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Magen-Darm-Grippe

Norovirus-Welle nach Frühlingsfest: Welche Gastroentiritis-Erreger gibt es noch?

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Hunderte klagen nach einem Besuch auf dem Stuttgarter Frühlingsfest über Magen-Darm-Beschwerden. Vermutet wird, dass das Norovirus Grund für die Infektionswelle ist. Doch auch anderswo können Erreger lauern, die eine solche Gastroenteritis auslösen.

Neben Noroviren (das Bild zeigt ein Illustration des Virus) können auch noch viele weitere Erreger eine Magen-Darm-Infektion auslösen - Salmonellen zum Beispiel.
Neben Noroviren (das Bild zeigt ein Illustration des Virus) können auch noch viele weitere Erreger eine Magen-Darm-Infektion auslösen - Salmonellen zum Beispiel.  Foto: IMAGO/Stocktrek Images (www.imago-images.de)

Übelkeit, Erbrechen und Durchfall – nach einem Besuch auf dem Stuttgarter Frühlingsfest haben Hunderte über die heftigen Symptome einer Magen-Darm-Infektion geklagt. Einige Proben, die von Erkrankten abgegeben wurden, konnten bereits positiv auf das Norovirus getestet werden. Dabei handelt es sich um einen hochansteckenden Erreger, welcher sich unter anderem über die Tröpfcheninfektion überträgt.

Was vielen unter „Brechdurchfall“ oder „Magen-Darm-Grippe“ ein Begriff ist, wird in Fachkreisen auch Gastroenteritis genannt. Doch neben Noroviren gibt es noch viele weitere Viren, Bakterien und sogar Parasiten, die eine solche Gastroenteritis auslösen können – und sie lauern nicht nur auf dem Volksfest.

Viren, Bakterien und Parasiten: Vielzahl an Erregern verursacht Gastroenteritis-Symptome

Bei einer Gastroenteritis handelt es sich um eine Schleimhautentzündung des Magen-Darm-Traktes. Oftmals äußert sich dies laut „infektionsschutz.de“ durch folgende Symptome:

  • Zu Beginn vor allem Übelkeit
  • Erbrechen
  • (wässriger) Durchfall
  • Bauchschmerzen und -krämpfe
  • Blähungen
  • Fieber
  • Abgeschlagenheit und Schwäche
  • Schwindelgefühl

Der Begriff setzt sich zusammen aus den lateinischen Bezeichnungen für einen entzündeten Magen (Gastritis) und einen entzündeten Dünndarm (Enteritis). Häufig wird diese Erkrankung durch Viren hervorgerufen. Doch auch Bakterien und sogar Parasiten können die Ursache dafür sein. Welche Erreger gibt es also noch?

Noro-, Rota- und Adenoviren: Krankheitswelle oft durch Magen-Darm-Viren verursacht

Nach dem Ausbruch im Göckelesmaier-Festzelt auf dem Stuttgarter Frühlingsfest wird vermutet, dass sich die meisten Menschen mit dem hochansteckenden Norovirus infiziert haben. Dies kann über die Tröpfcheninfektion geschehen – wie es der Festwirt selbst vermutet – oder über kontaminierte Oberflächen auf verunreinigten Speisen. Wie die „Deutsche Familienversicherung“ erklärt, sei die sogenannte Schmierinfektion die wahrscheinlichste Option, mit einem der Erreger in Kontakt zu kommen.

Elektronenmikroskopische Aufnahme von Noroviren.
Elektronenmikroskopische Aufnahme von Noroviren.

Ein ähnlicher Übertragungsweg findet auch bei der Infektion mit den sogenannten Rota- und Adenoviren statt. Auch diese Erreger sind bekannt dafür, eine Gastroenteritis auszulösen. Die Symptome äußern sich dabei oftmals in ähnlicher Weise, auch wenn gilt, dass Rotaviren oftmals ein heftigeres Krankheitsbild auftritt als zum Beispiel bei der Infektion mit Noroviren. 

Generell gilt es zu beachten, dass Virus-Infektionen nicht mit einem Antibiotikum behandelt werden können. Allein deshalb lohnt sich ein Besuch beim Arzt, der dann eine entsprechende Probe nimmt, um den Erreger festzustellen. Außerdem unterliegt gerade das hochansteckende Norovirus einer amtlichen Meldepflicht, da es besonders in Gemeinschaftseinrichtungen schnell eine Infektionswelle auslösen kann. Besonders in Seniorenheimen kann dies auch zu größeren Problemen führen, denn gerade ältere, immunschwache Menschen können den Flüssigkeitsverlust oftmals kaum ausgleichen und müssen demnach für eine Infusion ins Krankenhaus. 

Verunreinigte Lebensmittel sorgen für Magen-Darm-Grippe: Salmonellen und Co. oft in tierischen Produkten enthalten

Doch neben den typischen Viren kann eine Gastroenteritis auch durch Bakterien hervorgerufen werden. Oftmals sind dann laut der „Deutschen Familienversicherung“ sogenannte Campylobacter-Bakterien, Salmonellen oder spezielle Escherichia coli-Bakterien Grund für die Gastroenteritis. Nicht selten werden derartige Keime auch vom Tieren auf den Menschen übertragen. Dazu zählen zum Beispiel Salmonellen oder EHEC (Enterohämorrhagische Escherichia coli).

Eine Ansteckung erfolgt somit vorrangig über verunreinigte Tierprodukte wie rohe Eier, die zum Beispiel in Mayonnaise oder Tiramisu verarbeitet wurden. Werden diese Nahrungsmittel nicht wie vorgeschrieben gekühlt, können sich die Erreger stark vermehren und Krankheiten auslösen. Wichtig ist es auch zu unterscheiden, ob einer Gastroenteritis eine Lebensmittelvergiftung zugrunde liegt. Dabei bilden die Bakterien Giftstoffe in den verdorbenen Speisen. Sollte dies der Fall sein, ist diese Gastroenteritis nicht ansteckend. 

Virale und bakterielle Erreger: Gastroenteritis sollte nach einigen Tagen wieder abklingen 

Egal welche Art der Infektion, in den meisten Fällen gilt es, die Krankheit schlichtweg auszusitzen. Oftmals klingen die mitunter heftigen Symptome nach etwa drei Tagen bis zu einer Woche wieder von allein ab, heißt es beim Robert Koch Institut (RKI). Genesene sollten jedoch auch weiterhin streng auf Hygiene achten. Eine Studie des RKI hatte gezeigt, dass die Keime auch noch über Wochen hinweg über den Stuhl ausgeschieden werden können. 

Amöbenart im Darm: Auch Parasiten können Gastroenteritis auslösen

In seltenen Fällen haben sich Gastroenteritis-Erkrankte auch einen Parasiten eingefangen. Dies sollte vor allem dann abgeklärt werden, wenn der Betroffene vorher aus tropischen und subtropischen Regionen zurückgekehrt ist. In vielen Fällen ist dann die Amöbenart Entamoeba histolytica Auslöser des Brechdurchfalls. 

 

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