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Keine Panikmache bei der Windenergie

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Eine Bürgerinitiative betont: Es droht bei der Windkraft kein Wildwuchs, weil die Vorranggebiete in der Region Heilbronn noch nicht verbindlich ausgewiesen werden können. Auch für den Versorger ZEAG ändert sich nichts. 

Im Harthäuser Wald drehen sich schon 18 Windräder. Es sollen noch mehr in der Region gebaut werden.
Im Harthäuser Wald drehen sich schon 18 Windräder. Es sollen noch mehr in der Region gebaut werden.  Foto: Seidel, Ralf

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Die Region Heilbronn-Franken hat die Frist zur Ausweisung von Windvorrangflächen verpasst. Der Satzungsbeschluss für die Ausweisung von Vorranggebieten für Windkraftanlagen auf 1,8 Prozent der Fläche kann noch nicht gefasst werden, weil es zu viele Einwendungen gegen die geplanten Gebiete gibt.

Für die Bürgerinitiative (BI) Pro Fürfeld „kann deshalb noch kein Wildwuchs drohen“. Nach Versäumen der Frist bedeute dies nicht automatisch, dass überall Windräder gebaut werden können. Die bundeseinheitliche Vorschrift für die Flächenausweisung gelte auch für Baden Württemberg. „Baden Württemberg hat sich dafür entschieden, dass bis 31. Dezember 2027 1,8 Prozent der Landesfläche für Windenergieanlagen ausgewiesen sein müssen.“ 

Droht nun die „Verspargelung“ bei der Windkraft?

Die BI sieht die jetzt geäußerte Befürchtung, dass Wildwuchs bei der Windkraft drohe, eher als „Panikmache“ an. Allerdings könne das Fehlen des Beschlusses schon projektierte Vorhaben ausbremsen, weil beim so genannten beschleunigten Verfahren nicht mehr auf die Umweltverträglichkeitsprüfung und auf die Öffentlichkeitsbeteiligung verzichtet werden könne. 

Nun stehe zu befürchten, dass bei Genehmigungsanträgen, die bis zum 30. Juni diesen Jahres im vereinfachten Verfahren gestellt wurden, diese Schritte noch nachgeholt werden müssen. 

Energieversorger ZEAG will bis 2030 in der Region 90 Windräder betreiben

Bei der ZEAG Energie, die 45 Windenergieanlagen in der Region Heilbronn-Franken betreibt, ändert sich nichts an der „grundlegenden Strategie“. Sprecher Heiko Willrett teilt mit: „Die Verzögerung bei der Verabschiedung des Regionalplans führt zwar zu Verschiebungen in unseren Planungen.“

Von einem „Scheitern“ des Regionalplans könne aber keine Rede sein. „Wir bauen darauf, dass die Verabschiedung des Regionalplans, wie angekündigt, im kommenden Frühjahr erfolgt, um rechtssichere und sozial verträgliche Grundlagen für Erneuerbaren-Projekte zu schaffen.“ Das Verfahren erfordere lediglich mehr Zeit als ursprünglich angenommen.

Die ZEAG will bis 2030 doppelt so viele Windenergieanlagen wie jetzt, also rund 90, betreiben. Da man immer das Modell der Bürgerenergie-Gesellschaften anwende, „haben die jeweiligen Kommunen volles Mitspracherecht“.

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