Bürgermeisterwahl in Löwenstein: Harald Koppenhöfer im Porträt
Am 3. Mai wählt Löwenstein einen neuen Bürgermeister. Harald Koppenhöfer führt bereits interimsweise die Amtsgeschäfte und will für Kontinuität sorgen.

Seit 25 Jahren ist Harald Koppenhöfer Gemeinderat in Löwenstein. Dass er einmal für das Bürgermeisteramt kandidieren würde, habe er nicht geplant, sagt er im Stimme-Gespräch. Jetzt steht er doch zur Wahl. Was sich geändert hat? Als Bürgermeister-Stellvertreter hat Koppenhöfer in den vergangenen eineinhalb Jahren wiederholt vorübergehend die Amtsgeschäfte im Rathaus übernommen. Da sei ihm klar geworden: „Es hat sich gezeigt, dass die Dinge lernbar sind.“
Koppenhöfer sagt über sich: „Ich suche nach einer Lösung, wenn ich ein Problem sehe. Wenn ich A und B als Optionen habe, auch wenn sie nicht ganz optimal sind, dann ist die schlechteste Möglichkeit C. Und C bedeutet, ich mache nichts.“ Schon im Oktober 2025 kündigte Koppenhöfer an, für das Bürgermeisteramt kandidieren zu wollen. Neben Frank Menzel ist er einer von zwei Bewerbern, die am 3. Mai als Nachfolger Eberhard Birks zur Wahl stehen.
Bürgermeisterwahl: Löwenstein braucht für Koppenhöfer Kontinuität statt Parolen
In der Stadt merkt man wenig von Koppenhöfers Kandidatur. Darauf angesprochen, dass von ihm kein einziges Wahlplakat zu sehen ist, antwortet er gelassen: „Vielleicht bin ich kein Parade-Politiker, aber von mir sind keine Wahlsprüche zu erwarten.“ Dafür sei er schon zu lange dabei, und immer wieder habe sich für ihn gezeigt, dass er von Luftschlössern nichts halte. Er setze auf Kontinuität: „Es ist nun Zeit für eine gewisse Beständigkeit. Das waren relativ turbulente Zeiten“, sagt er mit Blick auf die Amtswechsel in den vergangenen Jahren.
Mangelnde Beständigkeit kann man ihm nicht vorwerfen. Geboren wurde Koppenhöfer 1972 und ist im Rittelhof aufgewachsen. Ob Schulbesuche in Löwenstein und Obersulm-Willsbach, eine Lehre in Willsbach, Fellbach und Endingen am Kaiserstuhl oder zwei Jahre an der Technikerschule für Weinbau und Kellerwirtschaft – weit weg hat es ihn nie gezogen. In der Löwensteiner Feuerwehr engagiert er sich seit 33 Jahren, im Posaunenchor ist er seit 44 Jahren aktiv. „Ich bin ein absoluter Lokalpatriot.“ Und so war es fast der logische Schluss, dass er auch das seit 1868 bestehende Familienweingut weitergeführt hat.
Das Weingut in Löwenstein würde Koppenhöfer im Falle einer Wahl nicht weiterführen
Das hätte im Falle einer Wahl aber einer Ende: „Was genau damit passiert, weiß ich noch nicht.“ Die Kinder wollten den Betrieb nicht übernehmen. „Aber mir ist ganz klar, dass das nicht zeitgleich funktioniert.“ Im Weinbau gebe es zeitliche Korridore, wie etwa die Ernte. „Es ist nicht mein Anspruch, beides halbherzig zu machen. Wenn ich Bürgermeister bin, werde ich dieses Amt zu 100 Prozent ausfüllen.“ Und sich dafür sein Netzwerk in Löwenstein zunutze machen. „Vielleicht kenne ich mich nicht mit allem im Detail aus, aber zu den meisten Themen weiß ich etwas oder kenne diejenigen, die ich fragen kann.“
Eine Verwaltungsausbildung hat Koppenhöfer nicht, dafür bildet er sich nach eigener Aussage zu Themen wie Kommunalpolitik, Finanzverwaltung oder Haushaltsanalyse fort. „Aus meiner Sicht ist es wichtig, auch in Fragen der Verwaltung sattelfest zu sein.“ Zumal die Arbeit, wie er selbst sagt, nie dieselbe sei. Das vergleicht er gerne mit der Feuerwehr und dem Weinbau. „Weder im einen noch im anderen Gebiet weiß man, was auf einen zukommt. Tagtäglich wird man mit neuen Aufgaben konfrontiert.“ Da helfe nur: priorisieren, Ruhe bewahren und bei Problemen so lange nachhaken, bis eine Lösung gefunden sei.
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