„Es hat funktioniert“: Zweckverband zufrieden mit Regelung am Breitenauer See
|
2 Min
Anhören
00:00 / 00:00
Erfolgreich kopiert!
Parkgebühren und freier Eintritt am Breitenauer See sorgen für Zufriedenheit beim Zweckverband. Der Vorsitzende Björn Steinbach verteidigt die Neuerung: Der Verband pflegt das ganze Jahr das Freizeitgebiet. Die Personalkosten sind deutlich gesunken.
An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von Glomex, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung.
Externer Inhalt
Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.
„Die Kritik hat sich sehr in Grenzen gehalten“, ist der Eindruck von Björn Steinbach. Vielmehr lobt der Vorsitzende des Naherholungszweckverbands Breitenauer See das neue, kamerabasierte Kennzeichenerkennungssystem, das zu Saisonbeginn am Ausflugsziel eingeführt worden ist. Seit diesem Jahr werden nur noch Parkgebühren – ganzjährig – aber kein Eintritt von Mai bis September mehr verlangt. In den sozialen Medien hatte die Neuregelung für Diskussionen gesorgt. „Es hat funktioniert“, ist für Steinbach im Rückblick auf die Badesaison wichtig. Und: „Es hat sehr viele positive Rückmeldungen gegeben.“
Obersulmer Bürgermeister über Neuerungen am Breitenauer See: Kritik überschaubar
Für den Obersulmer Bürgermeister war die Kritik überschaubar. Das war in der Vergangenheit teils ganz anders. In der Corona-Pandemie schlugen die Wellen hoch. Da wurde der See 2020 wegen Ansteckungsgefahr gesperrt. Unverständnis in der Bevölkerung löste auch die Entscheidung aus, die vertiefte Sicherheitsüberprüfung des Hochwasserrückhaltebeckens vorzuziehen. So fiel die Badesaisons drei Mal ins Wasser. Unmut und Verwirrung brachte 2023 das Online-Ticket-System mit Eintritt und Parkplatzbuchung, das 2024 nachjustiert wurde – um dann in diesem Jahr wieder von einer Neuerung abgelöst zu werden.
Weil es nur noch 1800 Parkplätze gibt, ist der Breitenauer See an heißen Sommerwochenenden zwar gut gefüllt gewesen, aber nicht überfüllt.
Foto: Bihr, Lina
Transparent und einfach für den Besucher des Breitenauer Sees
Eine geänderte Rechtsprechung erlaubte es dem Zweckverband, dieses System zu wählen, das Steinbach als so transparent und so einfach wie möglich für den Besucher bezeichnet. Manch einem fehlt die Möglichkeit der Barbezahlung. Daran wird sich nichts ändern, sagt Steinbach. „Jeder Automat, der bisher draußen aufgestellt war, wurde aufgebrochen“, liefert er die Begründung. „Wir haben klare Erfahrungswerte, dass das nicht funktioniert.“
„Das Naherholungsgebiet wird das ganze Jahr über gepflegt“, entgegnet Steinbach all denjenigen, die Parkgebühren in den Randzeiten und in der Nebensaison monieren. „Wir betreiben einen großen Aufwand, um das Gebiet attraktiv zu halten. Deshalb sind wird der Meinung, dass man einen kleinen Betrag leisten kann.“ Von 1. Oktober bis 30. April ist es ein Euro pauschal für zwei Stunden, zwei Euro pauschal sind es ab zwei Stunden.
Keine Einlasskontrollen mehr am Breitenauer See: Personalkosten deutlich reduziert
Die Besucherströme zu lenken, Verkehrs- und Parkchaos an heißen Sommerwochenenden zu verhindern, das war das Ziel der Veränderungen. Und das sieht Steinbach erfüllt: Ringsum habe es keinerlei Probleme mit zugeparkten Straßen und Feldwegen gegeben.
Schilder weisen am Breitenauer See darauf hin, wie das neue Parksystem funktioniert. Es kann mit Karte, QR-Code, per App oder online bis 48 Stunden nach dem Parkvorgang bezahlt werden.
Foto: Archiv/Bihr
Der Zweckverband wollte auch die Kosten für die Security, die bis 2024 zudem für die Einlasskontrollen zuständig war, von mehr als 100.000 Euro senken. Das ist ebenfalls gelungen. Jetzt liege man bei 50.000 bis 60.000 Euro.
Breitenauer See: Weggefallene Eintrittsgelder wirken sich finanziell nicht aus
Bedeutet der Wegfall des Eintritts finanzielle Einbußen? Steinbach verneint und zieht den Vergleich. 2024 lagen die Einnahmen bei rund 250.000 Euro, in diesem Jahr betrage der Umsatz rund 325.000 Euro. Die ergeben sich aus den rund 60.000 Parkvorgängen zwischen Mai und September. In beiden Jahren sei das Wetter ähnlich gewesen. Das Defizit für den Betrieb von Naherholungsgebiet und Campingpark wurde 2024 mit 677.000 Euro veranschlagt, 2025 mit 572.500 Euro, die wohl nicht so hoch ausfallen werden.
Der Naherholungszweckverband Breitenauer See muss sich nach einer neuen Geschäftsführung umsehen. Nach der Probezeit scheidet Silke Vosbein, die im Mai begonnen hatte, zum Ende des Monats aus. Die Vorstellungen beider Seiten hätten nicht in dem Maße übereingestimmt, dass eine Zusammenarbeit fortgeführt werde, nennt Verbandsvorsitzender Björn Steinbach den Grund.
Es gehe nun um die grundsätzliche Ausrichtung der Stelle. Steinbach geht davon aus, dass ein Koordinator gebraucht werde, der sich um Campingpark und Naherholungsgebiet kümmere. Aber es werde geprüft, wie noch effizienter gearbeitet werden könne. Die Geschäftsstelle der drei Zweckverbände Breitenauer See, Gruppenkläranlage Sulmtal und Sulmwasserversorgungsgruppe war Ende 2024 aufgelöst, die Mitarbeiter und ein neuer Kämmerer waren im Rathaus Obersulm angesiedelt worden.
Dass die Beliebtheit des Ausflugsziels gelitten habe, kann Steinbach nicht erkennen. Trotz der Lenkung der Besucherströme sei das Naherholungsgebiet an sommerlichen Wochenenden sehr gut gefüllt gewesen, „aber nicht überfüllt, was Qualität bringt“.
Tiere, die am Breitenauer See Probleme bereiten: Nilgänse und Sumpfkrebse
„Wir betreiben einen Riesenaufwand“, kommt Steinbach auf die Nilsgans-Plage am Breitenauer See zu sprechen. Auf den Feldern um den See wurden schon mehr als 100 Tiere gezählt. Jeden Morgen beseitige der Betriebshof die Hinterlassenschaften. Die Bejagung habe man im Blick, man sei im Gespräch mit Fachleuten und dem Landratsamt, die Vergrämung abzustimmen. „Dass wir mehr tun müssen, ist klar.“
„Bisher ist das nicht als Riesenproblem aufgeploppt“, sagt Steinbach zu dem von Badegästen beobachteten vermehrten Aufkommen des Roten Amerikanischen Sumpfkrebses, einer invasiven Art. Der Fischereiverein Breitenauer See betreibe ein Monitoring. „Der Sumpfkrebs ist Bestandteil des Sees, das ist Natur“, meint der Verbandsvorsitzende, versichert aber, dass man den unerwünschten Eindringling, der die Krebspest verbreitet, im Blick behalte.
Traurig, aber keine Sorge: Sie können natürlich trotzdem weiterlesen.
Schließen Sie einfach diese Meldung und sichern Sie sich das andere exklusive Angebot auf der Seite. Bei Fragen hilft Ihnen unser Kundenservice unter 07131/615-615 gerne weiter.
Kommentare