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Bericht der Deutschen Umwelthilfe 

Platz 182 von 190: Rote Karte im Hitze-Check für Heilbronn

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Im aktuellen Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe kommt Heilbronn nicht gut weg. Auch in zwei neuen Kategorien kann die Stadt nicht punkten. Was laut DUH die Probleme sind.


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In Deutschland ist es heiß, und in den Städten ist es noch heißer. Wie heiß genau und wo es am schlimmsten ist, zeigt der aktuelle Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe (DUH), der am Donnerstagvormittag in Berlin vorgestellt wurde.

Zum zweiten Mal führt die DUH den Check durch und bewertet dabei die Faktoren Versiegelung sowie Grünvolumen (Kubikmeter Grün pro Quadratmeter Fläche). Zum ersten Mal werden in diesem Jahr außerdem der sogenannte Hitzebetroffenheitsindex (HBI) und die durchschnittliche Oberflächentemperatur während der Sommermonate ausgewertet. Von insgesamt 190 Städten erhalten 31 eine rote Gesamtbewertung – die schlechteste Kategorie –, 131 eine Gelbe und 28 eine Grüne Karte.

Heilbronn im Hitze-Check: Rote Karte in allen Kategorien

Heilbronn landet auf Platz 182 von 190, die Stadt erhält sowohl in der Gesamtbewertung als auch in jeder Einzelkategorie eine Rote Karte. Im Vergleich zum vergangenen Jahr hat sich bezüglich Versiegelung und Grünvolumen in der Stadt nichts verändert, die Werte liegen weiterhin bei 54,34 Prozent Versiegelung und 1,96 Kubikmeter Grün pro Quadratmeter Fläche.

Die durchschnittliche Oberflächentemperatur liegt bei 36,66 Grad, der Hitzebetroffenheitsindex bei 17,01. Das bedeutet konkret, dass 77,11 Prozent der Bevölkerung in Heilbronn überdurchschnittlich von Hitze betroffen sind, 22,66 Prozent durchschnittlich und nur 0,74 Prozent sind unterdurchschnittlich betroffen. 

„Die Steigerung der Klimaresilienz unserer Stadt ist für uns eine Herausforderung, an der wir intensiv arbeiten“, sagt Oliver Toellner, Leiter des Gründflächenamtes, mit Blick auf das Ranking. Deshalb freue man sich, dass man sich im Hitze-Check verbessert habe, „auch wenn wir es noch nicht geschafft haben, die Rote Karte abzulegen. Man stelle Entsiegelung und Begrünung in den Fokus, als Positivbeispiele nennt Toellner die Klimawäldchen am Wollhaus, an der Experimenta und an der Theresienwiese. „Priorität beim Ausbau der blau-grünen Infrastruktur für den natürlichen Klimaschutz hat dabei aber die am stärksten versiegelte Innenstadt“, so Toellner. Zwar hat sich Heilbronn in der Platzierung tatsächlich verbessert, letztes Jahr lag die Stadt noch auf dem vorletzten Platz – die Werte zu Entsiegelung und Grünflächen sind allerdings unverändert. 

Der Hitzebetroffenheitsindex (HBI) zeigt, wie stark die Bevölkerung in einer Stadt durch sommerliche Hitze betroffen ist. Er setzt sich aus den Faktoren Versiegelung, Grünvolumen, durchschnittliche Oberflächentemperatur während der Sommermonate sowie der Bevölkerungsdichte zusammen.

Heilbronn fällt im Hitze-Check erneut durch – und andere Städte in Baden-Württemberg?

Bundesweit sind mehr als zwölf Millionen Menschen in deutschen Städten an ihrem Wohnort extremer Hitze ausgesetzt. Besonders betroffen sind Städte in Süddeutschland. Am schlechtesten schneidet Mannheim im Hitze-Check ab, mit einer Oberflächentemperatur von 38,38 Grad und einem HBI von 18,61. Dahinter folgen Ludwigshafen am Rhein, Worms sowie Rüsselsheim am Main.

Die Landeshauptstadt platziert sich im hinteren Mittelfeld und erhält insgesamt eine gelbe Karte. In Stuttgart liegt der HBI bei 16,14, die Oberflächentemperatur bei 35,43 Grad und die Versiegelung bei 51,78 Prozent.

Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH sieht den diesjährigen Hitze-Check als „Alarmsignal“, der ein Weckruf für Kommunal, Landes- und Bundespolitik sein sollte. Sie fordert weiter, dass die Begrünung der Städte sowie der Erhalt von Bäumen dringend priorisiert werden müsste. 

Positivbeispiele: Wuppertal schneidet im Hitze-Check am besten ab

Doch es gibt auch Städte, die eine Grüne Karte bekommen. Dazu zählen Nordersteht in Schleswig-Holstein, Solingen und Oldenburg in Niedersachsen. Den besten Platz des Hitze-Checks belegt die Stadt Wuppertal, mit einem HBI von 13,53, einer Durchschnittstemperatur von 31,58 Grad sowie einer Versiegelung von 46,68 Prozent. In Wuppertal sind lediglich 29,57 Prozent der Menschen überdurchschnittlich von Hitze betroffen, 53,84 Prozent durchschnittlich und 16,59 Prozent unterdurchschnittlich. 

Die Stadt Heilbronn hatte auf die schlechte Platzierung – trotz der 48.000 Stadtbäume – im vergangenen Jahr verwundert reagiert. Man setze auf die dauerhafte Entsiegelung der Turmstraße sowie der Zehentgasse, mehr Grünvolumen solle geschaffen werden, hieß es als Reaktion im vergangenen Jahr. Nun wurden als Sofortmaßnahme gegen die Hitze Sonnensegel, Sonnenschirme eingesetzt. Außerdem sollen öffentliche Trinkbrunnen sowie Auffüll-Stationen die Bevölkerung mit Wasser versorgen. 

Gleichzeitig bewirbt sich die Stadt aktuell zum zweiten Mal um den Titel „European Green Capital“ für das Austragungsjahr 2027. Der Titel wird jedes Jahr von der EU-Kommission an eine europäische Hauptstadt verliehen, bewertet werden Umweltfaktoren wie Luftqualität oder Klimawandelanpassung. Bei der ersten Bewerbung im vergangenen Jahr erreichte Heilbronn das Finale und kam auf Platz zwei.




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