Aquatoll in Neckarsulm „fehlt vielen“: Die nächsten Schritte der Comeback-Pläne
Das Aquatoll in Neckarsulm soll schnell saniert werden, zudem ein Wellness-Hotel und ein Oldtimer-Museum entstehen. Wie es jetzt weitergeht.
In einer Pressekonferenz im Aquatoll hat sich Investor Piyer Lahdo, Prokurist der die PL-Immoinvest aus Beindersheim, erstmals öffentlich zu den Plänen geäußert, das Aquatoll als Erlebnisbad wieder zu reaktivieren. Das ehrgeizige Ziel: Möglichst noch im Jahr 2028 soll das beliebte Freizeitbad wieder eröffnen.
Nach einer Begehung mit Fachleuten am Dienstag ist nun klar, „was alles getan werden muss“, so der damals wie heute federführende Architekt Ulrich Bechler. Der 88-Jährige ist stolz auf das damals mit Glaskuppel und Wildwasserbach einzigartige Bad, das nach nur zwei Jahren Bauzeit 1990 eröffnet wurde.
Einst beliebtes Freizeitbad Aquatoll „fehlt vielen“ – in und um Neckarsulm
Der „technische Dornröschenschlaf“ und vor allem die aggressive Salzsole habe der Bädertechnik und teilweise der Unterkonstruktion zugesetzt. „Das muss in Ordnung gebracht werden“, so Bechler. Auch die markante Glaskuppel braucht eine Auffrischung.
Trotzdem gehe der Investor „mit viel eigenem Geld und Risiko“ daran, das Bad schnellstmöglich wieder zu reaktivieren, freut sich der Neckarsulmer Oberbürgermeister Steffen Hertwig. Es bestehe breiter Konsens, dieses Vorhaben zu unterstützen. „Das Aquatoll fehlt vielen. Die Aussicht auf Sanierung macht Hoffnung.“
Im Gegensatz zu bisherigen Investorenmodellen sei bei Piyer Lahdo kein städtisches Geld erforderlich. Angesichts klammer Kassen sei dies ein „sehr, sehr gutes Signal“, so Hertwig. Auf Nachfrage bestätigt der OB, dass für die Gebäude und das Gelände „nur ein symbolischer Betrag“ fließen wird.
Wiedereröffnung des Aquatoll in Neckarsulm: „Soll jetzt schnell gehen“
Dafür soll es jetzt schnell gehen. Der „Letter of Intent“ sei zwar nur eine Absichtserklärung, die aber in „drei bis vier Monaten“ in einen Vertrag gegossen werden soll. Parallel dazu, so der Mentor des Projekts, der frühere Neckarsulmer Baubürgermeister Klaus Grabbe, sollen bereits konkrete Planungen vorangetrieben werden. „Wir können hier nicht jeden Schritt abwarten, das soll jetzt schnell gehen.“
Priorität habe die Sanierung und Wiedereröffnung des Aquatoll. Die Saunalandschaft mit einem Dutzend Einzel-Thermen könne möglicherweise schon schneller wieder öffnen. Die Zielgruppe seien „Familien, Singles und Senioren“, so Piyer Lahdo, der ein Gesamtpaket aus „Mobilität und Wellness“ verspricht. „Wir sehen Bad, Hotel und Museum als ein Projekt an.“
Das Hotel soll eine komfortable Übernachtungsmöglichkeit bieten, das Museum „hochwertige Oldtimer und moderne Sportwagen“, aber „das Herz ist das Aquatoll“, betont Lahdo.
Womöglich Zeiten mit vergünstigten Aquatoll-Tickets für Jugendliche
Man wolle „sportlich-freizeitorientiert“ für viele Zielgruppen ein Angebot schaffen. Dabei werde es „keine Eintrittspreise von 100 Euro plus“ geben, verspricht Lahdo, im Gegenteil, man wolle „zu bestimmten Zeiten vergünstigte Tickets für Jugendliche“ anbieten.
Hotel und Bad werden möglicherweise an eigene Betreibergesellschaften vermietet, die dann über Arbeitsplätze und Preise entscheiden werden. Das Museum mit etwa 80 hochklassigen Fahrzeugen sowie die Gesamtverantwortung für Gelände und Gebäude bleiben aber in Händen des Investors.
„Weites Einzugsgebiet“: Neckarsulm hofft auf viele Aquatoll-Gäste
Man hoffe auf ein „enorm weites Einzugsgebiet, wie es das Aquatoll schon hatte“, betont Hertwig. Das Neckarsulmer Angebot solle nicht einfach kopieren, was es in der Umgebung schon gibt. Die Wiederbelebung des Aquatoll sei ihm ein „Herzensanliegen“, betont Grabbe. „Das Aquatoll gehört zu Neckarsulm wie Audi und der Weinbau.“
Mit dem Audi-Forum, dem Zweiradmuseum sowie den Weingütern und Besenwirtschaften erhoffe man sich viele Synergien, die „das Gesamtpaket für Besucher attraktiv machen, die dann auch einige Tage hier verbringen“.
Einfach sei es nicht gewesen, blicken die „Väter“ des Aquatoll auf den Prozess der letzten Jahre zurück. „Wir hätten uns viele Nerven und Diskussionen ersparen können“, betont Hertwig. Nun sei man aber gute Mutes, mit der breiten Unterstützung aus der Bevölkerung und dem Stadtrat, dass das „Projekt Aquatoll 2.0“ gelingen wird.
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