Vier Kommunen im Weinsberger Tal kooperieren beim Klimaschutz

Region  Weinsberg, Eberstadt, Ellhofen und Lehrensteinsfeld wollen einen Klimaschutzmanager beschäftigen. Einer der Ziele: Bis 2050 will der Gemeindeverwaltungsverband weitgehend treibhausgasneutral werden.

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Dachflächen für Photovoltaik zur Verfügung zu stellen, wie hier am Bildungszentrum in Weinsberg: Das ist ein Baustein von Kommunen in Sachen Klimaschutz.

Foto: Veigel

Seit fast 50 Jahren sind Weinsberg, Eberstadt, Ellhofen und Lehrensteinsfeld in Form des Gemeindeverwaltungsverbandes (GVV) "Raum Weinsberg" miteinander verbandelt. Die vier Kommunen teilen sich im GVV viele Aufgaben, zum Beispiel Jugendarbeit, Schulsozialarbeit, Vollzugsdienst oder Waldwirtschaft. Jetzt kommt eine weitere hinzu: Klimaschutz. Das hat die Verbandsversammlung einstimmig beschlossen. Damit das Ganze auf fachlich fundierten Beinen steht, soll ein Klimaschutzmanager eingestellt werden.

Kein Diskussionsbedarf

Diskussionsbedarf gibt es nicht bei der Verbandssitzung in der Ellhofener Gemeindehalle mit Vertretern aller vier Kommunen. Dass Klimaschutz wichtig ist, steht außer Frage. Fakt ist auch, dass Städte und Gemeinde sich engagieren müssen, um die Vorgaben von Land und Bund zu erfüllen. Ein Ziel sei zum Beispiel, bis 2050 weitgehend treibhausgasneutral zu werden, erläutert Verbandskämmerer Claus Ehmann.

Thema kann nicht nebenbei erledigt werden

Zwar wurde - etwa in Weinsberg - in der Vergangenheit schon einiges getan, was Klimaschutz und Nachhaltigkeit betrifft, wie Ehmann, der auch Kämmerer der Stadt Weinsberg ist, neulich im Gemeinderat vortrug (wir berichteten). "Wir kriegen es aber auf Dauer nicht gebacken, dieses wichtige Thema nebenbei zu machen", sagt Weinsbergs Bürgermeister und GVV-Vorsitzender Stefan Thoma in Ellhofen.

Die Amtskollegen Wolfgang Rapp aus Ellhofen, Stephan Franczak aus Eberstadt und Björn Steinbach aus Lehrensteinsfeld sehen das genauso und stimmen stellvertretend für ihre Kommunen dafür, den Verbandszweck um den Bereich Klimaschutz zu erweitern. Ein Klimaschutzmanager, so wie ihn bereits ein paar andere Kommunen im Landkreis Heilbronn haben, wird eingestellt, sobald die Förderzusage da ist: Der Bund bezuschusst derartige Stellen im Rahmen des Programmes "Klimaschutzkonzepte und Klimaschutzmanagement".

Kosten sind sehr überschaubar

Dadurch halten sich die Kosten für die Vollzeitstelle in sehr überschaubarem Rahmen: Von den geschätzten 74 000 Euro Personal- und Sachkosten pro Jahr entfallen laut Ehmann rund 10.500 Euro auf Weinsberg. Ellhofen ist mit 3100 Euro dabei, Eberstadt mit 2600 und Lehrensteinsfeld als kleinste Verbandsgemeinde mit 2200 Euro.

Hätten die drei kleineren GVV-Partner nicht mitgezogen, hätte Weinsberg den Klimaschutzmanager auch für sich alleine eingestellt. So hatte es der Gemeinderat der Weibertreustadt neulich beschlossen. Initiator für die neue Stelle war die ABW-Fraktion des Gremiums.

Aussicht auf Weiterbeschäftigung

Die Stelle ist auf zwei Jahre befristet, denn so lange ist der Förder-Bewilligungszeitraum. Es gibt aber wohl Folgeprogramme, und Ehmann empfiehlt, in der Stellenausschreibung eine Weiterbeschäftigung nach den zwei Jahren in Aussicht zu stellen. "Sonst ist der Klimaschutzmanager ja gleich wieder auf der Suche." So erhöhe man die Chance, "jemand Gutes zu bekommen. Der Markt könnte abgegrast sein." Denn die Kommunen des GVV werden nicht die einzigen sein, die vom Förderprogramm profitieren wollen. Eine Aufgabe des Fachmannes ist es, ein Klimaschutzkonzept zu erstellen und umzusetzen. Starten soll er zum 1. Januar 2022.

Die Verbandsbeschlüsse werden unter dem Vorbehalt der Zustimmung der jeweiligen Gemeinderäte getroffen. Denn Wolfgang Rapp aus Ellhofen gibt es offen zu: Er habe es "schlicht versemmelt, das Thema auf die Tagesordnung zu nehmen".

 


Anja Krezer

Anja Krezer

Autorin

Anja Krezer ist seit 1999 Redakteurin der Heilbronner Stimme. Sie berichtet hauptsächlich aus dem Weinsberger Tal. Außerdem liegt ihr das Thema Bildung/Schulen am Herzen.

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