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Porsche zahlt Beschäftigten keine Prämie für das Krisenjahr 2025

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Porsche hat 2025 so gut wie keinen Gewinn gemacht. Das bekommen nun die Beschäftigten zu spüren: Sie erhalten kein Prämie und das nächste Sparprogramm steht an.


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Paukenschlag bei Porsche: Erstmals seit 2007 erhalten die Beschäftigten des Autobauers keine Erfolgsprämie ausbezahlt. Darüber ist die Belegschaft der VW-Tochter bereits informiert worden. Für 2023 hatten sich Unternehmensführung und Betriebsrat noch auf eine Prämie von bis zu 9690 Euro geeinigt. Ein Jahr später lag sie bei bis zu 5250 Euro. 

Porsche: Ergebnis nach Steuern brach 2025 um 91,4 Prozent ein

Der Sportwagenhersteller Porsche, sonst immer Ertragsperle für den VW-Konzern, hat einen beispiellosen Absturz hinter sich: Das operative Ergebnis fiel von 5,6 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf nur noch 413 Millionen Euro im Jahr 2025 ab – ein Minus von rund 93 Prozent. Das entspricht einer operativen Rendite von 1,1 Prozent (Vorjahr: 11,1).

Das Ergebnis nach Steuern brach im Jahresvergleich um 91,4 Prozent auf 310 Millionen Euro ein. Der Umsatz ging um 9,5 Prozent auf 36,27 Milliarden Euro zurück. Geschuldet ist die Entwicklung unter anderem dem gesunken Absatz, dem schwachen Geschäft in China und den US-Zölle, die allein mit 700 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Porsches Strategiewechsel kostet das Unternehmen viel Geld

Neben den US-Zöllen kostet der Strategieschwenk viel Geld: Da sich die Elektromobilität nicht so schnell entwickelt wie erwartet, sollen Fahrzeuge mit Verbrenner länger laufen als zunächst geplant, bis spät in die 2030er Jahre. Dafür entwickelt Porsche sogar nochmal ein gänzlich neues SUV, das spät in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts auf den Markt kommen soll.

Die „Reskalierung des Unternehmens“, wie es Finanzvorstand Jochen Breckner nennt, schlug vergangenes Jahr mit mit 2,4 Milliarden Euro zu Buche.

Bei Porsche werden wohl Tausende Stellen wegfallen

Angesichts der aktuellen Lage werde es „tiefe Einschnitte“ geben, wie zuletzt aus Kreisen des Unternehmens zu hören war. Unternehmen und Betriebsrat verhandeln bereits über ein zweites Sparprogramm. Was es alles beinhaltet, ist bislang noch unklar. „Es wird einen weiteren Stellenabbau geben“, hatte der neue Vorstandschef Michael Leiters bereits in Aussicht gestellt.

Bereits im Frühjahr 2025 hatte die VW-Tochter angekündigt, am Stammsitz des Unternehmens in Zuffenhausen und im Entwicklungszentrum in Weissach rund 1900 Stellen abzubauen. Betriebsbedingte Kündigungen sind angesichts der Beschäftigungssicherung bis Ende Juli 2030 ausgeschlossen. Nun berichten Insider, dass weitere 4000 bis 5000 Jobs auf der Kippe stehen könnten.

Porsche-Absatz ist im ersten Quartal um 15 Prozent gesunken

Der Start ins neue Jahr verlief für Porsche erneut unerfreulich: Im ersten Quartal 2026 mussten die Stuttgarter einen deutlichen Absatzrückgang hinnehmen. In den ersten drei Monaten wurden weltweit 60.991 Fahrzeuge ausgeliefert. Das sind 15 Prozent weniger als im ersten Quartal des Vorjahres. Die Finanzzahlen für das erste Quartal verkündet Porsche am 29. April. 

Zuletzt hatte die VW-Tochter bei den Zielen für das laufende Jahr einen Umsatz in der Größenordnung von 35 bis 36 Milliarden Euro genannt, die operative Umsatzrendite wurde mit 5,5 bis 7,5 Prozent taxiert. Mittelfristig soll sie wieder zweistellig werden.

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