Welcher Bürgermeister-Kandidat schlägt sich beim Wahlforum in Löwenstein am besten?
Beim Stimme-Wahlforum in der Alten Kelter in Löwenstein sprechen die beiden Bürgermeisterkandidaten über ihre Pläne für die kommenden acht Jahre. Auch die Schließung der SLK-Klinik ist Thema.
Als die Löwensteiner im Januar 2024 zur Wahl eines neuen Bürgermeisters aufgerufen wurden, hätte wohl niemand damit gerechnet, dass sich das Spiel nicht einmal zweieinhalb Jahre später wiederholt. Damals warben fünf Kandidaten um die Gunst der Bürgerinnen und Bürger, diesmal stehen zwei Männer auf den Stimmzetteln am Sonntag, 3. Mai: Harald Koppenhöfer, in der Stadt tief verwurzelt, und Frank Menzel, der zwar in Löwenstein geboren und aufgewachsen ist, aber sein halbes Leben außerhalb verbracht hat.
Löwensteiner Bürgermeister-Kandidaten stellen sich vor Wahl den Fragen
Beide stellen sich am Montag den Fragen der Stimme-Redakteure Anja Krezer und Armen Begic beim Wahlforum in der Alten Kelter. Die ist nicht nur bis auf den letzten Platz voll besetzt, die Veranstaltung wird erstmals auch in einem Livestream übertragen.
Schnell ist klar, dass Harald Koppendörfer von seiner langjährigen Erfahrung als Gemeinderatsmitglied in der Diskussion profitieren wird. Während der Abwesenheit von Eberhard Birk, der seine Amtszeit als Bürgermeister vorzeitig beendet hatte, war der Weinbautechniker als sein erster Stellvertreter für die Geschäfte im Rathaus zuständig. „Es ist wichtig, Dinge anzupacken, wenn sie vor einem liegen“, antwortet er auf die Frage, welche Erkenntnisse er aus dieser Zeit mitgenommen habe.
Wahlforum in Löwenstein: Ein Kandidat fasst sich kurz, der andere ist kaum zu bremsen
Dass er genauso wie sein potenzieller Vorgänger kein Verwaltungsfachmann ist, sieht der 53-Jährige nicht als Hindernis. Die letzten anderthalb Jahre hätten gezeigt, dass er damit umgehen könne. Außerdem sei er sich nicht zu schade, auf Expertise von außen zurückzugreifen und lobt das Team im Rathaus. Koppenhöfer ist über den gesamten Abend kaum zu bremsen in seinen Ausführungen, sei es zum Thema Schließung der Löwensteiner SLK-Klinik, dem Zustand der Verwaltung oder den Finanzen, die auch in seiner Heimatstadt nicht rosig aussehen, in diesem Jahr aber immerhin pünktlich im Haushalt aufgestellt sind.

Anders tritt sein Konkurrent Frank Menzel auf, der sich meist kurz fasst und schon allein wegen der fehlenden Nähe zum täglichen Geschäft nicht über das Detailwissen verfügen kann wie sein Gegenüber. Auch er hat keine klassische Verwaltungslaufbahn vorzuweisen, absolvierte eine Umschulung zum Verwaltungsfachangestellten und später den Lehrgang zum Standesbeamten.
Mögliches Aus von SLK-Klinik bei Wahlforum in Löwenstein Thema
Bei der Frage, ob es für das Amt ausreiche, als Sachbearbeiter gearbeitet und Knöllchen verteilt zu haben, kontert Menzel. „Wichtiger als das zu lernen, ist Feedback der Menschen und eine gute Personalführung.“ Dass er mit privaten Details im bisherigen Wahlkampf hinterm Berg gehalten hat, lässt er nicht gelten. „Was hat das mit dem Job als Bürgermeister zu tun, ob ich Kinder oder eine Frau habe?“ Er habe einen Führerschein, sei geschieden und könne schwimmen.
Als es um die geplante Schließung der SLK-Klinik geht, wird deutlich, wie groß die Unterschiede der Kandidaten sind. Er sei, sagt Koppenhöfer, direkt Ende des vergangenen Jahres auf das Landratsamt Heilbronn zugegangen. Damals wurde er über die Veränderungen informiert. Frank Menzel hingegen konnte erst aus der Heilbronner Stimme davon erfahren. „Überrascht und entsetzt“ sei er.
Vor Bürgermeisterwahl in Löwenstein: Kandidaten wollen für SLK-Standort keine falschen Versprechungen machen
Beide sind sich allerdings einig: Versprechungen, den Standort zu halten oder zur Nachnutzung, wollen beide nicht machen. Das Interesse an einem Weiterbetrieb sei allerdings da, so Menzel und Koppenhöfer unisono. Ähnlich einig sind sie sich bei einer von den beiden Redakteuren ins Gespräch gebrachten Eingemeindung nach Obersulm.
Während der rund 100 Minuten langen Veranstaltung hat Harald Koppenhöfer wesentlich mehr Redeanteil. „Mir fällt halt immer viel ein“, sagt er, wenn er in seinem Monolog unterbrochen wird. Frank Menzel hält seine Ausführungen kürzer und betont wiederholt, dass er als Bürgermeister alle möglichen Fördermöglichkeiten ausschöpfen will.
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