Für die Stadt Heilbronn lässt es sich „auf die Schnelle nicht genau nachvollziehen, wie es zu der Absage kam“. „Wir bedauern es, dass es dieses Jahr kein Open-Air-Konzert im Wertwiesenpark gibt, und freuen uns, wenn es gelingt, 2027, im Titeljahr Grüne Hauptstadt Europas, die schöne Tradition fortzusetzen“, teilt die Pressestelle auf HSt-Anfrage mit, ob die Verwaltung ihre Absage an Provinztour für die erste Juniwoche heute so wiederholen würde. Zumal Matthias Kern, Betriebsleiter der Gartenlaube, bestätigt, dass er Konzerte im Wertwiesenpark nicht als Konkurrenz zum Seefest sieht.
Kein Wertwiesenpark-Open-Air 2026 – Roland Kaiser und Foreigner spielen nicht
Kein Open Air mit Roland Kaiser und Foreigner im Juni 2026 in Heilbronn. Die Stadt lehnte den Termin im Wertwiesenpark trotz Seefest-Zustimmung ab. Was hinter der Absage steckt.
Als im Juni vergangenen Jahres Sting, der britische Musiker und ehemalige Sänger von The Police, vor rund 10.000 Fans im Wertwiesenpark sang, war das Mega-Konzert-Feeling für viele perfekt. Wer sich wünschte, die Tradition der Open-Air-Konzerte in Heilbronn würde nahtlos weitergehen, wird in diesem Sommer enttäuscht.
Ein von der Neuenstädter Agentur Provinztour organisiertes Wertwiesenpark-Open-Air wird es 2026 nicht geben. Dabei hatte Provinztour-Chef Rolf Weinmann für das erste Juniwochenende bereits Schlagerstar Roland Kaiser und die britisch-amerikanische Rockband Foreigner an der Angel. „Aber der Wertwiesenpark wurde uns für diesen Zeitraum von der Stadt nicht zur Verfügung gestellt.“
Konzert-Veranstalter Weinmann: „Für 2027 nehmen wir einen neuen Anlauf in Heilbronn“
Roland Kaiser, der seit einem bemerkenswerten Comeback generationenübergreifend das Publikum anzieht, wird nun in Aspach im Stadion spielen und Foreigner in Stuttgart auf der bereits ausverkauften Freilichtbühne Killesberg. „Bei großen deutschen Künstlern und internationalen Stars bekommt man nicht viele Terminoptionen“, weiß der langjährige Konzertveranstalter Weinmann. „Wir präsentieren Roland Kaiser jetzt in Fulda auf dem auch bereits ausverkauften Domplatz. Für 2027 nehmen wir einen neuen Anlauf in Heilbronn. Wir planen aktuell recht konkret mit zwei bis drei Open-Air-Shows. Dafür ist die Stadt auch sehr offen.“

Schließlich ist Heilbronn 2027 European Green Capital, da möchte man mit Großveranstaltungen punkten. „Wir haben zwei feste Reservierungen, aber die Künstler zu nennen, dazu ist es noch zu früh“, hält sich Rolf Weinmann bedeckt. Doch warum bleibt Heilbronn diesen Sommer wieder Open-Air-freie-Zone? Zumal mit Roland Kaiser und Foreigner zwei veritable Zugpferde am ersten Juniwochenende gekommen wären?
Open-Air im Wertwiesenpark: Stadt Heilbronn hat Anfrage abgelehnt
Die Stadt – respektive das für Veranstaltungen im Wertwiesenpark zuständige Grünflächenamt, das Hausrecht genießt und die Verträge abschließt – hatte auf Rolf Weinmanns Anfrage im vergangenen Frühjahr ablehnend geantwortet. Mit dem Argument, zu der gewünschten Zeit Anfang Juni 2026 würde auch das Seefest in der Gartenlaube stattfinden. Man „möchte nicht zwischen die Fronten geraten“. Allerdings sieht der Betriebsleiter der Gartenlaube, Matthias Kern, mitnichten eine Konkurrenz in Roland Kaiser und Foreigner. Ganz im Gegenteil.
Ein Konzert mit Eintritt in den Wertwiesen sei sowieso etwas anderes als ein Umsonst & Draußen-Fest. Auch sollten Lautstärke und Überlagerungen beidseitig zu verkraften sein. „Einzig die Parksituation ist problematisch, hier müssten wir Schwierigkeiten in Kauf nehmen. Aber da die Parksituation sowieso bescheiden ist, wird es eben ,nur‘ noch schlechter“, das hatte Kern damals Rolf Weinmann in einer Email so mitgeteilt. Und sein Einverständnis mit dem Open-Air-Wochenende auf Anfrage der Heilbronner Stimme jetzt nochmals bestätigt.
Laube-Chef: „Alles, was stattfindet, belebt und hat Mehrwert“
Ihn, Kern, habe niemand seitens der Stadt gefragt, was er von dieser Terminkollision halte, die für Kern kein Problem darstellt – vielmehr eine Bereicherung für Veranstalter, Gastronomie und Bürger. „Es ist immer irgendwo etwas. Wir sind Veranstalter, keine Konkurrenten. Alles, was stattfindet, belebt und hat Mehrwert.“ Man müsse doch froh sein, wenn es überhaupt noch private Veranstalter gibt, bei all den Auflagen.
„Private Veranstalter sollten die bestmöglichste Unterstützung von den Kommunen erfahren, sonst gibt es sie bald nicht mehr“, sagt Matthias Kern. Damit Heilbronn nicht nach Ludwigsburg, Stuttgart, Mannheim und weiter fahren muss.

Nachdem das Seefest 2025 abgesagt wurde, weil zeitgleich das Heilbronner Lichterfest auf der Veranstaltungsagenda stand, gibt es nun vom 3. bis 6. Juni 2026 die 32. Auflage rund um die Gartenlaube. Nur noch zwei weitere Male – während Corona – konnte das Kultfest seit 1993 nicht steigen.
Als Pink vor 24.000 in Heilbronn spielte, hat es auch funktioniert
Übrigens, als 2010 das Mega-Konzert mit Pink im Frankenstadion mit 24.000 Fans gefeiert wurde, lief mehrere hundert Meter entfernt die Seefest-Sause. „Es hat funktioniert“, erinnert sich Matthias Kern. Man darf gespannt sein auf den Konzertsommer 2027.

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