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Audi zieht sich aus Windkraft-Projekt in Obereisesheim zurück

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Mit einer neuen PV-Anlage im Werk Neckarsulm baut Audi den Anteil an klimaneutralem Strom aus. Projektbetreiber Zeag hält dennoch an den geplanten Windrädern im Dornet-Wald bei Obereisesheim fest.


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Die Audi AG und die Zeag Energie wollten gemeinsam zwei Windräder im Dornet-Wald bei Obereisesheim bauen. Ein Pachtvertrag zwischen der Zeag und der Stadt Neckarsulm wurde vor einem Jahr unterzeichnet. Damals hatte es noch geheißen: „Alleiniger Abnehmer des produzierten Stroms ist die Audi AG mit dem Werk Neckarsulm.“

Nun habe sich die Lage geändert, erklärt ein Audi-Sprecher auf Anfrage. Im Kontext des Umweltprogramms Mission:Zero verfolge die Audi AG das Ziel, „die Energieversorgung am Standort Neckarsulm sicher, nachhaltig und CO₂-neutral aufzustellen“. Die Mission:Zero ist auf verschiedenen Maßnahmen aufgebaut, um Energie, Wasser und Abfälle zu sparen. „Neben diesen Kriterien sind auch steigende Kosten der Energieträger, Netzentgelte und CO₂-Zertifikate von besonderer Bedeutung für die nachhaltige und wirtschaftliche Energieversorgung.“

Audi zieht sich aus Windkraft-Projekt in Obereisesheim zurück

Vor diesem Hintergrund hatte Audi in Neckarsulm beabsichtigt, sich gemeinsam mit dem Projektentwickler Zeag und der Stadt Neckarsulm am Ausbau erneuerbarer Energien im Windpark Dornet Obereisesheim zu beteiligen und den dort erzeugten Grünstrom von zwei noch zu errichtenden Windkraftanlagen über eine Direktleitung in das Werk Neckarsulm abzunehmen, so der Audi-Sprecher. 

Nach Prüfung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sei man aber zu dem Ergebnis gekommen, „dass die mit dem Projekt verbundenen Energiebeschaffungskosten im Vergleich zu den vorliegenden Alternativen nicht wettbewerbsfähig sind. Aus diesem Grund haben wir entschieden, das Projekt in der geplanten Form nicht weiterzuverfolgen.“

Auf dem Dach des Audi-Werks in Neckarsulm ist seit Mai 2025 eine PV-Anlage in Betrieb.
Auf dem Dach des Audi-Werks in Neckarsulm ist seit Mai 2025 eine PV-Anlage in Betrieb.  Foto: Michaela Klose

Mit einer im Mai 2025 neu im Werk Neckarsulm installierten Photovoltaikanlage wurde der Anteil selbst erzeugter grüner Energie ausgebaut. Insgesamt wurden rund 15.000 Quadratmeter Solarfläche installiert, die jährlich etwa 3300 Megawattstunden Strom erzeugen – genug für über 1000 Haushalte und mit einer CO₂-Einsparung von rund 1500 Tonnen pro Jahr. Am Standort erfolge darüber hinaus die Fahrzeugproduktion seit dem Anfang 2025 bilanziell CO₂-neutral.

An den Windrädern in Obereisesheim hat es heftige Kritik gegeben

Bei einer Infoveranstaltung im Neckarsulmer Stadtteil Obereisesheim zu den geplanten Windrädern im April 2024 stellten etliche der 250 Zuhörer kritische Fragen.  Aber auch nach der Absage von Audi stehe man zu dem Projekt, das Strom für 9000 Haushalte liefern kann. Heiko Willrett, der Anfang des Jahres dem bisherigen Zeag-Geschäftsführer Harald Endreß nachgefolgt ist, teilt mit: „Für die Windenergieanlagen des Windparks Dornet in Neckarsulm-Obereisesheim haben wir im Dezember die Genehmigungsanträge beim Landratsamt Heilbronn eingereicht.“

Auch an anderer Stelle sind Windräder in Planung. Einem weiteren Windrad auf freiem Feld zwischen Obereisesheim und Biberach hat der Neckarsulmer Gemeinderat kürzlich eine Absage erteilt. Weil der Regionalplan zur Ausweisung von Vorranggebieten aber noch keine Gültigkeit hat, wird das Landratsamt wohl das Einvernehmen zu der Bauvoranfrage erteilen, stellte der Neckarsulmer Oberbürgermeister Steffen Hertwig in Aussicht. 

Weitere Windräder sind zwischen Erlenbach und Neckarsulm-Dahenfeld geplant. Die in Erlenbach ansässige Firma Enerkraft hat dazu Pachtverträge abgeschlossen. Die Voranfrage beim Landratsamt Heilbronn ist zwischenzeitlich positiv beschieden. Denkbar sei wie in Obereisesheim ein bürgerschaftliches Betreibermodell, mit dem private Anteilseigner ihren Beitrag zur Energiewende leisten können.

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