Bauarbeiten an der B19: Kupferbrücken werden später fertig
Die Kupferbrücken an der B19 werden neu gebaut. Doch die Bauarbeiten nahe Kupferzell verzögern sich. Das hat Auswirkungen auf die folgende Sanierung von 2,5 Kilometern Bundesstraße durch Hohenlohe.

Auch wenn es im Vorbeifahren nicht jedem gleich ins Auge sticht: Bei den zwei Brücken-Neubauten über die Kupfersenke der Bundesstraße 19 zwischen Kupferzell und Gaisbach geht es voran. Die kleinere Brücke über die Kreisstraße von Kupferzell nach Ulrichsberg und Füßbach ist bereits im Rohbau fertig. Nun liefen die Arbeiten an der großen Brücke über die Kupfer und den Wirtschaftsweg zur Kläranlage, teilt das Regierungspräsidium Stuttgart (RP) als Bauträger auf Anfrage der Hohenloher Zeitung mit.
„Derzeit laufen die Bewehrungsarbeiten am südlichen Brückenwiderlager“, sagt Pressereferentin Andrea Panitz. Sprich: Jenes Stahlskelett wird gebaut, das nachher mit Beton ausgegossen wird und so einen Baukörper aus Stahlbeton ergibt. Das nördliche Widerlager sei fertig. Nachdem die südlichen Bewehrungen betoniert und ausgeschalt worden seien, würden die Fertigteile des Brückenüberbaus ab Mitte Mai versetzt. Die Bauarbeiten sollen laut RP voraussichtlich bis Ende September 2025 abgeschlossen sein.
B19-Sanierung in Hohenlohe wird später fertig – das ist der Grund
Das allerdings bedeutet bereits einen zeitlichen Verzug gegenüber der ursprünglichen Planung: Denn die Arbeiten in der Kupfersenke sollten eigentlich schon Anfang 2025 abgeschlossen werden, hatte das RP zu Beginn der Bauarbeiten im Herbst 2023 mitgeteilt – nun ist die Fertigstellung zum Ende des Sommers eingetaktet. Warum hat sich das Projekt verzögert? Das Regierungspräsidium nennt die ungünstige Witterung im Winter und eine aufwendigere Planung der Gründungsarbeiten an den Bohrpfählen der Kupferbrücke.
Der neue, verzögerte Zeitplan könne aber nach momentanem Stand eingehalten werden, wenn keine weiteren Probleme aufträten. Dafür hätten sich die Kosten reduziert: Zu Beginn wurden sie auf sechs Millionen Euro für beide Brücken und die derzeit genutzte Behelfsumfahrung taxiert, die sich durch die Kupfersenke schlängelt. Die aktuellste Kalkulation sieht noch rund 4,8 Millionen Euro vor – davon rund vier Millionen für die Brücken.

Verzögerung bei Brückenneubau auf Bundesstraße zwischen Kupferzell und Künzelsau
Ursprünglich wollte man bis Sommer 2025 einen ganzen Schritt weiter sein. Unmittelbar nach Fertigstellung der Brückenneubauten soll die Fahrbahndecke erneuert werden – auf 2,5 Kilometer zwischen der Rechbacher Kreuzung (K2372) und dem Abzweig nach Kupferzell und Belzhag (L1036). Die alte habe zu viele Schäden, begründet das RP. Für dieses Vorhaben hat das Regierungspräsidium den Zeitplan nun ganz einkassiert: Wann der neue Belag fertiggestellt sein werde, dafür könne man „keine konkreten Zeitpunkte“ nennen. Es fänden noch „Abstimmungen mit der Verkehrsbehörde“ statt. Nur eines ist klar: Wenn besagte Straßensanierung kommt, muss die Bundesstraße dafür komplett gesperrt werden.

B19-Sanierung in Hohenlohe: Warum Bohrproben aus der Straße genommen werden
So weit ist es noch nicht. Am 12. März haben die Vorarbeiten begonnen: Entlang der Strecke wurde der Asphalt aufgebohrt, um Proben zu entnehmen. Das RP will wissen, wie die einzelnen Schichten aufgebaut sind, welche Materialien verwendet wurden und wie der Asphalt insgesamt zusammengesetzt ist. Die Bohrkerne würden im Labor untersucht, um dies herauszufinden.
Offenbar soll die neue Straßendecke analog zur alten aufgebaut werden – und das Wissen, wie der Asphalt und Unterbau der Bundesstraße 19 einst geschichtet war, ist in der Zwischenzeit verloren gegangen. Die Untersuchung solle helfen, die Ausschreibung samt Kostenschätzung für die Sanierung zu erstellen. Wie hoch diese Kosten sein könnten, dazu äußert sich das RP noch nicht. Auch wie der alte Asphalt weiterverarbeitet werden kann, sollen die Bohrproben zeigen.
Vierspuriger Ausbau auf B19 durch Hohenlohe – "Streckenverlauf zwischen Gaisbach und Kupferzell ist ausreichend dimensioniert"
Eines ist mit dem Neubau der beiden Kupferbrücken klar: Der vom Hohenlohekreis seit langem geforderte vierspurige Ausbau der B19 auf 5,5 Kilometern von Gaisbach bis zur Autobahnanschlussstelle Kupferzell ist weiterhin kein Thema für das Land – so breit werden die neuen Brücken nämlich nicht. „Der Streckenverlauf zwischen Gaisbach und Kupferzell ist ausreichend dimensioniert, was sich auch durch die Wahl des Ausbau-Querschnitts der Kupferbrücke durch das Regierungspräsidium zeigt“, hatte Kreissprecher Sascha Sprenger im Juli 2024 mitgeteilt.
Bereits im Januar 2020 hatte der damalige Landrat Matthias Neth erklärt: Man wolle gewappnet sein, wenn die Türe eines Tages aufgestoßen wird. Deshalb habe er entschieden: Das Straßenbauamt des Hohenlohekreises plant die vollständige Vierspurigkeit schon einmal vor. In Abstimmung mit dem RP. Und mit eigenem Personal.
Weiterer Bauarbeiten an B19-Kreuzungen geplant
Klar ist: Zunächst werden nur die zwei neuralgischsten Knotenpunkte aufgeweitet – die Kreuzung bei Belzhag (vorrangig) und die Abzweigung zum Gewerbepark Hohenlohe (erst viel später im Zuge des A6-Ausbaus). An der Belzhager Kreuzung wird die Fahrbahn je 200 Meter nördlich und südlich der Kreuzung auf vier Spuren verbreitert. Da es Verzögerungen beim Grunderwerb gegeben habe, sei damit vor 2026 nicht zu rechnen, so Sprenger. Momentan werde die Entwurfsplanung abgeschlossen, so dass die Anhörung der Träger öffentlicher Belange im zweiten Quartal 2025 durchgeführt werden könne. Die Erstellung des landschaftspflegerischen Begleitplans laufe.
Immerhin: Die vom RP geplanten Asphaltarbeiten überschnitten sich nicht mit den vierspurigen Planungen des Kreises an dieser Kreuzung. Das beteuern sowohl Landratsamt wie auch RP. Es werde jetzt nichts asphaltiert, was vielleicht ein Jahr später wieder aufgerissen werde.
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