SLK-Kliniken Heilbronn befürworten Reform – weniger Andrang in der Notaufnahme
Die Heilbronner SLK-Kliniken bereiten sich auf die geplante Notfallreform des Bundes vor. Vieles ist noch in der Schwebe, aber eines ist bereits jetzt absehbar: Baumaßnahmen wären nötig, um mehr Platz zu schaffen.
Lange Wartezeiten, überlastetes Personal: Die Regierung will die Notfallversorgung in Deutschland von Grund auf erneuern. Die geplante Notfallreform des Bundes sieht unter anderem vor, die telefonische Beratung unter der Rufnummer 116 117 auszubauen. Kernelement ist die Einrichtung von integrierten Notfallzentren (INZ). Dort sollen die Notaufnahmen der Kliniken sowie die kassenärztlichen Bereitschaftsdienste gebündelt werden. Ein gemeinsamer Tresen soll Patienten als erste Anlaufstelle dienen – das Fachpersonal vor Ort entscheidet, ob es an die Notaufnahme oder die Bereitschaftspraxis verweist.
Die SLK-Kliniken rechnen damit, dass die Standorte am Gesundbrunnen in Heilbronn und am Plattenwald in Bad Friedrichshall für solche Notfallzentren ausgewählt werden. Der Verbund äußert sich positiv zu der Reform und bezeichnete sie als „dringend geboten“, teilt Sprecher Mathias Burkhardt mit. Die Betreiber erhoffen sich besser regulierte Patientenströme und eine Entlastung der Mitarbeiter – und damit auch eine bessere Versorgung der Patienten.
SLK-Kliniken Heilbronn befürworten Notallreform: Notaufnahmen oft überlastet
„Über die vergangenen Jahre hinweg betrachtet spüren wir einen deutlichen Trend, dass die Menschen schneller in unsere Notaufnahmen kommen als früher – bisweilen auch mit vergleichsweise leichteren Verletzungen oder geringeren Beschwerden“, erklärt Burkhardt.
Ein Problem, das durch die Einrichtung von INZ gemildert werden könnte. Bislang ist allerdings noch kein Gesetz beschlossen, vieles ist unklar. Es handle es sich um ein komplexes Vorhaben, das maßgeblich von einheitlichen bundes- und landesrechtlichen Vorhaben abhänge, betont der SLK-Sprecher. Damit die INZ ihre volle Wirkung entfalten können, müssen die Regelungen zu einer verbindlichen Ersteinschätzung in den Fokus der politischen Diskussion rücken, so Burkhardt. „Dazu bedarf es einer neuen Ersteinschätzungs-Richtlinie durch den Gemeinsamen Bundesausschuss.“ Auch die dauerhafte Finanzierung und die einmaligen Investitionskosten müssten geklärt sein.

Sollte das Gesetz kommen, brauche es ein „neues, durchdachtes Raumkonzept mit kurzen Wegen“, innerhalb dessen Krankenhausärzte und niedergelassene Bereitschaftsärzte zusammenarbeiten können. Die bestehenden baulichen Strukturen am Gesundbrunnen und Plattenwald seien stark ausgelastet und nicht auf gemeinsame Tresen oder erweiterte Wartebereiche ausgelegt. „Deshalb wären an beiden Standorten bauliche Veränderungen voraussichtlich notwendig“, gibt Burkhardt an. Der Umfang hänge von der finalen Ausgestaltung der Reform ab, so der Sprecher – insbesondere von rechtlichen und personellen Vorgaben sowie der finanziellen Beteiligung von Bund und Land.
Wie würde die Notfallreform in Heilbronn aussehn? Politik fordert Antworten
Die Notfallreform des Bundes ist losgelöst von der Neustrukturierung des hausärztlichen Bereitschaftsdiensts, hängt aber in der Umsetzung zusammen. Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) hat insgesamt 18 Bereitschaftspraxen im Land geschlossen, darunter in Brackenheim. In der Region sollen künftig Bereitschaftspraxen in Bietigheim oder Heilbronn verstärkt Patienten aufnehmen.
Vor dem Hintergrund haben sich die Kreistagsfraktionen von CDU und Freien Wähler mit einem Antrag an den Heilbronner Kreistag gewandt. Sie fordern frühzeitige Gespräche zwischen der KVBW und den SLK-Kliniken, die sich in der kommunalen Trägerschaft von Stadt- und Landkreis befinden. Im Zentrum steht die Frage, wie eine Umsetzung der INZ in Zukunft aussehen könnte.
Mathias Burkhardt gibt an, die SLK-Kliniken hätten bereits eine Arbeitsgruppe zu diesem Zweck gegründet. Zudem stehe das Klinikum mit der KV im Austausch.
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