Klink in Löwenstein vor dem Aus: Bürgermeister-Kandidaten haben Ideen
Aufsichtsrat und Geschäftsführung der SLK-Klinken wollen die Fachklinik Löwenstein schließen. Nun haben sich erstmals die Kandidaten vor der Bürgermeisterwahl beim Stimme-Wahlforum dazu geäußert.

Die Nachricht platzte Anfang der Woche in den Bürgermeisterwahlkampf in Löwenstein: Der Aufsichtsrat und die Geschäftsführung der SLK-Kliniken teilen die Einschätzung, dass die Schließung der Fachklinik in Löwenstein unausweichlich ist. Entschieden ist damit längst nichts, das letzte Wort haben die Gesellschafter – die Stadt Heilbronn und der Landkreis. Gleich am Montagabend haben sich beim Wahlforum der Heilbronner Stimme die Kandidaten Harald Koppenhöfer und Frank Menzel dazu positioniert.
Aus der SLK-Klinik in Löwenstein? So reagieren die Bürgermeister-Kandidaten auf die Pläne
Harald Koppenhöfer sei schon Ende vergangenen Jahres aufs Landratsamt Heilbronn zugegangen, als Stimmen in der Stadt erstmals davon berichtet hatten. Die Stadt stehe zur Klinik, sagte er. Die Verlegung der Fachbereiche in den Gesundbrunnen Heilbronn und den Plattenwald in Bad Friedrichshall seien nur Varianten, sagte er. „Heute ist nicht die Schließung der Klinik Löwenstein bekanntgegeben worden.“
Man habe noch keine tieferen Informationen. Aber: „Wir haben schon viel Vorarbeitet geleistet“, sagte Harald Koppenhöfer. Selbstverständlich habe die Stadt großes Interesse, die Klinik in einer Form zu erhalten. Es gehe nicht nur um den Standort, es spiele bis in die Stadtverwaltung hinein: „Die Vernetzung ist stark“, beispielsweise was die Versorgung mit Trinkwasser für Teile von Löwenstein angeht. „Wir sind stark und engagiert dabei.“
Überrascht und entsetzt sei Frank Menzel gewesen. Er sei dort als Kind behandelt worden, seine Mutter habe dort gearbeitet. Es sei nicht schön gewesen, von den Plänen zu lesen. „Natürlich ist wichtig, dass die Klinik in irgendeiner Form erhalten bleibt.“ Er könne nichts versprechen, andere Gremien würden darüber entscheiden. Es sei lukrativ für die Stadt Heilbronn, die Bereiche an sich zu ziehen. Man müsse abwarten, was die Pläne mit dem Grundstück seien. Da müsse man als Bürgermeister und Stadt sich präsentieren, „um Lösungen zu suchen und zu unterstützen“.
Mögliches Klinik-Aus in Löwenstein: Erstes Votum der SLK-Gremien beschäftigt die Wähler
Die Zukunft der Klinik beschäftigt auch die Wähler in der Stadt. Schon vor Beginn des Stimme-Wahlforums unterhielten sich die Löwensteiner nicht nur über die Wahl, sondern auch über das geplante Aus der SLK-Klinik. „Diese Pläne sind ganz schlecht. Die Fachklinik hier bei uns sollte unbedingt erhalten bleiben“, sagte Elisabeth Stiefel.
Ihr Mann Günther Stiefel ergänzte: „Auch wenn die Pläne wohl wirtschaftlich sinnvoll sind: Ich bin traurig über diese Nachricht. Und was passiert nach dem Aus mit dem Gebäude?“ Ähnlich äußerte sich Ingrid Flaig: „Ich bin tief erschüttert, dass die Klinik schließen soll.“ Für sie ist das nicht nachvollziehbar. „Das ist eine Fachklinik, von der es weit und breit keine vergleichbare gibt.“
Verwaltung und Stadtentwicklung: Kandidaten müssen sich vor Bürgermeisterwahl positionieren
Die Bewerber mussten sich im Gespräch mit den Redakteuren Anja Krezer und Armin Begic zu vielem positionieren. Das Thema Verwaltung war ebenfalls gesetzt, machte die Stadt zuletzt schwierige Monate durch. Offene Stellen und personelle Ausfälle haben die Verwaltung stark ausgebremst, vor allem die ungeklärte Stelle an der Spitze.
Der zuletzt amtierende Bürgermeister Eberhard Birk hatte sein Amt Mitte April 2024 angetreten. In eineinhalb Jahren nach Amtsantritt hatte Birk nach wiederkehrenden Krankheitsausfällen erkannt, das Bürgermeisteramt nicht ausfüllen zu können. Auf eigenen Antrag war er vorzeitig ausgeschieden und zum 1. März dieses Jahres in den Ruhestand versetzt worden.
Harald Koppenhöfer ist Gemeinderat und dort seit 2019 stellvertretender Bürgermeister. Die wichtigste Erkenntnis: Es sei wichtig, Dinge anzupacken, „wenn sie vor einem liegen“. Auch schnelles Handeln und Spontaneität sei erforderlich.
Frank Menzel ist seit 2026 im Vollzugsdienst der Stadt Tamm tätig, arbeitete davor unter anderem im Landratsamt Heilbronn sowie bei den Ordnungsämtern Nordheim und Ilsfeld. Nicht alles davon hatte er im Wahlkampf angegeben, etwa dass er selbstständig war. Was das Amt des Bürgermeisters angehe, seien ihm seine Verwaltungsstellen wichtig gewesen. „Ich möchte hier dauerhaft bleiben“, sagte er.
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