Esslinger Wirt will keine getrennten Rechnungen – und erntet heftige Kritik
Der Gastronom Salvatore Marrazzo will in seinem Esslinger Restaurant „Accanto“ getrenntes Bezahlen unterbinden. Nun ist er mit massivem Anfeindungen konfrontiert. Was sagt er dazu?
Getrennte Rechnungen nach dem Essen im Restaurant sind für viele Gäste eine Selbstverständlichkeit – für den Esslinger Gastronom Salvatore Marrazzo dagegen ein Ärgernis. Seine Ankündigung, die Bezahlweise in seinem Restaurant „Accanto“ unterbinden zu wollen, schlägt hohe Wellen. Nun sieht sich der Wirt massiven Anfeindungen ausgesetzt.
Esslinger Wirt nimmt keine getrennten Rechnungen an: So reagiert er auf die Kritik
Der Esslinger Wirt Marrazzo kündigte seine Entscheidung, getrennte Rechnungen nicht mehr annehmen zu wollen, sofern das nicht vorab angekündigt werde, erst vor kurzem an. Dennoch löste er damit eine breite Debatte aus, vor allem in den sozialen Medien. Wie die „Stuttgarter Zeitung“ (StZ) berichtet, würde sich die Kritik allerdings nicht nur gegen den Vorstoß des Wirts selbst richten. Ihn hätten auch rassistische Ausfälle erreicht.
Marrazzo nimmt die Kommentare gelassen, wie er gegenüber der StZ beteuert. Aussagen wie jene, dass er zurück nach Italien gehen könne, wenn es ihm hier nicht gefalle, würden an ihm abprallen. Obwohl er aus Göppingen stamme, sei er „für viele hier ein Ausländer“. Bezüglich seiner Bezahlregel macht er in der StZ klar: „Meine Entscheidung steht.“
Keine getrennten Rechnungen in Esslinger Restaurant: Das steckt dahinter
Hinter Marrazzos neuer Bezahlregel in seinem Esslinger Restaurant steckt ein ein bestimmter Grund. Er und seine Mitarbeiter hätten die Erfahrung gemacht, dass getrennte Rechnungen zu langen Diskussionen führen können. Während ein Kellner dann die Bestellung auseinander rechne, könne er keinen anderen Tisch bedienen.
Wie der Betreiber kürzlich gegenüber der „Esslinger Zeitung“ beteuerte, sieht er sich im Recht. „Wir als Restaurant dürfen bestimmte Zahlungsmodalitäten festlegen.“ Zudem möchte Marrazzo getrennte Rechnungen nicht gänzlich ablehnen. Die Gäste sollen dies allerdings künftig vor der Bestellung angeben. „So lässt es sich kassentechnisch sauber umsetzen.“
„Keine getrennte Rechnung, kein Besuch mehr“: Leser-Reaktionen auf Bezahlregel
Auch Stimme-Leser sind geteilter Meinung, was sie von der neuen Bezahlregelung des Gastronomen halten. Während einige Marrazzos Schritt in Ordnung finden, haben andere wenig Verständnis dafür.
„Keine getrennte Rechnung – kein Besuch mehr, ganz einfach“, schreibt etwa eine Leserin. Andere fügen an, dass sich Marrazzos Entscheidung insbesondere beim Trinkgeld bemerkbar machen könnte. Eine Leserin gibt zu bedenken: „Mehrere Zahler geben mehr.“
Allerdings wird Trinkgeld nicht immer ganz freiwillig von den Gästen gegeben. Immer öfter gibt es auch im Raum Heilbronn Aufforderungen bei Kartenzahlungen. Besonders bei Selbstbedienung oder Läden ohne zusätzlichen Service stößt das vielen auf.

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