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Herz allein reicht noch nicht zum Klassenerhalt: SG Schozach-Bottwartal unterliegt HC Erlangen

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Handball-Drittligist SG Schozach-Bottwartal verpasst durch eine Heimniederlage den vorzeitigen Klassenerhalt. Die Ausgangslage im Abstiegskampf hat sich für die Beilsteinerinnen dennoch leicht verbessert.

Torhüterin Samia Hornung übernahm ab der 25. Spielminute die Rolle zwischen den Pfosten von Jana Brausch und machte eine gute Partie. Zum Sieg reichte es für die SG Schozach-Bottwartal allerdings nicht.
Torhüterin Samia Hornung übernahm ab der 25. Spielminute die Rolle zwischen den Pfosten von Jana Brausch und machte eine gute Partie. Zum Sieg reichte es für die SG Schozach-Bottwartal allerdings nicht.  Foto: Kunz, Christiana

Es schien am Samstagabend alles schnell abgehakt. Mal wieder. Sicher, die Drittliga-Frauen der SG Schozach-Bottwartal hätten ihr Heimspiel gegen den HC Erlangen gerne gewonnen – nicht zuletzt, weil mit zwei Punkten der Klassenerhalt so gut wie sicher gewesen wäre. „Sie haben das Herz dazu auch auf dem Feld gelassen“, befand Trainer Michael Walter. Doch letztlich überlagerten eine zu schwache Chancenverwertung und viele Technische Fehler das große Herz der Gastgeberinnen und die SGSB unterlag verdient mit 32:36 (14:18).

Walter erkannte im Nachgang die Klasse des Gegners an, gab zu, das im Angriffsspiel seiner Mannschaft „nicht alles gefruchtet“ habe, was er sich im Vorfeld überlegt hatte, und räumte ebenfalls sein, die enorme Rückraum-Präsenz der Mittelfranken „so nicht auf dem Schirm gehabt“ zu haben.

Lethargie statt Euphorie: SGSB noch im Winterschlaf

Damit war dann aber auch mehr oder weniger alles gesagt. Richtige Euphorie wollte in der Langhanshalle zu keinem Zeitpunkt aufkommen, 130 Zuschauer waren ein magerer Wert und erneut lag, wie schon seit Wochen, ganz allgemein eine gewisse Lethargie über der Mannschaft. Als hätten Verletzungssorgen, sportliche Perspektivlosigkeit im Niemandsland der Tabelle und die wirtschaftlichen Turbulenzen im Hintergrund das gesamte Team nachhaltig gelähmt.


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Diverse Spielerinnen wie die am Samstagabend schwachen Hannah Hönig (VfL Waiblingen) und Aylin Bornhardt (Frisch Auf Göppingen), dazu die deutlich besser aufgelegten Paula Hofer (VfL Waiblingen) und Jana Brausch sowie Trainer Michael Walter (pausiert) werden den Verein am Saisonende verlassen, der Anschluss an die Top-Teams ist längst abgerissen, und für den Abstiegskampf ist die personell dezimierte Beilsteiner Mannschaft zu stark. Noch ist die Luft zwar nicht raus, neue hinein strömt aber auch nicht.

SG Schozach-Bottwartal verpasst mehrfach ersehnten Ausgleichstreffer

Engagiert war alles, was die zehnmalige Torschützin Paula Hofer, die präsente Carlotta Hees am Kreis und die meisten ihrer Teamkolleginnen zeigten, handballerisch gut war es jedoch nur bedingt. „In der zweiten Hälfte sind wir mit einer etwas breiteren Brust aufgetreten, verpassen aber den Anschluss“, hatte Michael Walter richtig erkannt.

Ob das Spiel aber tatsächlich noch mal eine andere Wendung genommen hätte, wenn Rechtsaußen Lea Thierer nach 36 Minuten zum 21:21 ausgeglichen und nicht neben das Erlangener Tor geworfen hätte? Fraglich. Bis zur 50. Spielminute hatte die SG Schozach-Bottwartal mehrfach Vier- und Fünf-Tore-Rückstände verkürzt, den Ausgleich aber dann doch nie geschafft. So blieb zu attestieren: Stets bemüht, aber zum dritten Mal in Folge ohne Erfolg geblieben.


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Schneckenrennen im Tabellenkeller der 3. Liga Süd

Dafür, dass Spiel und Niederlage schnell abgehakt zu sein schienen, trug auch die Konkurrenz bei. Denn Tabellenschlusslicht HCD Gröbenzell (7:29 Punkte) verlor zeitgleich und erwartungsgemäß bei der SG Kappelwindeck/Steinbach, die HSG St. Leon/Reilingen des künftigen SGSB-Trainers Daniel Weinheimer hatte spielfrei und verharrte damit bei 9:27 Zählern auf dem vorletzten Platz.

Weil mit dem TSV Haunstetten (10:26) und TuS Schutterwald (11:25) auch die anderen beiden hinter den Beilsteinerinnen platzierten Mannschaften ihre Begegnungen am 18. Spieltag verloren und die verbleibenden Chancen auf Zählbares bei nur noch vier zu absolvierenden Spielen weiter gesunken sind, stiegen zugleich die Chancen auf einen Klassenerhalt der Beilsteinerinnen.


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Beeinflusst die HB Ludwigsburg den Abstiegskampf?

Denn in der 3. Liga Süd dürfte es in dieser Saison bei zwei Absteigern − dem Tabellenelften und -zwölften − bleiben. Absteiger aus der 2. Bundesliga, die zur nächsten Saison in die Süd-Staffel der 3. Liga eingruppiert werden könnten, zeichnen sich nämlich nicht ab und Interesse an einem Aufstieg in die 2. Bundesliga haben darüber hinaus nur drei Vereine − keiner davon aus dem Süden − beim Deutschen Handballbund (DHB) und der Handball Bundesliga Frauen (HBF) angemeldet. Einzige offene Frage bleibt, ob die HB Ludwigsburg, die nach ihrer Insolvenz und dem feststehenden Abstieg aus der Bundesliga auch auf einen Lizenzantrag für die zweite Liga verzichtet hat, zur nächsten Spielzeit am Spielbetrieb der 3. Liga teilnehmen wird.

All das muss die SG Schozach-Bottwartal jedoch nicht mehr beschäftigen, sollten in den vier verbleibenden Spielen noch zwei Punkte herausspringen. „Ich gehe davon aus, dass die anderen Mannschaften nicht mehr als unsere 15 Punkte holen“, sagte Trainer Michael Walter und betonte: „Aber wir wollen das Ding ohnehin selber klar machen.“ Nächste Chance: am Samstagabend (18 Uhr) beim TSV Haunstetten.


SG Schozach-Bottwartal: Brausch, Krause, Hornung – Beh (1), Christel (5), Hees (5), Bornhardt (3), Hofer (10/2), Hönig (1); Siebert (3), Fiederer, Thierer (3), Dierolf (1).

Erfolgreichste Werferinnen HC Erlangen: Lotte Rothaug (8), Elena Beck (8/2).

Schiedsrichter: Christian Gebele/Timo Widmann.

Siebenmeter: SG Schozach-Bottwartal: 2/3; HC Erlangen: 2/4.

Zeitstrafen: 2/3.

Zuschauer: 130.

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