Meinung
Lesezeichen setzen Merken

Stabile Preise sind systemrelevant

Die Kostenspirale gefährdet die Gesellschaft. Sie muss beendet werden, fordert unser Autor.

Wolfgang Müller
  |    | 
Lesezeit 1 Min

Inflation und explodierende Preise sind der Stoff, aus dem handfeste Staatskrisen gemacht sind. Teile der gesellschaftlichen Mittelschicht rutschen in atemberaubendem Tempo in die Abhängigkeit staatlicher Stütze oder ehrenamtlicher Hilfen ab. Und für diejenigen, die bisher mehr schlecht als recht über die Runden gekommen sind, reicht das Geld vorne und hinten nicht mehr, um sich auch nur mit dem Nötigsten einzudecken. Wie oft kann man einen Cent herumdrehen, bevor man ihn ausgibt?

Die europäische Sicherheitsordnung und damit auch die Stabilität der westlichen Welt insgesamt hängen natürlich vom Verlauf des Krieges in der Ukraine ab. Aber eben nicht nur. Stabile Preise sind systemrelevant. Weil sie Bürger nicht haufenweise ins Abseits stellen und es Demagogen und Rattenfängern schwerer machen, Menschen gegen demokratische Grundordnungen aufzuwiegeln.

Eine durchschnittliche Teuerungsrate von knapp acht Prozent im Mai sorgt für gesellschaftliche Verschiebungen. Umso mehr, als Energiekosten und mitunter Grundnahrungsmittel deutlich darüber liegen. Die Folge: Die Tafeln erleben einen beispiellosen Ansturm von Menschen, die stundenlang anstehen, um dort einzukaufen.

Die Bundesregierung muss ein zielführendes Konzept entwickeln, um die Preisspirale zu beenden. Dafür ist aber auch Solidarität gefragt. Und zwar nicht nur von Helfern in Tafeln und caritativen Einrichtungen. Sondern gerade von denen, die Steuererleichterungen an Verbraucher weitergeben könnten, anstatt sich öffentliche Gelder in die eigenen Taschen zu stecken.

Kommentar hinzufügen
Kommentar hinzufügen
Kommentare werden geladen
  Nach oben