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Umstrittene Industrie-Anlage
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Gegen Alt-Apshalt-Recycling im Kupferzeller Steinbruch: Bürgermeister rufen Abgeordnete um Hilfe

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Die Bürgermeister von Braunsbach und Kupferzell tauschen sich mit Landtags- und Bundestagsabgeordneten aus und bitten sie, die geplante Alt-Asphalt-Anlage im Rüblinger Steinbruch zu verhindern.

Von Corinna Janßen
In Döttingen ist dieses Banner mit dem Wortlaut „Keine Teerverbrennungsanlage im Steinbruch Rüblingen“ am Geländer des Bachs angebracht. Streng genommen handelt es sich nicht direkt um Teerverbrennung: Manche Bestandteile des Teers werden verdampft und diese Gase verbrannt. Foto: Götz Greiner
In Döttingen ist dieses Banner mit dem Wortlaut „Keine Teerverbrennungsanlage im Steinbruch Rüblingen“ am Geländer des Bachs angebracht. Streng genommen handelt es sich nicht direkt um Teerverbrennung: Manche Bestandteile des Teers werden verdampft und diese Gase verbrannt. Foto: Götz Greiner  Foto: Götz Greiner

Was tut sich beim Projekt „Novorock“, einer geplanten Anlage zur Aufbereitung von teerhaltigem Straßenaufbruch im Steinbruch Rüblingen bei Kupferzell? Wie Braunsbachs Bürgermeister David Beck auf Anfrage mitteilt, haben er und sein Kupferzeller Kollege Christoph Spieles sich zwischenzeitlich mit den Bundestagsabgeordneten Kevin Leiser (SPD) und Valentin Abel (FDP) zum Informationsaustausch getroffen und ihre Standpunkte erläutert. Ein Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Arnulf von Eyb (CDU) stehe am 7. Februar an. In einer E-Mail „im Auftrag“ der beiden Landtagsabgeordneten Jutta Niemann und Catherine Kern (beide Grüne) habe es geheißen, dass sich diese derzeit mit dem Regierungspräsidium Stuttgart bezüglich des Projekts abstimmen würden.

Bürgermeister fordern „ernsthafte Prüfung“ von Standortalternativen 

Im November vergangenen Jahres hatten die beiden Bürgermeister eine gemeinsame Stellungnahme als „offenen Brief“ verfasst und diese an das Regierungspräsidium Stuttgart und an die Abgeordneten versandt. Unter anderem hieß es im Text: „Wir vertreten die Auffassung, dass es sich bei der geplanten Anlage um ein raumbedeutsames Projekt handelt.“ Angesichts der Rahmenbedingungen wurde für die vorgesehene Anlage ein Raumordnungsverfahren mit Raumverträglichkeitsprüfung gefordert, das eine „ernsthafte Prüfung von Standortalternativen im gesamten Entsorgungsraum Nordwürttemberg/Nordbaden umfasst“.

Explizit wurden die namentlich erwähnten Abgeordneten aufgefordert, „sich im Rahmen Ihrer Möglichkeiten intensiv mit diesem Vorhaben auseinanderzusetzen und im Sinne der hier wohnenden Bürgerinnen und Bürger uns bei unserer Forderung zu unterstützen“.

Ein Blick in den Steinbruch Rüblingen aus dem Jahr 2024
Ein Blick in den Steinbruch Rüblingen aus dem Jahr 2024  Foto: privat

Was eine Bürgerinitiative an dem Projekt im Steinbruch kritisiert

Eine Bürgerinitiative kämpft gegen das Pilotprojekt, bei dem alter Asphalt mittels Verbrennung in seine Bestandteile zerlegt und die dort beinhalteten Steine wieder verwertbar gemacht werden können. Die Bürgerinitiative „Keine Teerverbrennungsanlage im Steinbruch Rüblingen“ beklagt vor allem den hohen CO₂-Ausstoß der Anlage. 1,7 Tonnen pro Stunde gelangen bei dem vorgesehenen 24-Stunden-Betrieb in die Atmosphäre. Gesundheitliche Bedenken in Bezug auf den Ausstoß von Schadstoffen, wie den als krebserregend geltenden Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffe, wurden laut. Hier versichern die zukünftigen Betreiber, eine Kooperation der Paul Kleinknecht GmbH & Co. KG Kupferzell sowie der europaweit agierenden Strabag AG, jedoch, die Schadstoffe würden vollumfänglich gefiltert.

David Beck betont abschließend, dass Transparenz im Falle des Projektes „Novorock“ besonders wichtig sei. Und das gilt für ihn vor allem in Bezug auf das Genehmigungsverfahren im Regierungspräsidium. Wenn sich die Grünen-Abgeordneten mit den Entscheidungsträgern abstimmten, die betroffenen Kommunen jedoch keine Auskunft erhalten, sei das nicht zielführend.

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