500 Menschen brechen jeden Abend in der Eppinger Mevlana Moschee das Fasten
Im Ramadan fasten Muslime von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. In Eppingen kommen jeden Abend 500 Menschen zum gemeinsamen Iftar, dem Fastenbrechen, zusammen. Das Essen ist gratis und wird von Ehrenamtlichen zubereitet.

18.42 Uhr, 18.43 Uhr, 18:45 Uhr. Auf den Flyern, die bei der türkisch-islamischen Gemeinde zu Eppingen ausliegen, sind die Zeiten für das Fastenbrechen genau dokumentiert. Aktuell begehen Muslime weltweit den Ramadan. In den 29 Tagen essen und trinken die Gläubigen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nichts.
In der Mevlana-Moschee im Eppinger Industriegebiet nehmen sich die Muslime eine Dattel und einen Becher mit Wasser. Sie knien sich auf den Teppichboden des Gotteshauses und warten, bis der Zeitpunkt des Sonnenuntergangs gekommen ist. Pünktlich brechen Sie mit der Frucht und dem Wasser das Fasten.
Ramadan in Eppingen: Fastenbrechen und Gebet bei türkisch-islamischer Gemeinde
Nicht alle Muslime, die aus Eppingen und der Umgebung zur türkisch-islamischen Gemeinde gekommen sind, begehen den Iftar, also das Fastenbrechen, in der eigentlichen Moschee. Ein Großteil von ihnen sitzt im benachbarten Gemeindezentrum, in dem der Ruf zum Iftar, den ein Imam in der Moschee in klassisch singendem Ton spricht, über Lautsprecher abgespielt wird. Die Gläubigen im Gemeindezentrum brechen das Fasten direkt mit einer Mahlzeit. Manche von ihnen gehen danach zum Gebet in das Gotteshaus nebenan.
An die Wand im Gemeindezentrum werden die Namen derjenigen projiziert, die das heutige Essen gesponsert haben. Die Speisen sind für alle kostenlos. Finanziert werden sie von Familien der Gemeinde, die sich für einzelne Tage in eine Liste eintragen und dann für je 200 Euro für das Essen aufkommen. Gekocht wird es von Ehrenamtlichen.

Teilweise stünden die freiwilligen Köche ab 10 Uhr morgens in der Küche, sagt der Vorsitzende der türkisch-islamischen Gemeinde, Erkan Çetinkaya. 500 Menschen kämen täglich zum Fastenbrechen. Jeden Tag gebe es etwas anderes. Bleibt etwas übrig, wird das Essen, laut Çetinkaya, an Obdachlose oder Flüchtlingsunterkünfte gespendet. Dabei sei die Religion derjenigen, die davon profitieren, völlig egal.
Mevlana Moschee Eppingen: Ramadan mit Gemeinschaftsgefühl
Ramadan ist eine Zeit für Spenden, daher hängen auch im gesamten türkisch-islamischen Gemeindezentrum in Eppingen Plakate mit entsprechenden Aufrufen. „Im Ramadan sind Werte wie Verzicht, Dankbarkeit und Geduld wichtig“, sagt Yeşim Öztürk, die jeden Tag in Eppingen beim Fastenbrechen dabei ist. Auch Zusammenhalt und Gemeinschaft betont sie. Das bemerke man auch jeden Abend an der Atomsphäre beim Iftar, sagt sie. „Man kennt sich hier schon“, sagt Öztürk.
Die Gemeinde wachse, sagt Vorsitzender Erkan Çetinkaya. Daher kämen auch immer mehr Menschen zum täglichen Iftar im Ramadan. Bei den Teilnehmern des Fastenbrechens würde nicht darauf geachtet, ob Gemeindemitglied oder nicht, ob Muslim oder nicht – jeder sei willkommen.
Und tatsächlich hätten schon einige Nicht-Muslime den Iftar mal besucht, berichtet Çetinkaya. Vereine, aber zum Beispiel auch eine Partei, aus Eppingen und Umgebung hätten schon vorbeigeschaut.
Türkisch-islamische Gemeinde organisiert ein Sommerfest in Eppingen
An den Ramadan schließt das Zuckerfest an, das die meisten im Familienkreis feiern würden, sagt Erkan Çetinkaya. Für das Jahr plant die türkisch-islamische Gemeinde noch ihr Sommerfest.
Vom 7. bis 9. Juni sind alle Menschen aus Eppingen und Umgebung in Moschee und Gemeindezentrum eingeladen. Es gibt ein Programm mit Tanz und Musik.
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