Audi-Vorstand spricht über Zukunftstechnologien für Neckarsulm
Oliver Hoffmann, Vorstand für Technische Entwicklung (TE) bei Audi, möchte wichtige Zukunftstechnologien nach Neckarsulm holen. Im Stimme-Gespräch am Rande der Internationen Automobilausstellung IAA Mobility in München spricht er über die neue Generation an hocheffizienten Verbrennungsmotoren sowie über die Audi-Ikonen TT, R8 und E-Tron GT.

Oliver Hoffmann ist zweifelsohne ein Car Guy, einer der sein Leben dem Auto gewidmet hat. Seit März diesen Jahres ist er Vorstand für Technische Entwicklung (TE) bei Audi. Den Standort Neckarsulm kennt der 44-Jährige noch gut aus seiner Zeit als Geschäftsführer der Tochter Audi Sport. Das Profil der TE in Neckarsulm will Hoffmann schärfen und fit für die Zukunft machen.
„Ich kann noch nicht zu viel verraten, aber wir arbeiten daran, wichtige Zukunftstechnologien in die technische Entwicklung nach Neckarsulm zu holen“, sagt der Vorstand im Gespräch mit der Heilbronner Stimme.
„Die Entscheidung, noch einmal eine neue Generation an hocheffizienten und leistungsstarken Verbrennungsmotoren zu entwickeln, wird die Spezialisten in der technischen Entwicklung in Neckarsulm fordern. Das ist ein gutes Signal für den Standort. Die letzten Verbrenner werden die besten sein“, so Hoffmann. „Neckarsulm ist ein wichtiger Standort für die technische Entwicklung im Unternehmen und mir sehr wichtig. Wir arbeiten gerade daran, den Bereich zu stärken und damit zukunftssicher aufzustellen.“
Die Zukunft des Werks in der Region sieht er ohnehin positiv – vor allem, wenn 2023 die Produktion der nächsten Generation des Modells A4 startet: „Der nächste Audi A4 wird ein richtig gutes Auto.“
Transformation hin zu Elektromobilität und Digitalisierung ist große Aufgabe
Oliver Hoffmann hat einen Berg Arbeit vor sich, um die Transformation hin zu Elektromobilität und Digitalisierung mit seiner Mannschaft zu stemmen. Im Gespräch merkt man rasch, dass ihn schmerzt, das Fahrzeuge wie TT und R8 auslaufen werden. Der Blick aber geht nach vorne. „Keine Frage, der TT und der R8 sind Ikonen, genauso wie der E-Tron GT in der elektrischen Welt. Und es werden weitere folgen. Audi wird wieder mehr überraschen“, verspricht Hoffmann und verweist auf die Studie Grandsphere, mit der Audi in München einen konkreten Ausblick auf ein Elektroauto in der Oberklasse gibt, das spätestens 2025 an den Start gehen wird.
Mit der Elektromobilität gehe es gut voran, so Hoffmann, insbesondere was die zusammen mit Porsche entwickelte E-Plattform für Oberklasseautos, kurz PPE (Premium Platform Electric) angeht. „Mit der PPE machen wir einen riesigen Schritt nach vorne. Q6 e-tron und die weiteren Modelle werden fantastische Fahrzeuge mit attraktivem Design, State-of-the-Art Technologie und einer hohen Reichweite.“ Zahlreiche weitere Modelle in verschiedenen Klassen sollen folgen. Hoffmann: „Ab 2027 werden wir alle Kernsegmente elektrifiziert haben.“
Gedanken über elektrisches Einstiegsmodell
Die Frage ist aber, wie es mit dem kleinsten Audi weitergeht. „Der A1 wird keinen direkten Nachfolger erhalten“, erzählt Hoffmann. „Wir machen uns aber intensiv Gedanken darüber, wie ein elektrisches Einstiegsmodell von Audi zukünftig aussehen kann.“
Pläne für seine alte Wirkungsstätte bei der Neckarsulmer Tochterfirma macht sich der Vorstand ebenfalls. „Audi Sport geht den Weg der Elektrifizierung konsequent mit. Wir werden dort in den nächsten Jahren noch verschiedene Konzepte haben“, so der 44-Jährige. „Klar ist aber: Wir werden den Grad der Elektrifizierung erhöhen. Die RS-Modelle werden auch in Zukunft die sportliche Speerspitze des Modellangebots sein – unabhängig vom Antrieb.“
Grundsätzlich sieht Hoffmann Audi auf einem sehr guten Weg. Für zukünftige Modelle hat er seiner Mannschaft eine klare Vorgabe gemacht: „Wir müssen unseren Produkten eine klare, unverkennbare DNA geben. Wir werden künftig sehr eindeutig definieren, wie sich ein Audi beim Fahren anfühlen muss. Das gilt auch für das hochautomatisierte Fahren.“
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