Staugeplagte B19-Kreuzung – Ausbau bei Kupferzell-Belzhag rückt offenbar in Reichweite
Seit Jahren streben die Verantwortlichen der Landkreisverwaltung die Verbreiterung der Hauptverkehrsachse zwischen Künzelsau-Gaisbach und dem Autobahn-Anschluss bei Kupferzell an. Wie ist der aktuelle Stand?

Wie geht’s weiter mit der B19? Seit vielen Jahren stockt – speziell morgens und zum Feierabend – der Verkehr auf der 5,5 Kilometer langen, stark befahrenen Achse zwischen der A6-Anschlussstelle Kupferzell und Künzelsau. Und seit fast ebenso vielen Jahren strebt der Landkreis den vierspurigen Ausbau jenes Abschnitts und zuvor wenigstens die Aufweitung der staugeplagten B19-Kreuzung bei Belzhag an.
Länger hat man allerdings nichts mehr gehört über die entsprechenden Pläne. Wie ist der aktuelle Stand – und wie läuft es bei der im Herbst 2023 begonnenen Erneuerung der zwei B19-Brücken in der Kupfersenke? Auf Stimme-Anfrage wird deutlich: Der vierspurige Ausbau des gesamten Abschnitts durch das Land ist weiterhin nicht in Sicht: „Der Streckenverlauf zwischen Gaisbach und Kupferzell ist ausreichend dimensioniert, was sich auch durch die Wahl des Ausbau-Querschnitts der Kupferbrücke durch das Regierungspräsidium zeigt“, teilt Kreissprecher Sascha Sprenger mit.
B19 bei Kupferzell: Ob das gesamte Teilstück vierspurig wird, steht in den Sternen
Zwischenzeitlich hatte der Kreis bekundet, mit eigenem Personal die Vierspurigkeit vorzuplanen. Davon ist nun zumindest in der jüngsten Antwort nicht mehr die Rede. Wenngleich man „langfristig“ weiterhin die komplette Vierspurigkeit anstrebe, arbeiten die Verantwortlichen des Kreises „momentan intensiv“ an der Aufweitung der zwei als neuralgisch für den Verkehrsfluss erkannten Knotenpunkte: die Kreuzung bei Belzhag sowie die Abzweigung zum Gewerbepark Hohenlohe, welche aber in der praktischen Umsetzung erst mit dem geplanten Ausbau der A6 in Angriff genommen werden kann.
Bei Belzhag soll die Fahrbahn jeweils 200 Meter nördlich und südlich der Kreuzung auf vier Spuren verbreitert werden. An der Ein- und Ausfahrt zum Gewerbepark soll die Straße noch länger vierspurig werden: vom A6-Anschluss über diese Kreuzung hinaus bis in Richtung des Abzweigs nach Hohebuch. So werde auch weiterhin geplant, sagt der Landkreis-Vertreter. Zunächst im Fokus liegt nun aber die Belzhager Kreuzung: „Die Entwurfsplanung steht vor dem Abschluss. Voraussetzung hierfür ist der abgeschlossene Grunderwerb.“
Letzte Verhandlungen zum Ankauf nötiger Flurstücke sind im Gange
Und genau jener präsentiert sich seit Langem schon äußerst diffizil und muss vonseiten der Behörde mit großem Fingerspitzengefühl geführt werden. Mittlerweile jedoch sei der Ankauf der Flurstücke „weit fortgeschritten“: Nurmehr „zwei Teilflächen“ befänden sich noch nicht im öffentlichen Besitz. Beide gehören einer einzigen Anliegerin. Wenn es gelingt, auch hier zu einem Abschluss zu kommen, könne anschließend rund anderthalb Jahre später mit der Aufweitung des Belzhager Nadelöhrs begonnen werden. Damit scheint klar: Vor 2026 wird es dort keinesfalls losgehen.
Nicht nur der Grunderwerb verzögert die Pläne: Das Vorhaben ist umstritten – 2022 musste das Landratsamt nach Kritik aus der Bürgerschaft seine Pläne modifizieren und die vorgesehene Länge der Linksabbiegespur reduzieren. Der Personalmangel macht die Situation nicht leichter: Zwischenzeitlich waren beim Straßenbauamt mehrere Stellen vakant. Und dann wäre da noch die Kochertalbahn: Käme die Reaktivierung, würde der Blick auf die Erweiterung der gesamten 5,5-Kilometer-Strecke womöglich nochmals ein anderer werden.

B19: Brücken-Bau zwischen Künzelsau und Kupferzell schreitet voran
Während in puncto Straßenverbreiterung manches hinter den Kulissen verborgen passiert, gibt es ganz sichtbare Fortschritte unterdessen beim Neubau der beiden Kupferbrücken: Nachdem jene bis Ende Februar – nach Einrichtung der sich markant durch die Senke schlängelnden Behelfsumfahrung – komplett abgerissen worden sind, wurden im Frühjahr die fürs Projekt nötigen Baugruben gefertigt. Die Sprecherin des Regierungspräsidiums Stuttgart, Andrea Panitz, teilt auf Nachfrage mit: „Im ersten Bauabschnitt wird das kleine Brückenbauwerk über die K 2371 hergestellt – und ab Herbst/Winter 2024 wird im zweiten Abschnitt mit dem Neubau der großen Kupferbrücke begonnen.“ Die Fundamente der kleineren Überführung über die Kreisstraße seien mittlerweile bereits betoniert worden. Momentan bereiten die Arbeiter dort jetzt die Widerlager für das Bauwerk vor.
Verzögerungen im Zeitplan soll es voraussichtlich nicht geben: „Der Fertigstellungstermin der Gesamtbaumaßnahme im Sommer 2025 wird nach derzeitigem Stand eingehalten“, kündigt die RP-Sprecherin an. Danach wird dann noch die Fahrbahnsanierung im Umfeld auf rund 2,5 Kilometern Länge der Bundesstraße erfolgen. Und noch weitere erfreuliche – und heuer seltene – News kommen aus der Landeshauptstadt: War in den Schätzungen bislang von sechs Millionen Euro an Gesamtkosten für die Brücken ausgegangen worden, hat man die Kalkulation nun nach unten angepasst: Nur noch etwa 4,8 Millionen Euro werden fällig – inklusive der Umfahrung.
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