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Medizinstrategie 2030

SLK-Klinik in Löwenstein vor dem Aus

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Die SLK-Fachklinik in Löwenstein soll geschlossen werden: Aufsichtsrat und Geschäftsführung halten den Weiterbetrieb aus medizinischen, politischen und wirtschaftlichen Gründen für nicht tragfähig. Was über die Pläne bekannt ist.


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Die Empfehlung des Aufsichtsrats ist eindeutig: Ausgehend von der medizinischen Entwicklung, den politischen Vorgaben, dem Investitionsbedarf und den wirtschaftlichen Auswirkungen ist die Schließung der Fachklinik in Löwenstein unausweichlich.

Die SLK-Geschäftsführung hat in den vergangenen Monaten verschiedene Szenarien geprüft und kommt ebenfalls zu dem Schluss, dass der Weiterbetrieb oder der Erhalt in Teilen nicht tragfähig ist.

Schließung der SLK-Klinik in Löwenstein gilt als unausweichlich 

Die endgültige Entscheidung liegt bei den beiden Gesellschaftern Landkreis und Stadt Heilbronn. Kreistag und der Heilbronner Gemeinderat werden voraussichtlich am 27. Juli über die Integration der Löwensteiner Abteilungen in die beiden anderen SLK-Standorte Gesundbrunnen in Heilbronn und Plattenwald in Bad Friedrichshall abstimmen.

Nach internen Vorbesprechungen ist die Tendenz klar: Die Verlagerung der medizinischen Angebote und die Schließung der Klinik Löwenstein finden eine breite Mehrheit. Damit wäre das Krankenhaus in den Löwensteiner Bergen nach fast 70 Jahren Geschichte.

SLK-Klinik in Löwenstein vor dem Aus: Infoveranstaltungen für Mitarbeiter

SLK-Geschäftsführer Georg Schmidt informiert am Montag die Mitarbeiter vor Ort über eine mögliche Schließung und deren Folgen. Insgesamt sieben weitere Informationsveranstaltungen für die Beschäftigten folgen am Dienstag und Mittwoch in Heilbronn und Bad Friedrichshall, zumal mehrere SLK-Abteilungen von Umzugs-Rochaden betroffen sind. Dabei spielt auch eine Rolle, dass teure technische Standards künftig nur noch an einem Standort vorgehalten werden können.

Vermutlich nach 70 Jahren Geschichte: Auf knapp 500 Metern Höhe thront in den Löwensteiner Bergen die Fachklinik.
Vermutlich nach 70 Jahren Geschichte: Auf knapp 500 Metern Höhe thront in den Löwensteiner Bergen die Fachklinik.  Foto: Ralf Seidel

Die Entscheidung ist Teil der „Medizinstrategie 2030“. Ziel sei es, „die bestmögliche medizinische Versorgung für die Menschen in der Region Heilbronn sicherzustellen“, erklärt der Heilbronner Oberbürgermeister Harry Mergel, Vorsitzender des Aufsichtsrates der SLK. Alle Leistungen, die derzeit im SLK-Verbund angeboten werden, sollen auch weiterhin vorhanden sein – lediglich an anderen Standorten. „Wie in der Vergangenheit auch, gehen wir die Weiterentwicklung der stationären Versorgung der SLK-Kliniken frühzeitig und aktiv an und richten den Klinikverbund vorausschauend auf die Zukunft aus.“

Strategie soll Leistungsfähigkeit gewährleisten

Der Status quo sei nicht haltbar, betont Mergels Stellvertreter im Aufsichtsrat, Landrat Norbert Heuser. „Eine konsequente Weiterentwicklung der SLK-Medizinstrategie ist kein optionaler Schritt, sondern eine zwingende Voraussetzung, um Qualität, Leistungsfähigkeit und Zukunftssicherheit nachhaltig zu gewährleisten.“


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Keine Alternative zur Klinik-Schließung in Löwenstein 


Den politischen Rahmen setzt das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG), das am 1. Januar 2025 in Kraft getreten ist. Die Vorgaben führen zu einer Bündelung medizinischer Leistungen, Doppelstrukturen sollen abgebaut werden. Ziel ist eine konsequente Zusammenführung paralleler Strukturen sowie eine effizientere Nutzung der Ressourcen. Insofern ist die Verlagerung von Fachabteilungen im Verbund auch eine Reaktion auf den Fachkräftemangel und den wirtschaftlichen Druck. Geschäftsführer Schmidt betont: „Nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht, auch mit medizinischer Betrachtung des Gesamtklinikums“ sei das Ende des Standorts Löwenstein die richtige Entscheidung, um eine tragfähige Strategie für alle Standorte zu entwickeln. Zumal für die Fachklinik ein hoher Investitionsbedarf bestehe.

„Wir wollen die bestmögliche Versorgung.“OB Harry Mergel„Die Entwicklung ist kein optionaler Schritt.“Landrat Norbert Heuser

Das Thema könnte auch beim Stimme-Wahlforum zur anstehenden Bürgermeisterwahl in Löwenstein am Montagabend für spannende Diskussionen sorgen. 

Mitarbeiter sollen weiterbeschäftigt werden

Die Geschäftsführung will so viele der 500 Mitarbeiter wie möglich an den anderen Standorten weiterbeschäftigen. Im August sind deshalb Dialogveranstaltungen geplant. Die Küche für alle SLK-Standorte soll nach Stimme-Informationen mindestens bis 2031 in Löwenstein weiterbestehen. Die medizinischen Fachabteilungen sollen nach Heilbronn und Bad Friedrichshall umziehen, am Plattenwald ist unter anderem ein Neubau geplant. Beide sind als Maximalversorger (Gesundbrunnen) und Schwerpunktversorger (Plattenwald) für die Notfallversorgung relevant und sollen sich nach Willen der Geschäftsführung weiterentwickeln. Für den Neubau am Plattenwald, der 40 bis 45 zusätzliche Betten umfasst, sind Zuschüsse aus dem Transformationsfonds der Bundesregierung eingeplant.

Die geplanten Maßnahmen sollen in zwei bis drei Jahren umgesetzt werden. Parallel dazu läuft bei SLK ohnehin ein Einsparprogramm, mit dem man die Strukturen für die Zukunft langfristig leistungsstark halten möchte.

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