Stimme+
„Grand Closing“

Aus für Kantine 26 in Schwäbisch Hall: Größter Club in Region Hohenlohe schließt

   | 
Lesezeit  2 Min
audio Anhören
Erfolgreich kopiert!

Im Jahr 2012 übernahm Steffen Knödler den früheren „NCO-Club“ in Schwäbisch Hall. Jetzt ist Schluss für die Kantine 26. Grund sind nicht nur die sinkenden Besucherzahlen.


Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Für viele in der Region Heilbronn und dem Hohenlohekreis war sie der Club für Partys, Konzerte und Festivals: die Kantine 26 im Schwäbisch Haller Teilort Hessental. Nach einem größeren Umbau trat sie ab 2013 die Nachfolge des legendären „NCO-Clubs“ an. Am Ostersonntag ist die „Final Rock-Show“, am 17. und 18. April wird ein letztes Mal in dem Club gefeiert: beim „Grand Closing“.

Aus für Kantine 26 in Schwäbisch Hall: Das sind die Gründe

Dass 2026 Schluss sein wird, stand bereits Ende 2025 fest, berichtet Steffen Knödler, der Inhaber des Clubs. Jetzt haben die Betreiber den konkreten Termin festgelegt – er sollte vor dem Sommer sein. Bereits vor einiger Zeit hatten sie sich entschieden, die Kantine 26 nur noch für bestimmte Veranstaltungen zu öffnen und den klassischen Club-Rhythmus zu kappen.

Warum schließt der Club? Es gibt mehrere Gründe. Zum Beispiel, dass der Betrieb kaum noch wirtschaftlich ist. „Es liegt nicht nur am Rückgang der Besucherzahlen“, sagt Knödler. Da habe es keinen krassen Kipp-Punkt gegeben. Aber 2018 und 2019 haben die Betreiber gemerkt: „Jetzt ist ein Peak überschritten.“ In der Folge gab es Gedanken, wie das Angebot geändert werden könne.

„Wir haben uns ja immer wieder neu erfunden. Und dann waren wir ruckzuck auf Null“, erinnert sich Knödler an die Corona-Zeit, der man hilflos ausgesetzt gewesen sei. „Dann dachten alle, das wird der Wahnsinn werden, wenn es wieder losgeht.“ Doch der neuerliche Run auf die Kantine 26 blieb aus – die Besucher und im Besonderen die Jugendlichen haben sich angepasst und „andere Dinge gefunden“.

Kantine 26 in Schwäbisch Hall schließt – Problem mit gestiegenen Kosten

Das sei ein Problem, mit dem die ganze Club-Landschaft zu kämpfen habe. Bei der Kantine 26 war die Herausforderung noch größer: „In dem Club brauchst du viele Gäste, damit Stimmung aufkommt.“ Doch dafür sei das Einzugsgebiet rund um Schwäbisch Hall aber schlichtweg zu klein. Hinzu kommt: Ob Gas oder Strom, Künstler oder Personal – die Kosten steigen „und dafür gibt es ja keine Alternativen“. Und als dickes Ende kam die Reform der Grundsteuer, „die ist von 700 auf 8000 Euro gestiegen“.


Mehr zum Thema


„Leidenschaftsprojekt“ beendet: Club Kantine 26 in Schwäbisch Hall schließt

Die Kantine 26 war ein Herzensprojekt von Steffen Knödler. Unter der Woche arbeitet er mit IT-Unternehmen. Das ist sein Hauptjob. Die Kantine 26 war für ihn aber auch ein „Leidenschaftsprojekt“. Im Guten wie im Schlechten. Denn wenn die Besucherströme nachlassen, fühlt man sich mies. Aber: Wenn so ein Club nur einen Betreiber hat und nicht weitergegeben werde, habe er eine „Lifetime – mit Anfang, Höhepunkt und Ende“, sagt er. „Alle zehn Jahre verschieben sich die Interessen, das ist schon alles gut so, wie es ist.“ Einen neuen Club aufzumachen – etwa in kleinerer Form – habe er nicht vor. Im Gegenteil. Auch in seinem regulären Job wolle er sich aus dem operativen Geschäft zurückziehen. 

Wie passiert mit dem Gebäude? Das ist noch unklar. Es gehört der Grundstücks- und Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Schwäbisch Hall. „Wir gestalten es mit der Stadt mit. Wenn es nach mir geht, soll es da weitergehen“, sagt Knödler. Das geht wohl vielen so – auch wenn die Besucherzahlen zuletzt gesunken sind.  

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben