Stellenabbau soll Personalkosten von R. Stahl um zehn Millionen Euro reduzieren
Der Explosionsschutzspezialist R. Stahl korrigiert seine Ziele für 2025 nach rückläufigen Zahlen wie erwartet nach unten. Mittels Stellenabbau sollen weitere zehn Millionen eingespart werden. Vorstandsvorsitzender Mathias Hallmann verriet auch, wann die Effekte spürbar sein sollen.
Die weltweite wirtschaftliche Unsicherheit sowie die US-Zollmaßnahmen wirken sich negativ auf das Geschäft von R. Stahl aus. Nach einer vorübergehend anziehenden Ordertätigkeit im ersten Quartal hat sich die Nachfrage nach elektrischem Explosionsschutz im zweiten Quartal in nahezu allen Kundenbranchen abgekühlt, sagte CEO Mathias Hallmann am Donnerstag bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen.
Die Entwicklung vor allem im zweiten Quartal führte letztlich dazu, dass die Waldenburger ihre Prognose für das laufende Jahr wie angekündigt nach unten korrigieren mussten – zumal auch das konjunkturelle Umfeld auch für die nächsten Monate herausfordernd bleiben dürfte. Der Vorstand erwartet nunmehr einen Konzernumsatz in der Spanne zwischen 320 bis 330 Millionen Euro. Vorher waren es noch 340 bis 350 Millionen. Hallmann sagte, dass die leicht verbesserte Entwicklung im Juli davon ausgehen lässt, dass „wir mit dieser Anpassung sicher sind“.
R. Stahl: Bestellungen gehen vor allem in der Zentralregion deutlich zurück
In den Monaten von April, Mai und Juni fiel der Wert der Bestellungen jedoch auf 67 Millionen Euro, so dass sich der Auftragseingang trotz des guten ersten Quartals im ersten Halbjahr um 8,3 Prozent auf 165,8 Millionen Euro verringert. Im Vorjahr waren es 180,8 Millionen gewesen. Vor allem in der Zentralregion mit Deutschland, Europa und Afrika verzeichnete das börsennotierte Unternehmen deutliche Rückgänge.
Mit Folgen: Die Umsätze im zweiten Quartal 2025 übertrafen mit 77,9 Millionen zwar die Erlöse des Vorquartals (73,3), blieben aber insgesamt hinter den Erwartungen zurück. So fiel der Umsatz im ersten Halbjahr 2025 um 13,1 Prozent auf 151,2 Millionen Euro. Auch die Profitabilität von R. Stahl war in den ersten sechs Monaten rückläufig. Neben dem Umsatzrückgang seien dafür auch tariflich bedingt höhere Personalkosten verantwortlich gewesen.
R. Stahl will seine Kostenstrukturen vor allem im Personalbereich anpassen
Am Ende verringerte sich das Konzernergebnis um 10,8 Millionen auf minus fünf Millionen Euro. Entsprechend hatte das Unternehmen schon angekündigt, Maßnahmen einzuleiten, um die Kostenstrukturen an die rückläufige Nachfrage anzupassen. Wie die Heilbronner Stimme berichtete, gehört dazu auch ein Stellenabbau. Insgesamt sollen – auf freiwilliger Basis – in Deutschland 80 Mitarbeiter gehen.
Hallmann stellte vor diesem Hintergrund „eine Kostenreduktion in Höhe von zehn Millionen Euro“ in Aussicht, spürbar solle der Effekt Mitte 2026 in vollem Umfang werden. Allerdings hatten sich bisher nur etwas mehr als 40 Mitarbeiter für das Angebot entschieden. R. Stahl hatte dafür eine Transfergesellschaft gegründet, zum ersten Juli sind die ersten Mitarbeiter gewechselt. Jüngere Angestellte haben die Möglichkeit, sich darüber zu qualifizieren.
R. Stahl-Chef Mathias Hallmann sieht gute Chancen, die Nachfragedelle zu überwinden
Insgesamt bleibt Hallmann zuversichtlich – gerade auch mit Blick auf den Umsatz. „Wir sind optimistisch, dass R. Stahl die derzeitige Nachfragedelle gestärkt überwinden wird und im Anschluss den profitablen Wachstumskurs fortsetzt“, sagte er. Die Pipelines sind voll, auch die Finanzierung für die Projekte seien geklärt. Sie müssten von Kundenseite nur noch gestartet werden.
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