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Notfallpraxis in Brackenheim schließt – zusätzliche Arztstunden in Heilbronn und Bietigheim

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Nach der Schließung von 18 Bereitschaftspraxen in Baden-Württemberg, auch in Brackenheim, werden unter anderem in Heilbronn die Einsatzzeiten erhöht. Damit soll die Versorgung ohne lange Wartezeiten gesichert werden. 


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Ende November ist es soweit, dann schließt die Notfallpraxis in Brackenheim. Sie ist eine von insgesamt 18 Bereitschaftspraxen in Baden-Württemberg, die dieses Schicksal trifft. Die umstrittene Reform des hausärztlichen Bereitschaftsdiensts setzt die Kassenärztliche Vereinigung (KVBW) allen Protesten zum Trotz durch, die es in den vergangenen Monaten von Seiten der Bevölkerung und der Kommunalpolitik gegebenen hat. Nun gibt es erste konkrete Informationen, wie der Bereitschaftsdienst in der Region künftig ausgestattet ist. 

Weniger Notfallpraxen: Neue Struktur setzt verstärkt auf SLK-Kliniken in Heilbronn

Ab dem 1. Dezember greift die neue Struktur des Bereitschaftsdiensts. Anlaufstellen in der Region sollen künftig vor allem die Praxen in den SLK-Kliniken in Heilbronn und die Allgemeine Notfallpraxis in Bietigheim-Bissingen sein. Fahrzeiten von 30 bis 45 Minuten seien bei akuten Beschwerden vertretbar, erklärte kürzlich KVBW-Vorsitzende Doris Reinhard bei einer Bürgerinformationsveranstaltung in Brackenheim (wir berichteten). 

Die ärztliche Notfallpraxis in Brackenheim schließt Ende November.
Die ärztliche Notfallpraxis in Brackenheim schließt Ende November.  Foto: Archiv/Berger

Um die zusätzlichen Patienten zu stemmen, werden beide Praxen um weitere Arztstunden aufgestockt: Beim Heilbronner Standort seien fünf Zusatzstunden eingerichtet worden, in Bietigheim-Bissingen vier. Das erfuhr die Heilbronner Stimme von dem Landtagsabgeordneten Erwin Köhler (Grüne), der eine Anfrage an das Sozialministerium gestellt hatte.

Landtagsabgeordneter Köhler setzt Hoffnungen in die Telemedizin 

„Mir ist es wichtig, belastbare Zahlen auf dem Tisch zu haben“, erklärt Köhler in einer Pressemitteilung. Die zusätzlichen Arztstunden an den beiden nächstgelegenen Standorten stellten eine konkrete Entlastung dar. „Das ist für die Menschen im Zabergäu entscheidend. Kurze Wege zur Hilfe und verlässliche Öffnungszeiten ohne lange Wartezeiten“, betont er weiter.

Große Hoffnungen setzt Köhler auch in die Telemedizin. Gemeint sind damit medizinische Ersteinschätzungen, die etwa online oder per Telefon abgewickelt werden können. Je nach Beschwerde des Patienten werde „gezielt in die richtige Versorgung gelotst“. Dafür stehe etwa der Patientenservice über die Nummer 116117 und seit November auch der digitale Zugang über docdirekt.de zur Verfügung. Rund 900 Beratungen pro Monat liefen im Bereitschaftsdienst, davon könne ein Großteil direkt abgeschlossen werden. 

Monitoring in Brackenheim bleibt: „Das ist unser Frühwarnsystem“

Kritiker der Reform bemängeln allerdings unter anderem den starken Fokus auf die Rufnummer 116117, die den Ruf hat, schlecht erreichbar zu sein. Außerdem werden lange Wartezeiten in den beiden übrigen Praxen befürchtet. Die Bereitschaftspraxis in Brackenheim war pro Jahr Anlaufstelle für etwa 8000 Menschen. 

Laut Köhler werde das wöchentliche Monitoring in Brackenheim fortgeführt, bei dem Rückmeldungen aus Notaufnahmen, Rettungsdiensten und Bereitschaftspraxen abgefragt und quartalsweise ausgewertet werden. „Das ist unser Frühwarnsystem“, gibt Köhler an. Auf diese Weise lasse sich frühzeitig herausfinden, ob an einer Stelle nachjustiert werden muss. Die „zusätzlichen Arztstunden, Telemedizin und das wöchentliche Lagebild“ seien die richtigen Bausteine für eine verlässliche Gesundheitsversorgung. 

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