Stimme+
Region
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Unmut über hohe Spritpreise wächst

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Die großen Preisunterschiede an den Tankstellen sind schwer zu erklären. Kaufland macht keine Angaben zur Preisgestaltung. Die Teuerung führt zu Lieferengpässen. Und wohin geht eigentlich das ganze Salatöl?

von Adrian Hoffmann , Christian Gleichauf und Carsten Friese

Die Spritpreise explodieren. Auf der Suche nach möglichst preiswertem Sprit nehmen Autofahrer auch in der Region inzwischen Staus an Tankstellen und weite Umwege für günstigere Preise in Kauf. Besonders drastisch ist die Situation an der Kaufland-Tankstelle in Neckarsulm. Zu Stoßzeiten warten Autofahrer mehr als eine halbe Stunde, bis sie die Zapfsäule erreichen.

Der Preisunterschied zwischen der Kaufland-Tankstelle und anderen Anbietern macht bei Diesel mitunter mehr als 30 Cent pro Liter aus. Die Schlange staut sich in diesen Tagen regelmäßig von der Rötel- bis in die Austraße. Warum Kaufland den Kraftstoff zu Preisen anbieten kann, dazu hält sich das Unternehmen bedeckt.


Mehr zum Thema

Stimme+
Region
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Diesel-Schock wirkt in vielen Branchen heftig


Die Frage, ob Kaufland mit Verlust verkauft, möchte auch der Mineralölverband En2X (früher MWV) nicht beantworten. "Wenn sich das Kartellamt nicht einschaltet, dann gehen wir davon aus, dass alles okay ist", sagt Sprecher Alexander von Gersdorff. Für die eigenen Mitglieder, die Markentankstellen, könne er jedenfalls sagen, dass sehr wenig bei den Betreibern hängen bleibt. Er gehe davon aus, dass vor allem die Raffinerien jetzt mehr verdienen - "nach mehrjähriger Durststrecke", wie er betont. Die hohe Nachfrage führe eben zu erhöhten Preisen. "Die Alternative wäre ein nicht mehr versorgter Markt."

Nicht nur den Spediteuren wird es zu viel

Die Spritpreise würden noch zu einem großen Problem werden, prophezeit der Fahrer eines Kühltransporters. Er steht am Freitagmorgen in der Autoschlange an der Kaufland-Tankstelle. "Lebensmittel verteuern sich", sagt er. "Und es kommt zu Lieferengpässen, weil sich für Spediteure das Geschäft nicht mehr lohnt." Das sei eine Abwärtsspirale. Innerhalb weniger Monate habe sich der Dieselpreis fast verdoppelt. "Das verdirbt einem die Lust am Fahren." Auch Bus- und Taxiunternehmen stehen unter Druck.

 


Mehr zum Thema


Salatöl in den Tank?

Beim ADAC Württemberg stellt man fest, dass die Nachfrage nach Biobenzin E10 stark steige. Grundsätzlich sei das Betanken von Fahrzeugen ab Baujahr 2012 unproblematisch möglich, sagt Sprecher Julian Häußler. Man spreche sich allerdings strikt gegen die Beimischung von Salatöl zu Diesel aus, so der Sprecher weiter.

Immer wieder taucht derzeit in sozialen Medien die Frage auf, ob diese Vermischung möglich ist. Häußler geht aber nicht davon aus, dass der teilweise Ausverkauf von Speiseölen in Supermärkten damit zusammenhängt. Laut ADAC kann das Tanken von Salatöl negative Folgen auf die Lebensdauer eines modernen Motors haben, auch älteren Motoren schade es auf Dauer.

 


Mehr zum Thema

Nach dem russischen Militärangriff auf die Ukraine könnten die Energie- und Kraftstoffpreise noch weiter steigen.
Stimme+
Meinung
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Dieser Krieg muss enden


Ruf nach Entlastung

Die extrem gestiegenen Preise für Benzin und vor allem Diesel belasten Handwerker, Taxifahrer, Bauern oder auch Busanbieter in der Region Heilbronn und in Hohenlohe stark. Wenn der Preissprung bis zum Jahresende anhalte, rechnen die Heilbronner Stadtwerke bei den Stadtbussen mit über 500 000 Euro Mehrkosten. Handwerker denken darüber nach, Fahrtkostenpauschalen zu erhöhen. Betroffene sehen angesichts der hohen Belastung in erster Linie den Bund in der Pflicht, über Steuerentlastungen beim Benzinpreis oder der Mehrwertsteuer den starken Preissprung abzumildern. 

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben