Tor zum Weinsberger Tal

Weinsberg  Kultur, Wein und Freizeitmöglichkeiten: Weinsberg hat ungewöhnlich viel zu bieten. In unser Serie "Guck a mol" stellen wir die Stadt vor.

Von Stefanie Pfäffle
Email

 

Staatsweingut, Klinikum am Weissenhof, Autobahnkreuz − es gibt tatsächlich viele Dinge, für die Weinsberg bekannt ist. Doch die Geschichte der treuen Weiber von Weinsberg, die 1140 mit einer List ihre Männer aus der besetzten Burg retteten und sie anschließend den Berg heruntertrugen, macht die Stadt weltberühmt. Sogar in Japan gibt es dazu ein Buch, im US-Städtchen Weinsberg einen entsprechenden Lauf. "Ich hab die Geschichte als Grundschüler in Nordrhein-Westfalen gelesen", erzählt Bürgermeister Stefan Thoma. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum Weinsberg immer weiter wächst.

Die treuen Weiber von Weinsberg und die Johanneskirche − zwei weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Wahrzeichen.

Seit den Gemeindereformen in den 1970ern gehören Weinsberg, Gellmersbach, Grantschen und Wimmental zusammen. Derzeit leben hier etwa 12.500 Einwohner − Tendenz steigend. "Wir könnten Bauplätze ohne Ende verkaufen, deswegen sind wir gerade auch in der Erschließung eines neuen Baugebiets", erklärt der Schultes. Die zentrale Lage als Tor zum Weinsberger Tal, verkehrsgünstig gelegen, mit Autobahn- und Stadtbahnanschluss in unmittelbarer Nähe zu Heilbronn weckt Begehrlichkeiten. "Wir haben eine supergute Infrastruktur." Ein großes Bildungszentrum, Stadtbücherei, eigene Musikschule, zwei Freibäder, eine sehr gute ärztliche Versorgung, Parks und nicht zuletzt ein aktiver Einzelhandel bieten städtische Strukturen auf, die für eine Gemeinde in der Größe eher ungewöhnlich sind. Ein besonderer Platz ist das Frankenhospiz, nur eine der zahlreichen sozialen Einrichtungen. Große Arbeitgeber wie das Klinikum ergänzen das Portfolio.

Bemerkenswert ist all dies auch, weil Weinsberg im Zweiten Weltkrieg nahezu vollständig zerstört wurde. Das sieht man dem Ort dank eines Wiederaufbaus mit Augenmaß nicht an. "Die Keller von damals stehen noch, die Führungen durch den Untergrund sind sehr interessant."

Die Weibertreu ist das Wahrzeichen der Stadt.

Tor zum Weinsberger Tal

Die rund 500 Jahre alte Weinsberger Baukelter hat in innen schmucke Veranstaltungsräume bekommen.

Über all dem thront die Burgruine Weibertreu, das Wahrzeichen der Stadt. Die sie aber nicht besitzt, sondern der Justinus-Kerner- und Frauenverein. Einen besseren Beleg als einen Verein, der sich ehrenamtlich um eine Ruine kümmert, kann sich Thoma nicht vorstellen. Wenn man die über 60 Vereine betrachtet, fällt auf, wie musikalisch die Stadt ist: Dort und in allen drei Teilorten finden sich zahlreiche Gesangs- und Musikformationen.

Tor zum Weinsberger Tal

Weinbau spielte schon immer eine große Rolle und tut es bis heute.

Justinus Kerner, die bedeutendste Persönlichkeit, war in Weinsberg Oberamtsarzt. Das original erhaltene Dichterhaus zeigt als Museum sein Schaffen und im Weibertreumuseum im Rathaus ist die Geschichte der Stadt zu erkunden. Der Theaterverein führt im Hof des 150 Jahre alten Staatsweinguts, das Weinsberg internationale Beachtung verschafft, Stücke auf und eine städtische Kulturreihe nutzt verschiedene, besondere Orte wie die Baukelter für ihre Veranstaltungen.

Viele Freizeitmöglichkeiten

Tor zum Weinsberger Tal

An Freizeitmöglichkeiten mangelt es nicht. Neben den beiden Freibädern gibt es einen Waldkletterpark, den ersten im Landkreis, zwei Bouleanlagen und das Sportzentrum Stämmlesbrunnen. Gefeiert wird hier regelmäßig, sei es beim großen Weibertreufest, dem sehr beliebten Diner en blanc oder auch dem Gassenfest in Grantschen und dem Hallenweindorf in Gellmersbach. Apropos Wein − der gibt der Stadt nicht umsonst ihren Namen. Der Weinbauverband hat hier seinen Sitz, die Weinbauschule ist die älteste Deutschlands, viele Familien leben von den Reben. "Wir sind stolz auf diese Kultur, die hier gehegt und gepflegt wird."

 


Kommentar hinzufügen