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Weitere Gebäude kommen ans Netz: Heilbronn setzt mit Fernwärme Zeichen für den Klimaschutz

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Die Stadt Heilbronn lässt weitere kommunale Gebäude ans Fernwärmenetz anschließen. Bürgermeister Ringle spricht von einer "Top-Maßnahme" im Klimaschutz-Masterplan.

Die Stadt Heilbronn setzt ein weiteres Zeichen für den Klimaschutz und schließt zusätzlich sechs kommunale Gebäude ans Fernwärmenetz an. Statt mit der eigenen Gasheizung werden die Gebäude künftig mit Fernwärme aus dem Netz der HNVG (Heilbronner Versorgungs GmbH) beheizt. Einem entsprechenden Vorschlag der Verwaltung stimmte am Dienstag der Bau- und Umweltausschuss des Gemeinderates zu.

eichzeitig gaben die Stadträte einstimmig 350.000 Euro für Hausanschlüsse, Wärmetauscherstationen und die jeweilige Einbindung in die Gebäude frei. Den größeren Teil der Investitionskosten für die Erweiterung des Fernwärmenetzes bezahlt die kommunale Energietochter HNVG.


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Bei den Gebäuden handelt es sich um die Rosenauschule, Kindergarten Bergstraße, Wilhelm-Waiblinger-Haus, in dem das Quartierszentrum Bahnhofsvorstadt an der Schützenstraße untergebracht ist, und drei Wohn- und Geschäftshäuser an der Allee und an der Straße Am Wollhaus. In allen Gebäuden sind die bestehenden Gaskessel im Schnitt 30 Jahre alt, sodass eine Modernisierung dringend anstehe, heißt es in der Ratsvorlage.

"Mit dem Anschluss ans Fernwärmenetz greifen wir eine Top-Maßnahme aus unserem Klimaschutz-Masterplan auf und reduzieren den Kohlendioxid-Ausstoß dieser Gebäude", erklärte Bürgermeister Andreas Ringle. Der Anschluss bringe mehrere Vorteile mit sich: Es entfalle die Investition in neue Heizungsanlagen. Auch die künftigen technischen Unterhaltskosten würden sich reduzieren.

Die Kilowattstunde (kWh) Fernwärme sei im Vergleich zu Erdgas zwar teurer, aktuell etwa 25 Prozent. "Dafür ist ihre CO2-Bilanz deutlich besser", erläuterte Ringle. Während Erdgas mit etwa 250 g/kWh bewertet werde, habe die Fernwärme der HNVG einen CO2-Emissionsfaktor von weniger als der Hälfte, nämlich rund 120 g/kWh. "Die Fernwärme ist im verdichteten innerstädtischen Gebäudebestand eine Option zur klimafreundlichen Versorgung, da dezentrale Lösungen hier oftmals nicht umsetzbar sind", erläutert Bernd Isenmann als Energiemanager der Stadt Heilbronn in einer Pressemitteilung.

Neun Kilometer Fernwärenetz

Das Fernwärmenetz der HNVG erstreckt sich mit rund neun Kilometer Länge in der Innenstadt. Dieses wurde bereits umfassend modernisiert und von Dampf auf Heißwasserbetrieb umgestellt. Gespeist wird das Netz unter anderem aus zwei mit Biomethan und Deponiegas betriebenen Blockheizkraftwerken.

Mit der erzeugten Wärme können rund 1000 Haushalte versorgt werden. Ziel ist es, bis zum Jahr 2035 die fossilfreie Nah- und Fernwärmeversorgung um 16 Prozent anzuheben. Bisher wird ungefähr ein Viertel der städtischen Gebäudefläche mit Fernwärme beheizt, darunter vor allem die Schulen in der Kernstadt sowie das Rathaus und das Technische Rathaus.

Rückenstärkung von Stadträten

Die Stadträte begrüßten die Maßnahme einstimmig. Die Stadt müsse bei der Reduzierung von Treibhausgasen eine Vorbildfunktion einnehmen, betonte Susanne Schnepf (CDU). Fernwärme sei dabei ein großer Schritt in Richtung Klimaneutralität, befand Ulrike Morschheuser (Grüne), die sich wie Gottfried Friz (FDP) versichern ließ, dass auch private Haushalte an das Netz angeschlossen werden könnten.

Große Gebäude, nicht nur kommunale, könnten hier wie eine Initialzündung wirken, sagte Ringle sinngemäß. Michael Seher (AfD) erfuhr von ihm auf Anfrage: "Das Ausfallrisiko ist sehr klein." Und Harald Pfeifer (SPD) konstatierte, die Umstellung auf Fernwärme sei ökologisch und auf Dauer auch ökonomisch sinnvoll.

 
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