Paar übernimmt Kinderdorf-Familie: Aus vier eigenen Kindern werden insgesamt elf
Daniel und Vanessa Allig aus Beilstein sind Eltern von vier Kindern. Als Ersatzeltern sind sie in Waldenburg für sieben weitere Kinder verantwortlich. Denn das Paar übernimmt dort das Albert-Schweizer-Kinderdorf.

Bisher war Beilstein ihr Lebensmittelpunkt, seit einem Vierteljahr ist es das Albert-Schweitzer-Kinderdorf in Waldenburg. Mit dem Abschluss ihres Umzugs in das Haus mit der Nummer 18 in der Margarethe-Gutöhrlein-Straße hat am 5. Juni für Daniel Allig (35), seine Frau Vanessa (32) und ihre vier Kinder im Alter von ein bis sechs Jahren im Albert-Schweizer-Kinderdorf in Waldenburg ein neues Kapitel ihrer Familiengeschichte begonnen.
Sie werden künftig Ersatzeltern für bis zu sieben Kinder sein, die im Kinderdorf untergebracht werden. Gemeinsam mit ihren eigenen Kindern – also bis zu elf jungen Rackern – bewohnen sie ein ganzes Haus auf dem Kinderdorf-Gelände.
Wie die beiden auf die Idee gekommen sind, Kinderdorf-Eltern in Waldenburg zu werden
„Wir haben vor eineinhalb Jahren vom Albert-Schweitzer-Kinderdorf gehört und haben uns als Hauseltern beworben“, berichtet Daniel Allig. Er ist Lehrer am Herzog-Christoph-Gymnasium in Beilstein, seine Frau Vanessa ist Erzieherin. „Wir hatten schon lange den Wunsch ins Kinderdorf zu gehen oder Pflegekinder aufzunehmen, weil wir Lust hatten, in großer Gemeinschaft zu leben“, erzählt Vanessa Allig.
Bei der Suche seien sie und ihr Mann auf das Waldenburger Kinderdorf gestoßen. Die Familie habe hospitiert und dabei gesehen, dass es den Kindern guttue. „Das Konzept und seine Umsetzung haben uns überzeugt, es bietet Chancen und Herausforderungen, wir glauben das Dorf ist gut für unsere Familie und die Entwicklung unserer Kinder“, meint Daniel Allig.
In dem Kinderdorf auf dem 2,5 Hektar großen Gelände am Ortsrand von Waldenburg leben 60 Kinder in acht Kinderdorffamilien. Jede Familie bewohnt ein eigenes großes Haus mit Garten. Zusammen bilden sie eine Dorfgemeinschaft. In Deutschland gibt es fünf Albert-Schweitzer-Kinderdörfer.
Neue Kinderdorf-Eltern in Waldenburg: Wie der Umzug lief
Nun bewohnt die sechsköpfige Familie eines der großen Häuser im Kinderdorf. Dort können sie in den nächsten Monaten sieben weitere Kinder im Alter zwischen zwei und fünf Jahren aufnehmen, im Rahmen der Jugendhilfe. „Das Haus wurde so eingerichtet, wie wir es uns gewünscht haben“, erzählt Vanessa Allig. Sie ist beim Kinderdorfverein als Mitarbeiterin fest angestellt.
Schon ab Mai habe die Familie ihren Umzug gut vorbereitet, in Beilstein die eigenen Möbel, Einrichtungsgegenstände und Spielsachen ausgewählt, die sie in die neue Heimat mitnehmen wollte. „Die übrige Möblierung, vor allem für die Zimmer der Kinder, die wir aufnehmen werden, und der Gemeinschaftsräume hat der Kinderdorfverein eingerichtet“, berichtet das neue Kinderdorf-Elternpaar. Beim Einrichten hätten auch die Omas und Opas geholfen. Ideal sei, dass der Kindergarten im Kinderdorf sei und es für den Schulbus zur Grundschule in Waldenburg eine Haltestelle gebe.
Neue Kinderdorf-Eltern: Was ihnen am Konzept in Waldenburg so gut gefällt
„Ich habe schon eine Freundin im Kindergarten“, erzählt die sechsjährige Elina, die älteste Tochter der Alligs. Die anderen drei Kinder Nelia, Janno und Niko fühlen sich im neuen Zuhause angesichts mehrerer Spielzimmer und der Spielmöglichkeiten im Garten sichtlich wohl. Dort warten nicht nur ein Sandkasten, eine „Matsch-Küche“ und eine Grillstelle auf die neuen Bewohner. Auf einem großen Trampolin hat die ganze Familie Spaß. Und die beiden Kuschel-Kaninchen Blacky und Bambam wollen gestreichelt werden.
„Die Idee gefällt uns, dass die Dorfbewohner in der Gemeinschaft voneinander profitieren und sich die Kinder gegenseitig besuchen“, erklärt Daniel. Es gebe viele gemeinsame Aktionen, wie Grillen oder Musizieren. Dabei hilft das Klavier mit Familiengeschichte von Daniels Oma. „Es gibt einen Musiklehrer im Dorf, weil Musik pädagogisch wertvoll ist“, sagt Hausmutter Vanessa.
Seit einem Monat lebt das erste Kind, das vom Jugendamt zugewiesen wurde, in der Familie. „Wir entscheiden mit, welches Kind nach Alter und Entwicklungsstand in unsere Familie hineinpasst“, erläutert Daniel Allig. Es gebe das Vierfache an Anfragen, sie kämen von Jugendhilfen bundesweit. „Wenn es passt, hoffen wir, dass unsere Dorffamilie bis zum Jahresende komplett ist“, so der Familienvater. „Wir haben noch viele Pläne“, ergänzt Hausmutter Vanessa.
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Kommentare
Günther Knapp am 07.09.2025 12:35 Uhr
Solche Eltern kann man nur beglückwünschen! Es ist schön, dass es Menschen gibt, die sehen wie schön es ist Kinder in unterschiedlichen Alterstufen um sich zu haben. Danke!