punkte in Schlagdistanz. Es war der Wendepunkt, der die Gastgeber nach 26 Spielminuten beim Stand von 50:48 schließlich erstmals in Führung brachte.

Basketball kann manchmal ganz einfach sein
Fast alles, was in dieser Phase bei den Reds zum Erfolg führte, war früher oder später durch die Hände von Marques Charlton gegangen. 18 Punkte erzielte der US-Amerikaner allein aus der Distanz. Sieben Minuten nach ihrer erstmaligen Führung lagen die Gastgeber dadurch bereits mit zehn Punkten in Front und ausgerechnet ihr chronisch schwaches Viertel nach der Pause war dank eines 27:15 zur Vorentscheidung geworden.
„Ich bin froh, dass wir die Qualität haben, um uns von solchen Rückständen zu erholen und zurückkommen können“, hob Charlton das Positive des Abends hervor. Ähnlich sah es auch sein Trainer: „Wir haben nach der Pause gar nicht so viel spektakulär anders gemacht“, verriet Goran Mijic, „aber ich habe den Jungs gesagt, dass es das Wichtigste ist, an sich selbst und die eigenen Würfe zu glauben.“ Manchmal ist Basketball eben ganz einfach.
TSG Heilbronn Reds: Klein (4), Schmitz (10), Charlton (32), Maisel (11), Milicevic (12); Hartig, López (7), Blank, Cibula (2), Çamdal.
Schiedsrichter: David Damjanovic/Mesut Aydogdu.
Zuschauer: 250.
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