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Streit um Alt-Asphalt-Recycling
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Umstrittene Alt-Asphalt-Anlage in Kupferzell – Projekt Novorock ist gescheitert

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Deutschlands erste Anlage zur Entsorgung und teilweisen Wiederaufbereitung teerhaltigen Asphalts war in einem Kupferzeller Steinbruch geplant. Dieses Vorhaben soll jedoch nicht weiterverfolgt werden.

An einer Brücke in Braunsbach-Döttingen  hängt ein Protest-Banner der Bürgerinitiative gegen die Asphaltverwertungsanlage aus Rüblingen.
An einer Brücke in Braunsbach-Döttingen hängt ein Protest-Banner der Bürgerinitiative gegen die Asphaltverwertungsanlage aus Rüblingen.  Foto: Götz Greiner

Der Kupferzeller Steinbruch-Betreiber Paul Kleinknecht hat sich entschieden, das Projekt Novorock zu beenden. Die Planung für eine sogenannte „thermische Verwertung von teerhaltigem Straßenaufbruch“ im Steinbruch in Rüblingen soll nicht weiter zu verfolgt werden. Das teilt die Firma in einer Pressemitteilung mit.

Dies bedeute, dass Paul Kleinknecht die bereits erstellten Antragsunterlagen samt Gutachten nicht einreichen will und somit weder das Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz noch die Umweltverträglichkeitsprüfung stattfinden werden.

Umstrittene Alt-Asphalt-Anlage in Kupferzell: Das sind die Argumente der Gegner

Kritiker in den anliegenden Orten hatten dieses Alt-Asphalt-Recycling immer wieder als „Teerverbrennung“ bezeichnet, wenngleich diese Bezeichnung chemisch und physikalisch nicht ganz zutrifft. Eine Bürgerinitiative aus den umliegenden Ortschaften befürchtete Geruchsbelästigung, giftige Abgase und mehr Schwerlastverkehr durch diese Anlage, die in einem stillgelegten Teil des Rüblinger Steinbruchs entstehen sollte. „Novorock“ verfolgte eine neuartige Technologie, sollte bundesweit eine Vorreiterrolle einnehmen und eine der wenigen Anlagen in Baden-Württemberg sein, die auf Alt-Asphalt-Recycling spezialisiert ist.

In diesem Steinbruch hätte die Anlage für Alt-Asphalt-Recycling gebaut werden sollen.
In diesem Steinbruch hätte die Anlage für Alt-Asphalt-Recycling gebaut werden sollen.  Foto: privat

Der Steinbruch-Betreiber Paul Kleinknecht habe Kupferzells Bürgermeister Christoph Spieles am Mittwoch persönlich über diese Entscheidung informiert. Es sei Kleinknecht es ein besonderes Anliegen, Novorock nicht gegen den Willen der Kupferzeller Gemeindegremien fortzusetzen. Auch im Gemeinderat hatte es Stimmen des Unmuts gegeben, vor Sitzungsbeginn demonstrierten Gegner der Anlage. „Für uns hat die Wahrung des guten Verhältnisses zur Gemeinde Kupferzell höchste Priorität“, erklärt Martin Weiß, Geschäftsführer und Mitinhaber des Rohstoffunternehmens Paul Kleinknecht.

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Kleinknecht hält seinen Kritikern entgegen: Mit Novorock „wäre es erstmals möglich gewesen, Schadstoffe vollständig zu eliminieren und hochwertigen Schotter ressourcenschonend und energieautark zurückzugewinnen.“ Man habe die Bedenken gegen das Projekt „immer ernst genommen, sie waren jedoch unbegründet und konnten in der Sache entkräftet werden“, erläutert Martin Weiß und schließt: „Novorock wäre eine innovative und zukunftsweisende Lösung gewesen, die sehr gut zu dieser Region gepasst hätte.“

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