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Löwensteins Bürgermeister wird in Ruhestand versetzt: Wie es jetzt weitergeht

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Die Löwensteiner müssen einen neuen Bürgermeister wählen. Nachdem Dr. Eberhard Birk im Oktober seinen Rücktritt verkündet hat, steht nun fest, dass er zum 1. März in den Ruhestand versetzt wird. 

Löwensteins Bürgermeister wird in den Ruhestand versetzt.
Löwensteins Bürgermeister wird in den Ruhestand versetzt.  Foto: Andreas Zwingmann

Löwenstein braucht einen neuen Bürgermeister. Dr. Eberhard Birk wird in den Ruhestand versetzt, wie das Landratsamt Heilbronn am Montag (9. Februar) mitteilt. Am 23. Oktober hatte Birk bereits im Rathaus und gegenüber der Heilbronner Stimme erklärt, dass er als Bürgermeister von Löwenstein zurücktritt.

Wie es im Rathaus weitergeht, war zunächst unklar. Die offene Bürgermeister-Frage hat auch die Löwensteiner zuletzt bewegt. Jetzt steht fest: Landrat Norbert Heuser wird Birk zum 1. März 2026 in den Ruhestand versetzen. Das ist laut Pressemitteilung der beamtenrechtlich frühestmögliche Zeitpunkt. Damit steht in Löwenstein eine Neuwahl bevor.

Bürgermeister in Löwenstein muss neu gewählt werden: Dr. Eberhard Birk geht in Ruhestand

Birk hatte beim Landratsamt Heilbronn einen Antrag auf Versetzung in den Ruhestand wegen „dauernder Dienstunfähigkeit“ gestellt. Das mit einem Gutachten beauftragte Gesundheitsamt des Landratsamts Ludwigsburg hat dem Landratsamt Heilbronn in der vergangenen Woche die notwendigen Unterlagen zukommen lassen.

Zur Person Dr. Eberhard Birk

Dr. Eberhard Birk wurde im Januar 2024 als Nachfolger von Klaus Schifferer gewählt. Birk ist Politikwissenschaftler und Historiker. Er arbeitete vor Amtsantritt als Dozent für Militärgeschichte und Politische Bildung an der Offiziersschule der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck. Sein Vater Ernst war von 1966 bis 1992 Bürgermeister von Löwenstein.

Die Wahl eines neuen Bürgermeisters muss laut Landratsamt innerhalb von drei Monaten stattfinden. Mit der Versetzung in den Ruhestand kann die Stadt Löwenstein nun die notwendigen Schritte für die Wahl eines neuen Bürgermeisters oder einer neuen Bürgermeisterin einleiten. Der Termin für die Bürgermeisterwahl wird von der Stadtverwaltung festgelegt und muss vom Gemeinderat beschlossen werden.

Wie geht es jetzt in Löwenstein weiter? Das sind die nächsten Schritte zur Bürgermeister-Neuwahl 

Die nächste Sitzung des Gremiums findet bereits am Donnerstag (12. Februar) statt. Öffentlich beraten wird das Thema dort jedoch noch nicht, schätzt Harald Koppenhöfer, Stellvertreter des Bürgermeisters. Die Tagesordnung stehe bereits fest, eine nachträgliche Aufnahme sei nicht möglich. Frühestens könne in der Märzsitzung darüber gesprochen werden.

Bislang sei die Stadt Löwenstein über die Entscheidung des Landratsamts zur Versetzung Birks in den Ruhestand noch nicht amtlich informiert worden, erklärte Koppenhöfer am Montag auf Anfrage der Heilbronner Stimme. Solange werde es auch keine öffentliche Reaktion seitens der Stadtverwaltung geben. Koppenhöfer hatte sein Interesse an einer Kandidatur für das Bürgermeisteramt bereits bekundet und dieses gegenüber der Heilbronner Stimme erneut bestätigt.

Löwensteins Bürgermeister Birk in Ruhestand versetzt – zuvor gab es scharfe Kritik

Birk stand zuvor wegen seiner als lasch empfundenen Amtsführung öffentlich in der Kritik. Der Haushalt für das laufende Jahr war überfällig. Nach der Sommerpause hatte sich Birk jeweils bei den Gemeinderatssitzungen entschuldigen lassen, was bei vielen Bürgern und den Gemeinderäten für erheblichen Unmut gesorgt hat.

Bereits im September 2025 hatten die drei Stellvertreter des Bürgermeisters einen aufsehenerregenden Schritt unternommen und sich öffentlich über Birks Amtsführung beschwert und obendrein befürchtet, dass der Stadt dadurch Schaden entstehen könnte. Ein fehlender Haushaltsplan, Personalwechsel in der Verwaltung, eine schleppende Beteiligung an regionalen Projekten wie Wärmeplanung oder Kläranlagenbau nannten die Stellvertreter exemplarisch als Themen, die in Löwenstein im Argen liegen. 

Im April 2024 wurde Birk  als hauptamtlicher Bürgermeister verpflichtet. Anfang 2025 hatte er bereits eine mehrwöchige Fehlzeit im Rathaus. Birk war damals wegen einer Grippe und eines Erschöpfungszustands mit Burnout-Symptom ausgefallen. 

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