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Künzelsau will Energiefresser Wärme Einhalt gebieten

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Die kommunale Wärmeplanung soll den Weg zu klimaneutralem Heizen aufzeigen. Wie das genau aussehen soll und warum Künzelsau freiwillig teilnimmt.

Abwärme, etwa aus der Industrieproduktion, ist ein Baustein, mit dem eine klimafreundliche Wärmeerzeugung möglich werden soll.
Abwärme, etwa aus der Industrieproduktion, ist ein Baustein, mit dem eine klimafreundliche Wärmeerzeugung möglich werden soll.  Foto: Kunz

Die Erzeugung von Wärme - sei es für Wasser, für Räume oder in der Industrie - ist mit einem hohen Energieaufwand verbunden. Allein den Wärmebedarf zu verringern, reicht aber nicht aus, um beim Klimaschutz und Sparen von CO2 weiterzukommen. Mit der kommunalen Wärmeplanung strebt die baden-württembergische Landesregierung deshalb eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2040 an.

Interkommunal im Konvoi

Was bedeutet das? Große Kreisstädte und Städte mit mehr als 20.000 Einwohnern sind verpflichtet, einen Fahrplan zu erstellen, wie dieses Ziel unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten erreicht werden kann. Dieser Wärmeplan muss bis Ende dieses Jahres vorliegen. Im Hohenlohekreis trifft das nur auf Öhringen zu.


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Doch die Kreisstadt Künzelsau hat sich entschlossen, die kommunale Wärmeplanung auf freiwilliger Basis ebenfalls umzusetzen. Und zwar im sogenannten Konvoi, also interkommunal. Waldenburg und Kupferzell entscheiden voraussichtlich in ihren nächsten Gemeinderatssitzungen, ob sie sich Künzelsau anschließen.

Auch für weitere interessierte Kommunen sei man offen, "es gibt keine Begrenzung", sagt Christoph Bobrich, Leiter des Amts für Nachhaltige Entwicklung und Bürgerbeteiligung. Ähnliche Pläne haben auch Niedernhall, Weißbach und Forchtenberg, die einen Konvoi unter Führung von Niedernhall gebildet haben. Maximal 60.000 Euro an Förderung können die jeweiligen Konvois vom Land für die Wärmeplanung erhalten.

Wichtige Fragen, die im Prozess geklärt werden müssen, stellt Joachim Schröder, Leiter des Klima-Zentrums Hohenlohekreis, im Künzelsauer Gemeinderat vor. So geht es um Überlegungen wie: Wo können welche erneuerbaren Energien genutzt werden? Welche Abwärme-Quellen - also etwa Industriebetriebe - gibt es? Wo sind Heizzentralen denkbar? Gibt es Quartiere, wo der Ausbau von Wärmenetzen sinnvoll ist? Oder auch: Wie kann man künftig Neubaugebiete und Gewerbegebiete klimaneutral versorgen?

Um diese Fragen anzugehen, bedarf es zunächst einer Bestandsanalyse. Also einer Erhebung des aktuellen Wärmebedarfs und Wärmeverbrauchs, inklusive Informationen zu den vorhandenen Gebäudetypen und deren Alter. Ebenso muss die bisherige Wärme-Infrastruktur, zum Beispiel das bestehende Gasnetz, dokumentiert werden.

 


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Wärmestrategie und Maßnahmenkatalog

In einem weiteren Schritt, erklärt Joachim Schröder, folgt die sogenannte Potenzialanalyse. Der Blick richtet sich also nach vorne und Energiesparmöglichkeiten sowie die Möglichkeiten, erneuerbare Energien und Abwärme zu forcieren, werden untersucht. Danach soll das Zielszenario entwickelt werden. Dazu gehört eine Beschreibung der benötigten künftigen Versorgungsstruktur im Jahr 2040 mit einem Zwischenziel für 2030. Ganz am Ende soll die kommunale Wärmestrategie mit Maßnahmenkatalog stehen.

Für die Stadt Künzelsau sei die freiwillige kommunale Wärmeplanung ein weiterer Baustein auf dem Weg zur klimapositiven Verwaltung und klimaneutralen Kommune, betont Christoph Bobrich. Beides sind Ziele, die man sich in der sogenannten Strategie 2030 gesetzt hat. Konkrete Maßnahmen habe man noch nicht im Blick, die man umsetzen werde, dafür müsse man die Analyse abwarten. "Biomasse sehen wir aber stark", sagt Bobrich. Zudem sei das Thema Abwärme interessant, allein durch den Gewerbepark Hohenlohe. Deshalb passe auch die angestrebte Kooperation mit Kupferzell und Waldenburg gut, mit denen man sich den Gewerbepark teilt. "Ein größeres Aktionsgebiet ist ohnehin von Vorteil", so Bobrich.

 


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Fassen Kupferzell und Waldenburg den Beschluss, sich Künzelsau anzuschließen, müssen die Kommunen dies in einem nächsten Schritt in einen Kooperationsvertrag fassen und einen Konvoiführer festlegen. Diese Aufgabe möchte die Stadt Künzelsau übernehmen, erklärt Joachim Schröder. Ihr obliegt dann auch, die Fördermittel zu beantragen. Ist das geregelt, kann der Auftrag für die Bestandsanalyse vergeben werden.

 

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