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Ärztlicher Bereitschaftsdienst 

Notfallpraxis: Landkreis Heilbronn nicht zuständig

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Die Schließungen in Brackenheim und Möckmühl rufen immer noch Kritik vor allem an der Kassenärztlichen Vereinigung hervor. Eine integrierte Notaufnahme im Heilbronner Gesundbrunnen ist im Gespräch. 

Gegen die Schließung der Notfallpraxis Brackenheim hatte es massiven Protest gegeben.
Gegen die Schließung der Notfallpraxis Brackenheim hatte es massiven Protest gegeben.  Foto: Seidel, Ralf

Am SLK-Klinikum am Gesundbrunnen in Heilbronn gibt es eine Allgemeine Notfallpraxis, die Montag bis Freitag von 18:00 bis 22:00 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 9:00 bis 22:00 Uhr geöffnet ist. Damit soll der Ärztliche Bereitschaftsdienst abgedeckt werden. Auch am Klinikum am Plattenwald in Bad Friedrichshall hat eine solche Praxis am Wochenende und an Feiertagen von 8:00 bis 22:00 Uhr geöffnet, im Hohenloher Krankenhaus Öhringen von 9:00 bis 19:00 Uhr. 

Bis November 2025 gab es in Brackenheim eine Notfallpraxis. An der Schließung von insgesamt 18 Standorten, unter anderem auch in Möckmühl, hat es heftige Kritik gegeben. Nun hat Landrat Norbert Heuser im Sozialausschuss des Kreistages noch einmal klar gestellt: „Der Landkreis ist dafür nicht zuständig.“

Ambulante Versorgung an den Standorten Möckmühl und Brackenheim

Zwar habe es im Jahr 2016 einen Beschluss gegeben, dass „die ambulante Versorgung an den Standorten Möckmühl und Brackenheim als Gegenstand des Betriebszwecks in den Gesellschaftsvertrag der SLKKliniken GmbH aufgenommen wird“. Damit habe man aber die Aufgabe des Ärztlichen Bereitschaftsdiensts nicht übernommen, betonte der Landrat nach Sichtung der zehn Jahre zurückliegenden Beschlüsse. 

Zuständig sei die Ärzteschaft und damit die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW). Man habe „viele Gespräche geführt und so ziemlich alles probiert“, rechtfertigte der Landrat die Bemühungen, die letztlich keinen Erfolg gebracht haben. „Viel mehr kann man nicht machen.“ 

Notaufnahme im Klinikum Gesundbrunnen oft überlastet

Das Angebot im Klinikum Gesundbrunnen sei ausgeweitet worden. Für eine Integrierte Notaufnahme „laufen intensive Gespräche“, so der Landrat. Das Personal sei oft überlastet, die Wartezeiten lang, vor allem für „nicht richtige Notfälle“, wie Kreisrat Timo Wolf (FWV) betonte. „Daher wäre ein hausärztlicher Gemeinschaftstresen am Gesundbrunnen sinnvoll.“ 

Die Kritik richtete sich vor allem an die KVBW, die für den Ärztlichen Bereitschaftsdienst zuständig ist. „Wir haben viel Machtlosigkeit und Verzweiflung erlebt“, so der Arzt und Kreisrat Peter Trunzer (SPD). „Die KVBW gehört abgeschafft!“ Man habe „zu wenige niedergelassene Ärzte“, kritisierte Carola Wolle (AfD) die Vergabe von Arztsitzen. 

Nach Schließungen in Möckmühl und Brackenheim: Wo fahren die Patienten hin?

Bei der Vergabe, erläutert KVBW-Sprecher Kai Sonntag auf Nachfrage der Heilbronner Stimme, sei es „politischer Wille, dass die Zahl der Arztsitze begrenzt wird. Es kann also keine Rede davon sein, dass die KV die Vergabe von Facharztsitzen restriktiv handhabt, es gibt vielmehr restriktive gesetzliche Regelungen.“ Der Ärztliche Bereitschaftsdienst sei in der Region gewährleistet. 

Aber mit langen Fahrwegen: Ob nun Patienten aus Brackenheim nach Bietigheim, aus dem Kraichgau nach Sinsheim, oder von Möckmühl aus nach Mosbach fahren, das wisse man nicht, so Jutta Layher (CDU). „Die Verbesserung der Versorgung muss messbar sein“, stellte Michael Preusch (CDU) fest. „Für alles andere haben wir kein Geld.“ 

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