Neue Raiba Hohenloher Land soll einige Zeit halten

Hohenlohe  Aus zwei mach eine: Für den Zusammenschluss der Raiffeisenbanken Kocher-Jagst und Bretzfeld-Neuenstein gibt es eine satte Mehrheit. Der Möglichkeit einer weiteren Fusion stehen die Mitglieder aber skeptisch gegenüber.

Von Ralf Reichert

Neue Raiba Hohenloher Land soll einige Zeit halten

Die Zentrale der Raiba Kocher-Jagst. Ingelfingen wird Sitz der neuen Bank.

Die neue Raiffeisenbank Hohenloher Land wird am 16. September ihren Betrieb aufnehmen. Die Vertreterversammlung der Raiba Bretzfeld-Neuenstein und die Generalversammlung der Raiba Kocher-Jagst haben in der vergangenen Woche mit 91,1 und 94,9 Prozent für die Fusion gestimmt. Das ist eine satte Mehrheit. Die HZ sprach mit einigen Mitgliedern.

Weitere Fusion vernünftig? Es gibt Zweifel

"Es hört sich sehr vernünftig an. Alles weitere wird sich zeigen", sagt Jochen Thalacker (31) aus Pfedelbach. "Nur der Name ist vielleicht blöd, könnte man schimpfen. Aber was soll einem schon Besseres einfallen?" Wer "bösartig" sein wolle, könne ihn als "Vorbereitung auf eine Fusion mit der Volksbank Hohenlohe" interpretieren. Dies sei ja in der Tat "nie ganz auszuschließen".

Ob es genauso "vernünftig" wäre wie der jetzige Zusammenschluss, da hat Thalacker so seine Zweifel: "Unsere Bank sollte weiterhin lokal verwurzelt sein mit Ansprechpartnern, die man kennt. Das ist extrem wichtig." Bei einer weiteren Fusion könnte dieser große Pluspunkt verloren gehen.

Manche finden, dass der neue Name passt

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Die Generalversammlung in Ingelfingen (unser Bild) stimmte mit 357:19 für den Zusammenschluss, die Vertreterversammlung in Neuenstein mit 184:18.

Fotos: Reichert

Als Cordula Haag (45) aus Neuenstein von der Fusion erfuhr, dachte sie: "Muss das sein?" Nachdem sie sich eingelesen hatte, "fand ich es okay". Ihre Erwartung? "Dass das Persönliche bestehen bleibt." Und der neue Name? "Ist gut. Ich bin Hohenloherin und stehe dazu. Der Name Bretzfeld-Neuenstein klang anfangs viel komischer. Daran habe ich mich erst gewöhnen müssen."

Auch Herbert Lutz (70) aus Niedernhall findet den neuen Namen "treffend". Und er war gleich positiv gestimmt, als die Nachricht die Runde machte. "Die Raiba Kocher-Jagst hat sich sehr gut eingeführt. Wenn sie sich weiterentwickeln kann - umso besser." Lutz ist überzeugt, dass die Bank "15 bis 20 Jahre hält". Sie habe jetzt eine Größe, mit der sie "durchaus konkurrenzfähig ist und im Kreditgeschäft mit anderen Banken mithalten kann".

Mancher findet die Fusion sehr zukunftsweisend

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Auch in Bretzfeld werden Vorstände der fusionierten Raiffeisenbank sitzen.

Für Gabriele Gundel (55) aus Ingelfingen ist die Fusion "sehr zukunftsweisend". Es sei wichtig, "dass wir hier weiter starke Raiffeisenbanken haben". Der Name Hohenloher Land gefällt ihr sehr gut, weil sich die Raiba damit "regional verortet und nicht mehr so sehr auf die einzelnen Ortschaften" - ohne ihre Nähe zu verlieren. Folgt eines Tages die Volks- und Raiffeisenbank Hohenlohe? "Ich bin nicht der Meinung, dass immer größer immer besser ist. Zwei genossenschaftliche Banken im Hohenlohekreis: Das ist schon etwas Besonderes und das verträgt es auch gut."

Megerle setzt Pointe in Neuenstein

Nach der Fusion ist vor der Fusion? Das Thema spielt also durchaus eine Rolle. Die Raiba Kocher-Jagst besteht seit 29. Juni 2001, die Raiba Bretzfeld-Neuenstein seit 17. April 2004. Jetzt werden sie eins. Bei der Vertreterversammlung am Mittwoch meldete sich ganz am Ende Roland Megerle (70) aus Neuenstein zu Wort. Ob man sich schon Gedanken mache, mit wem man als nächstes fusioniere, wollte er wissen - nachdem die Raiba Bretzfeld-Neuenstein 15 Jahre gehalten habe. "Gehen Sie davon aus, dass es genauso lange dauert", antwortete Aufsichtsratsvorsitzender Hans-Ulrich Vogtmann. "Mindestens."

 

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