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Bürgermeisterwahl in Löwenstein: Frank Menzel im Porträt

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Am 3. Mai wählt Löwenstein einen neuen Bürgermeister: Mit dem Blick von außen will Frank Menzel seine Heimat für die Zukunft aufstellen.

Von Armen Begic
Frank Menzel will am 3. Mai zum Bürgermeister von Löwenstein gewählt werden.
Frank Menzel will am 3. Mai zum Bürgermeister von Löwenstein gewählt werden.  Foto: privat

Löwenstein müsse aktiv werden, sagt Frank Menzel. Er tritt am 3. Mai bei der Bürgermeisterwahl als Gegenbewerber zu Harald Koppenhöfer an. „Ich komme von hier“, sagt Menzel. Anstellungen in der öffentlichen Verwaltung verschiedener Kommunen hätten ihm gezeigt, was möglich sei.

Das will er nach eigener Aussage nun auch in Löwenstein umsetzen: „Das Amt hat sich verändert, die Situation der Gemeinden hat sich verändert. Man verwaltet nicht mehr einfach. Früher kamen Menschen und Unternehmen auf die Stadt zu, jetzt muss die Stadt Initiative ergreifen.“

Bürgermeisterwahl: Aus Löwenstein in ein bewegtes Leben

Frank Menzels Leben ist bewegt und lässt sich zeitlich in zwei Abschnitte unterteilen: einen in Löwenstein und einen auswärts. In Löwenstein besuchte er die Schule und spielte im Musikverein, davon elf Jahre in Spiegelberg und drei Jahre in Wüstenrot. Im Jahr 2000 blieb der heute 49-Jährige in der Region, wo er sich zum Landmaschinenmechaniker ausbilden ließ. Dem Abschluss sei unter anderem eine Anstellung bei dem Agrarhändler BayWa gefolgt. „Die Erfahrung aus der freien Wirtschaft gibt mir auch eine andere Perspektive auf die wirtschaftliche Situation in einer Stadt wie Löwenstein.“

2011 habe er den Weg in die öffentliche Verwaltung gesucht, machte eine Umschulung zum Verwaltungsfachangestellten und später den Lehrgang zum Standesbeamten. „Stillstand war nie eine Option. Ich wollte mich weiterentwickeln.“ Also ging es weiter, führt Menzel aus: Es folgten Anstellungen in den Ordnungsämtern von Garching, Nordheim und Ilsfeld, dazwischen das Straßenverkehrsamt von München, der städtische Vollzugsdienst in Osnabrück und die wirtschaftliche Jugendhilfe in Heilbronn. Seit Anfang 2026 ist Menzel als Sachbearbeiter im Vollzugsdienst der Stadt Tamm beschäftigt. Eine Kuriosität: Vor acht Jahren war er Teilnehmer bei der TV-Show „Hochzeit auf den ersten Blick“. Die Ehe wurde geschieden. „Ich habe viel gelernt in dieser Zeit und würde das auch jederzeit wieder machen“, betont Menzel.

Die Stimme begleitet die Bürgermeisterwahl mit einem eigenen Forum, bei welchem den Kandidaten auf den Zahn gefühlt wird. Das Forum ist öffentlich und findet am Montag, 27. April, in der Alten Kelter statt. Beginn ist um 19 Uhr. Das Forum dauert etwa eineinhalb Stunden und wird moderiert von den Redakteuren Armen Begic und Anja Krezer.

Nach langer Zeit kehrt Frank Menzel aus Heimweh nach Löwenstein zurück

Ein dritter Abschnitt begann 2020 mit der Rückkehr nach Löwenstein. Wenn es nach ihm geht, will er jetzt lange in der alten Heimat bleiben, sagt Menzel: „Ich hatte einfach Heimweh und wollte zurück.“ Stillstand solle das aber nicht bedeuten. „Wir hatten viel, Löwenstein hat gelebt, aber das tut es nicht mehr. Wir haben eine Landschaft, die ihresgleichen sucht.“ Dieses Potenzial will er aktivieren, sagt er, und den Tourismus stärken. Große Gewerbeansiedlungen sehe er nicht, das störe das Stadtbild, eher kleine regionale Gewerke. „Wir brauchen eine bessere Infrastruktur, erst dann kommt der Tourismus.“ Imbisse für die Wanderer und bessere Feldwege stelle er sich vor, öffentliche Mülleimer oder Automaten, in denen regionale Produkte angeboten würden.

Auch die Stadt will er beleben. „Es ist schade, dass auf dem Markt nur noch zwei Stände stehen. Ich würde ihn auch gerne auf den Rathausvorplatz holen, zu einer Uhrzeit, zu der mehr Menschen können.“ Er sehe es als Vorteil, über den Tellerrand geschaut zu haben und zu sehen, was andere geschafft hätten. Dafür sei er auf die Menschen angewiesen. „Ich habe das Gespräch gesucht, von dort kommen auch meine Ideen.“ Und die, sagt Menzel, seien zwar ambitioniert, aber nicht unrealistisch. Um das richtig einzuschätzen, habe er lange genug in der Verwaltung gearbeitet. „Es geht viel, auch mit kleinen Mitteln“.

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