Prozess um Doppelgängerinnen-Mord: Verteidiger erneut mit Flut an Anträgen
Die Anwälte der beiden Angeklagten im Doppelgängerinnen-Mordprozess haben die Verhandlung erneut verzögert – mit einer Reihe von Anträgen. Die Staatsanwaltschaft kritisiert das Vorgehen.
"Die Einzigen, die hier Spielchen spielen, sind Sie", sagt Staatsanwältin Kristina Dirnberger am Dienstag (26. November), als einer der Anwälte von "Spielchen" spricht, weil das Gericht seinem Antrag zur 20-minütigen Unterbrechung der Verhandlung nicht sofort stattgibt.
Auch die Anwältin der Nebenklage, die den Vater des Opfers aus Eppingen vertritt, sieht das wie die Staatsanwältin. Sie ärgert sich über das Vorgehen, das sie ebenfalls als Verzögerungstaktik wahrnimmt. Neben dem Vater des Opfers sind erneut Freundinnen von Khadidja O. aus Heilbronn nach Ingolstadt angereist. Khadidja O., die im August 2022 in einem Waldstück bei Bad Rappenau-Fürfeld brutal getötet wurde. Sie war 23 Jahre alt.
Vorwurf der Staatsanwaltschaft im Doppelgängerinnen-Mord: Angeklagte wollte eigenen Tod vortäuschen
Die Staatsanwaltschaft wirft der hauptangeklagten Deutsch-Irakerin Schahraban K. (25) vor, ihr Opfer aus Eppingen unter dem Vorwand einer kostenlosen Kosmetikbehandlung zusammen mit ihrem kosovarischen Komplizen Sheqir K. (26) in ihrem Auto aus Eppingen abgeholt zu haben. Sheqir K. soll Khadidja O. wenige Minuten später im Wald niedergeschlagen und mit einem Messer Dutzende Male auf sie eingestochen haben.

Schahraban K. soll geplant haben, mit dem Leichnam der Algerierin ihren eigenen Tod vorzutäuschen. Nach der Rückfahrt nach Ingolstadt stellten die Angeklagten das Auto mit der toten Khadidja O. mutmaßlich auf der Rückbank in der Nähe der elterlichen Wohnung von Schahraban K. ab. Ihre Eltern hatten das Opfer der Tat später dort aufgefunden.
Plädoyers im Prozess um Doppelgängerinnen-Mord zunächst erwartet
Zur neuerlichen Antragsflut sagt Staatsanwältin Dirnberger am Dienstag: "Die Verteidigung scheint keine objektiven Argumente mehr zu haben." Es gebe für den grausamen und perfiden Mord an Khadidja O. keine billigenden Motive. Dirnberger in Richtung der Verteidiger: "Ich würde vorschlagen, dass Sie Ihre Plädoyers halten."
Doch daraus wurde nichts, der Prozess in Ingolstadt zieht sich weiter in die Länge. Am 4. Dezember wird noch die Schwester der Angeklagten als Zeugin geladen.


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