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Neue Generation von Fahrzeugen

Neue E-Autos bis 2030: Mit diesen Modellen will Audi aus der Krise

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Audi plant bis zum Jahr 2027 in jedem Kernsegment ein E-Auto anzubieten. Bis zum Ende des Jahrzehnts soll es allein für China neun neue Modelle geben. Der Anteil der Stromer am Gesamtabsatz soll deutlich steigen.

Elektroauto für die gehobene Mittelklasse: 2027, spätestens 2028 soll der A4 E-Tron an den Start gehen. Er kommt als Limousine (Foto) und als Kombi).
Elektroauto für die gehobene Mittelklasse: 2027, spätestens 2028 soll der A4 E-Tron an den Start gehen. Er kommt als Limousine (Foto) und als Kombi).  Foto: Schulte Design.


Wie die meisten anderen Hersteller auch fährt Audi zweigleisig in die Zukunft. Neben vielen weiteren E-Autos setzt die Marke mit den vier Ringen auch auf eine neue Generation von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor wie dem A5 aus Neckarsulm. Im ersten Halbjahr hat Audi weltweit rund 833.000 Fahrzeuge ausgeliefert, davon waren knapp 77.000 rein elektrisch unterwegs. Das entspricht einem Anteil von 9,2 Prozent am Gesamtabsatz.

Die Zahl der ausgelieferten E-Autos mit den vier Ringen stieg 2023 um 51 Prozent auf rund 178.000 Einheiten. Der Anteil am Gesamtabsatz lag damit bei 9,4 Prozent. Nach Informationen der Heilbronner Stimme soll der Wert bis Ende 2024 auf mindestens 15 Prozent steigen, bis Ende 2025 sollen es bereits 20 Prozent sein. Offizielle Angaben dazu macht Audi nicht.

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Audi: Absatz des E-Tron GT schwächelt

Audi elektrifiziert nach Aussage von Vorstandschef Gernot Döllner bis 2027 alle Kernsegmente. Aktuell besteht das Angebot an Stromern aus den SUV-Modellen Q4 E-Tron, Q6 E-Tron und Q8 E-Tron. Dazu kommt ganz neue der A6 E-Tron, den es als Limousine und Kombi gibt. Einziges E-Auto aus der Region ist bislang der sportliche E-Tron GT, der am Standort Böllinger Höfe in Heilbronn produziert wird und zuletzt eine umfangreiche Überarbeitung erhalten hat.

Das ändert allerdings nichts daran, dass der Wagen der Audi Sport GmbH nur noch in einer Schicht gefertigt wird. Die Stückzahl liegt aktuell bei unter 20 Fahrzeugen pro Tag. Im neuen Jahr bringt die Audi Sport GmbH mit dem RS Q6 E-Tron ihr erstes Elektro-SUV auf den Markt. Dazu kommen RS-Varianten des A6 E-Tron.


Stromer für die Oberklasse aus dem Audi-Werk Neckarsulm

Direkt in Neckarsulm werden ab 2027 zwei Stromer für die Oberklasse produziert. Sie werden gerade unter den Projektnamen Landyacht und Landjet entwickelt. Bei dem Projekt Landyacht handelt es sich um eine flache Limousine. Der Landjet sollte zunächst ein höhergelegtes Coupé werden. Insider berichten allerdings, dass Döllner den Wagen nun zu einem klassischen SUV umgestalten lassen will. Ab 2030, 2031 kommt die zweite Generation des A6 E-Tron nach Neckarsulm. Zudem soll im Herbst endlich die Entscheidung fallen, ob es ab etwa 2027, 2028 einen vollelektrischen Sportwagen geben wird. Er könnte dann in Heilbronn gefertigt werden. 

Audi-Einstiegsmodell aus Ingolstadt

Das elektrische Einstiegsmodell von Audi - der A3 CUV, ein kompaktes, höhergelegtes Fahrzeuge etwa in der Größe des heutigen A3 - soll ab 2027 in Ingolstadt produziert werden. Ebenfalls für den Stammsitz ist ab 2027 der A4 E-Tron geplant, das elektrische Pendant zum Verbrenner-A5. Starttermin ist hier ebenfalls 2027, spätestens 2028. Zudem plant die Marke mit den vier Ringen ein E-Auto als  Pendant zur Mercedes G-Klasse. Das Projekt "Hard-Qore" befindet sich noch in der Entwicklung. Vor 2028 dürfte der Wagen wohl nicht starten.

Audi plant offenbar Batteriefertigung in Heilbronn

Für den E-Tron GT liefert derzeit die Konzernschwester Porsche die Batterien, die den technisch baugleichen Taycan in Stuttgart-Zuffenhausen fertigt. Da ab 2027 der Bedarf an Akkus deutlich steigen dürfte, siedelt der Autobauer unseren Informationen zufolge bereits ein Jahr zuvor eine entsprechende Fertigung in der Region an.

Derzeit gilt die Produktionsstätte Böllinger Höfe dem Vernehmen nach als aussichtsreichster Standort für die Ansiedelung der Batteriefertigung. "Im Zuge der Elektrifizierung der Standorte haben wir den Plan, die Fertigungstiefe zu erweitern. Dazu zählt unter anderem die Fertigung von Batterien oder Batteriemodulen. Ein potenziell geeigneter Ort hierfür ist auch das Industriegebiet Böllinger Höfe in Heilbronn", sagte eine Audi-Sprecherin auf Anfrage unserer Zeitung. 

Transformation von Audi: Erster China-Stromer im neuen Jahr

"Der chinesische Markt ist für die Transformation von Audi hin zu einem führenden globalen Anbieter von Premium-Elektromobilität von zentraler Bedeutung“, sagt Audi-CEO Döllner. Dabei setzt der deutsche Hersteller zunehmend auf die Hilfe seiner chinesischen Partner, allen voran SAIC .Ihr erstes gemeinsam entwickeltes Fahrzeug soll bereits im nächsten Jahr auf den Markt bringen. Die beiden Unternehmen besiegelten bereits eine entsprechende Zusammenarbeit. Die Fahrzeuge würden das derzeitige Audi-Angebot ergänzen, heißt es in einer offiziellen Mitteilung. "Durch die Partnerschaft mit SAIC werden wir unsere Elektro-Strategie in China signifikant beschleunigen", so Audi-Chef Döllner. Die in China entwickelten Autos könnten ohne die klassischen vier Ringe auf den Markt kommen, wie zwei Personen mit "direkter Kenntnis der Pläne" gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters verrieten.

Hintergrund für die Entscheidung der Premiummarke soll die Rücksichtnahme auf das bestehende Markenimage von Audi sein. Als Erstes soll eine Modellreihe mit dem internen Codenamen "Purple" an den Start gehen. Unklar ist jedoch, ob die Reihe ein verändertes Audi-Logo bekommt oder einfach mit einem Audi-Schriftzug versehen wird.

 
Audi plant mit SAIC zunächst drei kompakte E-Autos 

Audi und SAIC wollen die Autos gemeinsam entwickeln, auf einer China-spezifischen Plattform. Die Fahrzeuge hätten typische Eigenschaften eines Audi. SAIC bringe zusätzlich seine Elektroauto-Fähigkeiten ein, so SAIC-Chef Wang Xiaoqiu. Geführt wird das Projekt von Audi-Manager Fermin Soneira, der im Unternehmen zuvor das Geschäft mit kleineren E-Autos geleitet hatte. Audi verspricht sich von der Zusammenarbeit vor allem schnellere Entwicklungszeiten. Neue Fahrzeuge sollen in Zukunft mehr als 30 Prozent schneller auf den Markt gebracht werden als bislang. Im ersten Schritt seien drei Modelle im B- und C-Segment geplant, also kleinere Fahrzeuge. Dem Vernehmen nach soll es sich um zwei Limousinen in der Größe des heutigen A3 und des isherigen A4 handeln. Zudem ist wohl ein SUV etwa in der Größe des Q3 geplant.

Neun neue vollelektrische Audi-Modelle bis 20230 in China

Die SAIC-Plattformen ermöglichen schnelles Laden und können die moderne Audi-Software nutzen. Im zweiten Schritt soll dem Vernehmen nach eine weitere Plattform entstehen, die von dem deutschen-chinesischen Joint-Venture gemeinsam entwickelt wird und ab 2027, spätestens 2028 einsatzbereit sein soll. „Wenn wir das in Deutschland entwickeln würden, wären die Kosten mindestens ein Drittel höher“, sagt ein Insider. Ein erstes Konzeptfahrzeug soll noch im November 2024 vorgestellt werden, insgesamt sollen bis 2030 neun Modelle an den Start gehen.

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