Audi-Gewinn bricht ein – bei Tochter Lamborghini läuft’s bestens
Die Audi-Tochter Lamborghini bleibt trotz der angespannten Lage in der Autobranche in der Erfolgsspur. Die Rendite des Unternehmens gehört zu den besten in der Branche.
In diesen Tagen reißen die schlechten Nachrichten aus der Automobilindustrie nicht ab. Am vergangenen Montag hatte die Markengruppe Progressive des VW-Konzerns, zu der neben Audi auch Bentley, Lamborghini und Ducati gehört, einen Gewinnrückgang von 37,5 Prozent vermeldet. Nimmt man die Kernmarke Audi allein, sank die Rendite im ersten Halbjahr auf mickrige 1,8 Prozent. Ein Hoffnungsschimmer ist hingegen die Sportwagenmarke Lamborghini: Die Italiener konnten ihr Vorjahresergebnis nahezu halten und trotzen den Krisen weltweit.
Audi-Tochter Lamborghini: Rendite liegt bei fast 27 Prozent
Von Januar bis Juni hat Lamborghini weltweit 5681 Fahrzeuge ausgeliefert. Das sind zwei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und so viele wie noch nie zuvor in einem Halbjahr. Der Großteil (2708 Autos) ging an Kunden in Europa. 1732 Fahrzeuge wurden in den USA ausgeliefert. Dort hatte die Marke wie alle anderen Herstellern mit den hohen Importzöllen zu kämpfen.

Dennoch lag der Umsatz von Lamborghini mit 1,62 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahres. Der Gewinn sank leicht auf 431 Millionen Euro (Audi: 520 Millionen Euro). Damit hat die Sportwagenmarke eine Rendite von 26,6 Prozent erreicht – eine der höchsten in der gesamten Branche. Die Italiener bleiben damit die Ertragsperle des Audi-Konzerns.
Lamborghini-Chef: „Modellpalette zu hybridisieren war richtig“
„Die Ergebnisse der ersten sechs Monate des Jahres 2025 sind trotz der weltweiten wirtschaftlichen und politischen Instabilität solide und bestätigen, dass die Entscheidung, die gesamte Produktpalette zu hybridisieren, richtig war. Der Erfolg des Revuelto und des Urus SE zeigen, dass unsere Vision von unseren Kunden geteilt wird“, sagt Stephan Winkelmann. "Wir freuen uns nun auf die Markteinführung des Temerario, der das erste vollständig hybride Modellsortiment in diesem Segment vervollständigen wird.“
Der neue Sportwagen mit einem Achtzylinder-Hybrid kommt im Sommer zu Preisen ab 307.500 Euro auf den Markt. Audi war wesentlich am Projekt beteiligt: Ingenieure aus Neckarsulm haben zusammen mit den Kollegen von Lamborghini die Karosserie entwickelt. Sie wird auch in Neckarsulm produziert und dann zur Montage an den Lamborghini-Stammsitz nach Sant’Agata Bolognese geliefert.
Lamborghini: Erstes Elektroauto wird voraussichtlich nach hinten geschoben
Lamborghini ist aktuell der einzige Sportwagenhersteller, der dank der Hybridantriebe über ein komplett elektrifiziertes Modellangebot verfügt. Apropos Elektrifizierung. Ursprünglich sollte 2029 das erste E-Auto von Lamborghini auf den Markt kommen, ein SUV-Coupé. Nun aber hat die Audi-Tochter den Zeitplan angepasst. Wir glauben nicht, dass der Markt in unserem Segment schon bereit sein wird“, hatte Lamborghini-Chef Winkelmann intern zuletzt immer wieder geäußert. Eine endgültige Entscheidung ist aber wohl noch nicht getroffen.
Zuletzt ließ CEO Winkelmann sogar durchblicken, dass der neue Lanzador womöglich gar kein reines Elektroauto mehr sein wird. „Wir haben zwei Entscheidungen getroffen, weil die Akzeptanzkurve für Elektroautos weltweit – und nicht nur in unserem Segment – abflacht. Und das gilt in unserem Fall noch mehr“, erklärte Winkelmann gegenüber der australischen Publikation Car Expert. „Erstens: Der Nachfolger des Urus wird erneut ein Plug-in-Hybrid. Und zweitens: Wir verschieben die Einführung unseres vierten Modells”, so der Lamborghini-Chef weiter. “Wir müssen uns bald entscheiden, in welche Richtung wir beim Lanzador gehen. Heute ist es durchaus möglich, dass es ein Plug-in-Hybrid wird – aber das ist noch völlig offen.“
Beim Starttermin 2029 oder 2030 wird es wohl aber nach aktuellem Stand bleiben. Auch bei der Konzernmutter Audi schieben sich die zwei E-Autos Landyacht (Limousine) und Landjet (SUV) für die Oberklasse nach hinten.
Lamborghini: 2024 war ein Rekordjahr für die Marke des Audi-Konzerns
Zu den Erwartungen für das Gesamtjahr äußert sich Lamborghini nicht. 2024 war ein Rekordjahr für die Italiener.Mit einem Zuwachs von 5,7 Prozent wurden damals weltweit 10.687 Fahrzeuge ausgeliefert. Der Umsatz kletterte erstmals über die Marke von drei Milliarden Euro, der Gewinn stieg um fast 16 Prozent auf 835 Millionen Euro, die Rendite lag bei 27 Prozent. Aus Unternehmenskreisen ist zu hören, dass intern im laufenden Jahr ein weiterer Anstieg von Absatz und Umsatz erwartet wird. Wie sich der Gewinn entwickeln wird, sei aber angesichts der US-Zölle und Währungsschwankungen weltweit noch ungewiss.
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