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Jürgen Rittersberger: Es war ein Jahr mit vielen großen Herausforderungen, vor allem im Hinblick auf die USA und China. Wir haben Audi durch ein geopolitisch und industriell schwieriges Umfeld gesteuert und eine stabile finanzielle Performance erreicht. Gleichzeitig zeigen die Zahlen deutlich, dass wir bei Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit weiter zulegen müssen.
Nur 3,9 Prozent Rendite bei der Kernmarke Audi sind sicher nicht das, womit das Unternehmen zufrieden ist.
Rittersberger: Das stimmt, wir wollen mit dem Audi-Konzern langfristig eine zweistellige Rendite erzielen. Aber wenn wir die zusätzlichen Belastungen im vergangenen Jahr betrachten, also insbesondere die US-Zölle, aber auch Kosten im Zusammenhang mit der Neuordnung der Konzernaufstellung im D-Segment, das hat innerhalb der Markengruppe Progressive in erster Linie die Marke Audi betroffen. Auch die Rückstellungen im Zusammenhang mit der CO2-Regulierung gingen vor allem zu Lasten der Marke Audi. Das gilt ebenso für Rückstellungen für den geplanten Personalabbau. Wir werden uns nun darauf konzentrieren, unsere Marktposition zu stärken und die Kosten weiter zu senken.
Die US-Zölle haben Audi vergangenes Jahr am meisten beeinträchtigt. Wie sehr hat das die Rendite belastet?
Rittersberger: Wir haben im vergangenen Jahr auf Ebene des Audi-Konzerns 1,2 Milliarden Euro an Zöllen aufgewendet. Das hat unsere Rendite mit fast zwei Prozentpunkten belastet. Und man darf eines nicht vergessen: Vergangenes Jahr liefen die Zölle neun Monate. Dieses Jahr gehen wir davon aus, dass uns die Zölle für die vollen zwölf Monate treffen werden.
Audis Finanzvorstand Jürgen Rittersberger erwartet ein weiter herausforderndes Jahr, sieht allerdings auch Chancen durch die laufende Modelloffensive.
Foto: Audi
Audi: „Bei den Personalkosten wollen wir eine Milliarde Euro jährlich einsparen“
Also werden die Belastungen weiter steigen. Wenn Sie den Blick aufs laufende Jahr richten: Was ist drin für Audi?
Rittersberger: Die Rahmenbedingungen bleiben auch 2026 zweifelsohne schwierig, gerade im Hinblick auf die US-Zölle. Aber unsere Modelloffensive sollte uns Rückenwind geben. Und viele der genannten Sondereffekte, die uns im vergangenen Jahr belastet haben, fallen weg. Außerdem sollten wir erste positive Effekte etwa aus der Restrukturierung sehen. Daher haben wir unsere Prognose für die Operative Umsatzrendite 2026 auf sechs bis acht Prozent gelegt.
Sie haben vorhin gesagt, das langfristige Ziel ist eine zweistellige Rendite. Wann wollen Sie die erreichen?
Rittersberger: Wenn wir unsere Strategie konsequent umsetzen und die Kostenpläne entschieden vorantreiben, sollten zehn Prozent Rendite zu Beginn des nächsten Jahrzehnts möglich sein.
Audi baut bis Ende des Jahrzehnts 7500 Stellen an den deutschen Standorten ab. Welchen Effekt erwarten Sie dadurch auf der Kostenseite?
Rittersberger: Bis 2027 sollen die ersten bis zu 6000 Stellen sozialverträglich abgebaut sein. Wir sind auf einem guten Weg. 65 Prozent der Personalanpassungen sind bereits umgesetzt oder vertraglich fixiert. Weitere bis zu 1500 Stellen sollen bis 2029 wegfallen. Mittelfristig wollen wir damit mehr als eine Milliarde Euro jährlich einsparen. Positive Kosteneffekte sehen wir aber natürlich jetzt schon - und sie werden sich stetig erhöhen. Gleichzeitig spüren wir, dass geoökonomische Ereignisse wie etwa die Handelszölle in den USA oder der harte Wettbewerb in China unser Geschäft zunehmend belasten. Diese Rahmenbedingungen verstärken die Notwendigkeit, unsere Kostenstrukturen in Deutschland weiter zu verbessern, um die Profitabilität unseres Kerngeschäfts zu erhöhen.
Audi: „Bei den Fixkosten haben wir ebenfalls große Fortschritte gemacht“
Abseits der Personalkosten: Wo lässt sich bei Audi noch Geld einsparen, was sind die größten Hebel?
Rittersberger: Kostenarbeit bleibt für uns sehr wichtig. Bei den Fixkosten haben wir ebenfalls große Fortschritte gemacht. Wir optimieren auch sukzessive die Kosten pro Fahrzeug. Dazu nutzen wir vor allem die Synergien innerhalb des Volkswagen-Konzerns. Ein gutes Beispiel ist der neue A2 E-Tron, der auf der Plattform MEB steht, die von anderen Konzernmarken bereits heute für weitere Modelle genutzt wird. Dadurch können wir uns Entwicklungskosten im Verbund teilen. Hier haben wir erste Fortschritte erzielt: Wir haben die Forschungs- und Entwicklungsleistungen von 4,6 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 4,3 Milliarden Euro im vergangenen Jahr gesenkt.
Der Finanzvorstand möchte lieber teure Fahrzeuge verkaufen. Ihr Vorstandskollege aus dem Vertrieb braucht aber mitunter auch mal günstigere Fahrzeuge fürs Flottengeschäft. Wer setzt sich da am Ende durch?
Rittersberger: Von durchsetzen kann man da nicht sprechen. Wir haben gemeinsam vor allem das Ziel, Audi erfolgreich zu machen. Da finden wir beide immer einen guten Kompromiss. Ich habe sicherlich ein gewisses Verständnis für eine Marktsituation, in der wir wettbewerbsgerechte Preise bieten müssen. Und genauso hat Marco Schubert ein gutes Verständnis für unsere finanzielle Situation und weiß, dass Volumen nicht alles ist.
Ihre italienische Tochter Lamborghini hat 2025 einen Absatzrekord erzielt. Das Ergebnis lag bei 768 Millionen Euro. Trauen Sie der Marke mittelfristig eine Milliarde Euro Gewinn zu?
Rittersberger: Das Potenzial für eine Entwicklung in diese Richtung ist durchaus vorhanden. Lamborghini wird seine Modellpalette um ein viertes Modell erweitern. Das darf sich dann entsprechend positiv auf Umsatz und Ergebnis auswirken.
Zur Person
Jürgen Rittersberger wurde am 2. Juli 1972 in Mannheim geboren. Rittersberger schloss 1999 sein Studium zum Diplom-Wirtschaftsinformatiker an der Universität Mannheim ab. Daraufhin begann er im gleichen Jahr seine berufliche Laufbahn im Controlling bei der Philipp Holzmann AG und später bei der DIBAG Industriebau AG. Der 53-Jährige arbeitet bereits seit 2002 im Volkswagen-Konzern: Bei Porsche war er zunächst im Bereich „Strategische Projekte“ tätig, bevor er in das Beteiligungsmanagement wechselte. Seit 2010 leitete er das Generalsekretariat und die Unternehmensentwicklung der Porsche AG. Ende 2015 wurde Jürgen Rittersberger von Porsche zum Generalbevollmächtigten ernannt. Im September 2018 wechselte Rittersberger direkt in den Volkswagen-Konzern nach Wolfsburg. Dort übernahm er die Leitung des Generalsekretariats und der Konzernstrategie der Volkswagen AG. Im Mai 2020 wurde er zum Generalbevollmächtigten der Volkswagen AG ernannt. Seit dem 1. April 2021 ist Jürgen Rittersberger Mitglied des Vorstands der AUDI AG und verantwortet das Ressort Finanz, Recht und IT. Seit dem 1. Januar 2024 ist er zudem als Chief Operating Officer (COO) tätig.
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