Städte müssen Pläne vorlegen: Heizen ohne Öl und Gas
Bis Ende des Jahres müssen 104 große Städte im Land eine kommunale Wärmeplanung vorlegen und aufzeigen, wie Gebäude bis 2040 klimaneutral beheizt werden können. In der Region haben sich auch Kommunen auf den Weg gemacht, für die eine Planung nicht verpflichtend ist.

Die Uhr tickt, und die Aufgabe ist immens. Als erstes Bundesland hatte Baden-Württemberg die großen Kreisstädte und Stadtkreise verpflichtet, bis Ende 2023 einen Wärmeplan zu erstellen. Nach Informationen des Landes sind 100 weitere Gemeinden freiwillig mit im Boot. Eppingen gehört als Große Kreisstadt mit mehr als 20.000 Einwohnern zu den Pflicht-Städten. "Das ist eine gute Geschichte für uns", sagt Bürgermeister Peter Thalmann.
Viele Städte beauftragen Fachbüros
Die Stadt hat ein Fachbüro beauftragt, das derzeit den Status Quo und den künftigen Bedarf ermittelt. Eine große Rolle werden Wärmezentralen spielen, die Nah- und Fernwärmenetze speisen. Zwei gibt es in der Kraichgaustadt schon. Eine weitere, befeuert mit Holzhackschnitzeln, ist geplant.
Die Stadt Heilbronn hat im Frühjahr 2022 ihre Wärmeplanung in Auftrag gegeben. Im März soll der Gemeinderat einen Zwischenbericht erhalten. "Die Wärmeplanung ist 2023 eines der Schwerpunktthemen der Stabsstelle Klimaschutz", teilt das Rathaus mit. Heilbronn hat einen Masterplan verabschiedet und will 2035 klimaneutral sein. Eine "Top-Maßnahme" sei dabei, Nah- und Fernwärmenetze so zu entwickeln, dass sie ohne fossile Brennstoffe auskommen.
Viele Städte haben hauptamtliche Klimaschutzbeauftragte instaliert - so auch Bad Rappenau. André Göldenboth hat Ende 2022 ein 190 Seiten starkes Konzept vorgelegt, in dem er fragt: "Wo macht es Sinn, dass Kommunen Klimaschutz betreiben?" Und: "Was ist personell und finanziell umsetzbar?" Acht Handlungsfelder für mehr Klimaschutz hat er definiert: von erneuerbaren Energien über Mobilität bis zum klimafreundlichen Lebensstil.
Das Thema Wärme hat die Stadt Neckarsulm bereits seit längerem auf dem Schirm. Der Wärmeplan ist Bestandteil eines Klimaschutzkonzepts, das der Gemeinderat beschlossen hat, informiert Sprecher Andreas Bracht. Bald beschäftige sich das Gremium auch noch gesondert in einem Workshop damit. Herauskommen soll ein Konzept mit konkreten Maßnahmen.
Künzelsau arbeitet mit Nachbarn zusammen
Die Hohenloher Kreisstadt Künzelsau hat sich entschlossen, die kommunale Wärmeplanung auf freiwilliger Basis ebenfalls umzusetzen. Und zwar im sogenannten Konvoi, also interkommunal. Waldenburg und Kupferzell entscheiden voraussichtlich in ihren nächsten Gemeinderatssitzungen, ob sie sich Künzelsau anschließen.
Maximal 60.000 Euro an Förderung können Konvois vom Land für die Wärmeplanung erhalten. Für die Stadt Künzelsau sei die Wärmeplanung ein weiterer Baustein auf dem Weg zur klimapositiven Verwaltung und klimaneutralen Kommune, betont Christoph Bobrich, Amtsleiter für Nachhaltige Entwicklung und Bürgerbeteiligung. Beides sind Ziele, die man sich in der sogenannten Strategie 2030 gesetzt hat. Konkrete Projekte habe man noch nicht im Blick, dafür müsse man zunächst die Analyse abwarten. "Biomasse sehen wir aber stark", sagt Bobrich. Zudem sei das Thema Abwärme interessant, allein durch den Gewerbepark Hohenlohe.
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