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Kein Wildwuchs bei der Windkraft in Obereisesheim 

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Zeag will mit Audi zwei Windräder im Dornet-Wald bauen. Einem weiteren Windrad auf freiem Feld erteilt der Gemeinderat eine Absage. Warum das Windrad dennoch gebaut werden könnte. 

Windräder im Harthäuser Wald: Einer Initiative in Obereisesheim versagt der Gemeinderat in Neckarsulm das Einvernehmen.
Windräder im Harthäuser Wald: Einer Initiative in Obereisesheim versagt der Gemeinderat in Neckarsulm das Einvernehmen.  Foto: Seidel, Ralf

Die Ausweisung von Vorranggebieten für Windkraft in der Region Heilbronn-Franken ist noch in der Warteschleife. Mancherorts wurde schon ein „Wildwuchs bei der Windkraft“ befürchtet. Ein Beispiel in Obereisesheim zeigt, dass alles nicht so einfach ist, wie zunächst gedacht. 

Die Zeag Energie will im Dornet-Wald in Obereisesheim zwei Windräder bauen. Das Vorgehen ist mit der Stadtverwaltung abgestimmt, als Abnehmer des Stroms hat sich das Audi-Werk in Neckarsulm schon in Position gebracht. Das Vorhaben wird, wie in anderen Orten auch, in Obereisesheim kritisch beäugt. 

Weiteres Windrad in Obereisesheim? Nun liegt der Ball beim Landratsamt

Nun will die Firma Enerkraft aus Erlenbach ein weiteres Windrad auf freier Flur Richtung Biberach bauen. Eine Bauvoranfrage vor einem Jahr ging noch von der Ausweisung von Vorranggebieten aus, nun ist ein Antrag im Prinzip überall möglich. Das Landratsamt Heilbronn hat Bedenken, weil der Verfahrenswechsel rechtliche Unsicherheiten mit sich bringt. 

Der Gemeinderat in Neckarsulm muss damit erneut ein Versagen oder eine Erteilung des Einvernehmens formal beschließen. Das Einverständnis hat das Stadtparlament in seiner letzten Sitzung einstimmig abgelehnt. Das Landratsamt werde aber aus rechtlichen Gründen das Einvernehmen „formal ersetzen“, gab Oberbürgermeister Steffen Hertwig zu bedenken. 

Dahenfelder Gemeinderat fordert „konsequente Haltung bei Vorhaben außerhalb der ausgewiesenen Vorranggebiete“

Insgesamt sind auf Flächen in Neckarsulm acht Windräder denkbar. Enerkraft ist im Dahenfelder Mönchswald mit an Bord. Aber in Obereisesheim auf freiem Feld will man das dann dritte Windrad verhindern, da ist sich die Stadtverwaltung mit dem Gemeinderat einig. Notfalls werde man den Klageweg beschreiten, weshalb sich die Stadt anwaltlich beraten lässt. 

Benno Baum (FWV) will „eine konsequente Haltung bei Vorhaben außerhalb der ausgewiesenen Vorranggebiete. Ich erwarte das auch bei anderen Vorhaben.“ In Dahenfeld und Neuenstadt macht man sich Sorgen, weil bis zu 13 Windenergieanlagen im Waldgebiet zwischen Neckarsulm und Langenbrettach entstehen könnten. 

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