Neues Abfallsystem in Heilbronn: Viel Ärger und Unsicherheit in den Sozialen Medien
Auf Facebook und Instagram reagieren Nutzer auf die neuen Mülltonnen und Abfallgebühren in Heilbronn. Einige ärgern sich über die Kosten, andere befürchten mehr illegalen Müll.
Ab 2026 ändert sich das Abfallsystem in der Stadt Heilbronn. Die jährlichen Abfallgebühren erheben die Entsorgungsbetriebe dann grundstücksbezogen. Für Rest- und Biomülltonnen gibt es neue Größen, ein Chipsystem löst Müllmarken ab und die Gebühren steigen teils kräftig. Nicht alle Heilbronner finden das neue Abfallsystem in Heilbronn gut, wie ein Blick in die Sozialen Medien zeigt.
Neues Abfallsystem für Heilbronn: Nutzer auf Sozialen Medien verärgert
Unter einem Instagram-Beitrag der Heilbronner Stimme zur Mülltonnen-Umstellung macht sich unter einigen Nutzern Ärger breit. „Von 42 Euro auf 116 Euro pro Jahr, hatte immer 40 Liter, jetzt bin ich gezwungen 60 Liter zu nehmen, als Single-Haushalt. Das ist einfach nur frech und unverschämt“, schreibt ein Nutzer. 2026 entfallen die Mülltonnengrößen mit 40 und 80 Litern Füllvermögen.
Viele verschiedene Behältergrößen sind sehr kostenintensiv, heißt es auf der Internetseite der Heilbronner Entsorgungsbetriebe. Das würde sich auch in den Gebühren jedes einzelnen niederschlagen. „Durch die Bereitstellung von 60- und 120-Liter-Behältern sowie die Möglichkeit einer bedarfsgerechten Leerungsanzahl, lässt sich der Wegfall der 80-Liter-Behälter ausgleichen“, steht dort außerdem.
Ein weiterer Instagram-Nutzer ärgert sich unter dem Beitrag der Heilbronner Stimme ebenfalls über die anstehende Umstellung, er habe eine Erhöhung über 150 Prozent. Das sei unverhältnismäßig und intransparent. Er plane den Verbraucherschutz einzuschalten und überlege, vor das Verwaltungsgericht zu gehen.
Geänderte Gebühren bei neuem Abfallsystem für Heilbronn 2026
Die Gebühren für Restmüllbehälter mit 60 Litern Volumen betragen 116,40 Euro im Jahr, inklusive zwölf Leerungen. Jede zusätzliche Leerung kostet 3,50 Euro. Auf Antrag kann für ein Grundstück, auf dem nur eine Person lebt, nur acht Mal im Jahr geleert werden. Die jährliche Gebühr beträgt dann 102,40 Euro. Bei einer Biotonne mit 60 Litern Volumen beträgt die jährliche Gebühr 34,80 Euro, inklusive 36 Leerungen pro Jahr.
Für Sperrmüllabfuhren, die Nutzung der Recyclinghöfe, Schadstoffsammlungen und die Containerstandorte für Altglas, Textilien und Grünabfälle entstehen keine zusätzlichen Gebühren.
Abfallsystem 2026: Neue Rest- und Biomülltonnen sorgen für Ärger
Unter einem Facebook-Beitrag der Heilbronner Stimme zum Austausch der Rest- und Biomülltonnen zeigen einzelne Nutzer auch Verständnis für das neue Abfallsystem. In einem Kommentar rechnet ein Nutzer für eine zweiwöchentliche Leerung einer 60 Liter Restmülltonne und einer 60 Liter Biotonne einen Betrag von 200 Euro aus. Dieses Jahr kostet diese Leistung 150 Euro.
Ein anderer Nutzer kommentiert daraufhin, dass der Preis bei einer ab 2026 standardmäßigen monatlichen Leerung gleich wie in diesem Jahr bleibe: „Also du hast es selbst in der Hand, entweder mehr Müll produzieren und 49 Euro zahlen. Oder aber sparen und die gleiche Gebühr wie 2025 zahlen.“ Ein weiterer Nutzer sieht das ähnlich: „Du sollst Müll sparen, also sparst du auch Geld.“ Ihm selbst reiche eine monatliche Leerung.
Auf einer Pressekonferenz der Stadt im Februar vergangenen Jahres erklärte Baubürgermeister Andreas Ringle: „Im Grunde wollen wir weitere Anreize zur Vermeidung und Trennung von Abfall schaffen.“
Rest- und Biomülltonnen mit elektronischem Chip für Heilbronn
Bis Ende 2025 sollen alle alten Behälter schrittweise gegen neue mit integriertem Chip ausgetauscht werden. Das elektronische Identifikationssystem macht es möglich, dass jede Tonne beim Entleeren über einen Transponder eindeutig erkennbar ist. Das Entsorgungsfahrzeug liest die Codenummer des Chips automatisch aus, die Leerung wird mit Datum und Uhrzeit im Bordcomputer dokumentiert.
Damit sind Gebührenmarken und Banderolen nicht mehr nötig. Das neue System mit elektronischem Chip soll zudem die Anzahl unberechtigter Leerungen, für die keine Gebühr gezahlt wurde, verringern, davon gingen die Entsorgungsbetriebe in der Pressekonferenz vergangenen Jahres aus.
„Ich freu mich schon, wenn dann Fremde meine Tonne füllen und ich die Mehrkosten dann auch noch tragen darf“, befürchtet eine Nutzerin auf Instagram. Die Heilbronner Entsorgungsbetriebe bieten dafür gegen eine einmalige Gebühr ein spezielles Schloss für die Restmülltonne an.
Neues Müllsystem 2026: Nutzer ärgern sich in den Sozialen Medien
Ein Nutzer ärgert sich bei Instagram über den Austausch der Tonnen. „Mich nervt, dass man hunderte tausend gute Mülltonnen, die heute im Einsatz sind, einfach jetzt nicht weiter nutzen darf, sondern jeder muss die neuen bestellen. Nachhaltig ist das nicht. Ich weiß, ich kann die Tonnen kostenlos beim Recyclinghof abgeben, aber die haben doch mein Geld gekostet.“
Auch wenn Gebühren für die Mülltonnen beziehungsweise deren Entleerung zu zahlen sind, wurde und wird die Tonne nicht von den Nutzern gekauft, sie ist das Eigentum der Entsorgungsbetriebe der Stadt Heilbronn. Die alten Rest- und Biomülltonnen plant die Stadt innerhalb des ersten Quartals 2026 abzuholen. Je nach Zustand sollen diese dann in anderen Einsatzgebieten verwendet werden oder recycelt und zu neuem Kunststoff verarbeitet werden.
Mülltonnen für Rest- und Bioabfall ab 2026 nicht mehr mit 40 und 80 Litern Volumen
Die Verteilung der Tonnen und die Abrechnung der Müllentsorgung erfolgt mit dem neuen System ausschließlich über Grundstückeigentümer, Betriebsinhaber und Hausverwaltungen.
Für große Wohneinheiten und Betriebe gibt es auch Behälter mit 660 und 1100 Litern Volumen, diese sind bereits mit einem elektronischen Chip ausgestattet und werden nicht ausgetauscht.
Angst vor illegalem Müll bei neuem Abfallsystem in Heilbronn 2026
Neben Ärger um die Kosten befürchten einige auch vermehrte illegale Müllablagerungen. Ein Nutzer schreibt auf Facebook etwa: „Na da freut sich der Straßenrand, Waldparkplatz als alternative Müllhalde.“ Ein Anderer: „Und viele schmeißen es in die Landschaft, weil sie sich einfach die Entsorgung nicht mehr leisten können.“
Auf Instagram schreibt eine Nutzerin: „Ist ja nicht so als hätte Heilbronn nicht eh schon ein Problem mit (illegaler) Müllentsorgung.“
Auch bei den Entsorgungsbetrieben laufen viele Fragen der Bürger ein, in einem Gespräch mit der Heilbronner Stimme erklären Sachgebietsleiterin Susanne Koch und Robert Kenst, kaufmännischer Leiter der Betriebe Hintergründe und Antworten auf die häufigsten Fragen.
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