Stimme+
Berlin/Region
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Preissteigerungen belasten die Verbraucher

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Die deutlich gestiegenen Kosten für Lebensmittel und Energie treffen die Menschen hart. So hat sich die Zahl der Tafel-Kunden teils verdoppelt. Unterdessen wird der Ruf nach politischer Hilfe lauter.

Die Inflation in Deutschland ist im Juni leicht gesunken.
Die Inflation in Deutschland ist im Juni leicht gesunken.  Foto: Christoph Soeder (dpa)

Das Leben in Deutschland wird immer teurer, die steigende Inflation wird für viele Verbraucher zu einer großen Belastung. Im Mai lag die Teuerung in Deutschland bei 7,9 Prozent und damit so hoch wie zuletzt während der Ölkrise 1973/74. Vor allem steigen als Folge des Krieges in der Ukraine die Preise für Energie. Die Bürger mussten im Mai 38,3 Prozent mehr für Energie bezahlen als noch vor Jahresfrist. Doch auch zahlreiche Lebensmittel wurden zuletzt immer teurer.

Das bestätigt ein Preisvergleich der Heilbronner Stimme in regionalen Supermärkten. Die Redaktion hat die Preise für zehn Grundnahrungsmittel Mitte März und Mitte Juni verglichen. Ergebnis: Die meisten Produkte kosten jetzt teils deutlich mehr als noch vor drei Monaten. So kostete Butter bei Aldi am 18. März 1,65 Euro und am 14. Juni 2,29 Euro – das ist ein Aufschlag von 38,8 Prozent. Auch bei Lidl und Kaufland (jeweils plus 32,7 Prozent), bei Rewe (plus 28,7 Prozent) und Edeka (plus 10,1 Prozent) hat der Butterpreis angezogen.


Mehr zum Thema

Lebensmittel liegen in einem Einkaufswagen. Lebensmittel, Energie und Kraftstoffe haben sich deutlich verteuert, die Einkommen können mit der Preisentwicklung aber nicht Schritt halten.
Stimme+
Region
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Preischeck in den Supermärkten der Region: Es wird noch teurer


Kriegsbedingte Preissteigerungen

Das gilt in geringerem Umfang auch für Milch, Toastbrot, Joghurt und Spaghetti. Ein Ausreißer stellt Sonnenblumenöl dar, dass im Frühjahr kriegsbedingt häufig ausverkauft war. Bei Rewe und Lidl kostet eine Flasche Thomy-Sonnenblumenöl jetzt 5,49 Euro nach 2,99 Euro im März – ein Aufschlag von 83,6 Prozent. Bei Kaufland und Aldi verteuerte sich das Sonnenblumenöl um 60,2 Prozent auf 3,99 Euro. Stabil blieben die Preise dagegen bei Gouda am Stück, Kaffee und Mehl. Entlastung an der Preisfront ist nicht in Sicht. Die Bundesbank erwartet für das Gesamtjahr eine Inflationsrate von 7,1 Prozent. Das Ifo-Institut rechnet mit einer Teuerung von 6,8 Prozent, das Institut für Weltwirtschaft in Kiel mit 7,4 Prozent.

 

Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Einstellungen anpassen

 

Dass die Situation derzeit für einen großen Teil der Bevölkerung schwierig ist, beobachtet Stefan Schneider, Vorsitzender der Liga der freien Wohlfahrtspflege Heilbronn. „Aus Mitgefühl und Solidarität gegenüber der Ukraine sind die Menschen bereit, einiges auszuhalten“, sagt der Caritas-Regionalleiter. „Aber die Preissteigerungen müssen ein Stück weit ein Ende haben.“ Es sei erforderlich, dass sich die Politik etwas einfallen lasse wie etwa eine Mehrwertsteuerkürzung. Bis zu zehn Prozent mehr Anfragen wegen finanzieller Nöte verzeichnet die Caritas Heilbronn-Hohenlohe. „Die Menschen brauchen starke Nerven und eine hohe Widerstandsfähigkeit.“


Mehr zum Thema


Tafeln in Sorge

Das gilt auch für die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Heilbronner Tafel, die auf Lebensmittel-Spenden der Discounter angewiesen sind. Sie geraten teils in Konflikte mit Kunden, die schimpfen, weil es an Ware mangelt. „Wir werden inzwischen von der Politik oftmals als Grundversorger angesehen, dabei sind wir nur Unterstützer“, sagt Marco Schönberger, stellvertretender Tafel-Chef. In Stoßzeiten warten Bedürftige bis zu zwei Stunden vor der Tür auf Einlass. 

Die Zahl der Tafel-Kunden hat sich teils verdoppelt. In den Außenstellen der Heilbronner Tafel, die karitativ vom Diakonischen Werk betrieben wird, kaufen statt zuvor 30, 40 Menschen jetzt täglich bis zu 70 Personen ein.


Mehr zum Thema

Sollen Bürgerinnen und Bürger künftig noch weiter entlastet werden?
Stimme+
Meinung
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Stabile Preise sind systemrelevant


Keine Entspannung bei den Spritpreisen

Auch an der Tankstelle ist nicht damit zu rechnen, dass die Spritpreise in den nächsten Tagen wieder sinken. Die Ölpreise sind am Donnerstag nach der überraschend kräftigen Leitzinserhöhung der US-Notenbank gestiegen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 118,91 US-Dollar – 40 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 60 Cent auf 115,91 Dollar. 


Mehr zum Thema

Mit Start des Tankrabatts fielen die Spritpreise in Heilbronn unter die Zwei-Euro-Marke. Eine Woche später zeigt sich: Trotz Tankrabatt bleiben die Preise für Kraftstoff hoch.
Stimme+
Tankrabatt
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Kaum sinkende Spritpreise geben Rätsel auf


 

 

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben