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Autoindustrie

Nächster Zoll-Hammer für Audi und Co. – USA erhöhen von 15 auf 25 Prozent

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US-Präsident Trump will die Zölle auf Autos und Lkw aus der EU ab kommender Woche auf 25 Prozent erhöhen. Das wird die Kosten für Hersteller ohne eigene Fertigung in den Staaten weiter erhöhen.


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Neue Runde im Zollkonflikt zwischen den USA und der Europäischen Union: US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die Zölle auf Autos und Lkw aus der EU auf 25 Prozent anzuheben – und das bereits ab der kommenden Woche. Das schrieb er auf seiner Online-Plattform Truth Social. Bisher lagen die Zölle auf importierte Neuwagen bei 15 Prozent.

Audi: US-Zölle haben vergangenes Jahr 1,2 Milliarden Euro gekostet

Das trifft insbesondere deutsche Hersteller ohne eigene Fertigung in den USA. Unter anderem bremsen die US-Zölle die Wachstumspläne von Audi auf dem zweitgrößten Automarkt der Welt aus. Eigentlich will die Marke mit den vier Ringe bis Ende des Jahrzehnts 250.000 bis 300.000 Fahrzeuge in den Staaten absetzen. Von Januar bis März sank der Absatz von Audi in den USA aber erst einmal um satte 27 Prozent auf rund 35.500 Einheiten nach unten.

esonders belastend ist der Umstand, dass das wichtigste Modell für den US-Markt - der Geländewagen Q5 - in Mexiko gefertigt wird. Für Fahrzeuge, die von dort aus in die USA exportiert werden, gilt aktuell ein Zollsatz von 27,5 Prozent.
esonders belastend ist der Umstand, dass das wichtigste Modell für den US-Markt - der Geländewagen Q5 - in Mexiko gefertigt wird. Für Fahrzeuge, die von dort aus in die USA exportiert werden, gilt aktuell ein Zollsatz von 27,5 Prozent.  Foto: Audi

Die zusätzlichen Zahlungen in den USA wirken sich erheblich auf die Erlöse des Autobauers aus. „Wir haben im vergangenen Jahr auf Ebene des Audi-Konzerns 1,2 Milliarden Euro an Zöllen aufgewendet. Das hat unsere Rendite mit fast zwei Prozentpunkten belastet“, sagte Audis Finanzvorstand Jürgen Rittersberger im Gespräch mit der Heilbronner Stimme. esonders belastend ist der Umstand, dass das wichtigste Modell für den US-Markt - der Geländewagen Q5 - in Mexiko gefertigt wird. Für Fahrzeuge, die von dort aus in die USA exportiert werden, gilt aktuell ein Zollsatz von 27,5 Prozent. 

VDA-Präsidentin warnt vor „enormen Kosten“

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) kritisierte Trumps Zollankündigung als „erneute und schwerwiegende Belastung der transatlantischen Beziehungen“. VDA-Präsidentin Hildegard Müller teilte mit, die Kosten durch diese zusätzlichen Zölle wären für die deutsche und europäische Automobilindustrie „in ohnehin sehr herausfordernden Zeiten enorm“, sie hätten „aber wahrscheinlich auch Auswirkungen auf die Verbraucherinnen und Verbraucher in den USA“.

Autoexperte Dudenhöffer rechnet mit 2,5 Milliarden Euro kosten

Das Center Automotive Research (CAR) mit Sitz in Bochum geht davon aus, dass für die Autoproduktionen in Deutschland durch die Erhöhung der Zölle zusätzliche Belastungen von rund 2,5 Milliarden Euro pro Jahrentstehen werden. Mercedes und BMW haben große Produktionsanlagen in USA und haben damit einen gewissen „Zollschutz“, so das CAR. Das dürfte für einen Großteil der von beiden Autobauern in USA verkauften Neuwagen betreffen. In USA bauen BMW und Mercedes SUV-Modelle und das mache das Gros der Verkäufe in den Staaten aus.

„Porsche und Audi besitzen keinen „natürlichen“ Zollschutz“, sagt CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer. „ Damit dürften bei beiden die Pläne zum Bau von Autowerken in USA beschleunigt werden. „ Bei Audi steht die Entscheidung einer eigenen US-Fertigung noch aus.

Audi: Drei Szenarien für ien lokale US-Fertgiung

Für eine lokale Fertigung gibt es bei Audi intern verschiedene Szenarien. Insidern zufolge am unwahrscheinlichsten ist aktuell ein eigenes Werk. Nach vier Jahrzehnten Pause belebt der VW-Konzern die US-Kultmarke Scout Motors. Bereits in diesem Jahr sollen im neuen Werk in South Carolina erste Vorserienfahrzeuge vom Band laufen. Die Serienproduktion ist für 2027 geplant. Auf der technischen Basis eines SUV-Modells könnte es auch eine Audi-Variante geben, die auf einer Linie mit den Scout-Fahrzeugen gefertigt wird.

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